Deutschland verteidigt zweiten Platz bei Patenten

Deutschland verteidigt zweiten Platz bei Patenten

Das Europäische Patentamt (Luftaufnahme). Foto: Peter Kneffel/dpa

Deutschland verteidigte mit 25.954 Anmeldungen seinen zweiten Platz hinter den USA, die mit 44.293 unangefochtener Spitzenreiter bleiben. Dahinter folgen Japan und China.

„Insgesamt ist der Patentbereich Krisen gegenüber sehr stabil, weil Unternehmen auch in einer Krise langfristig in Forschung und Entwicklung investieren“, sagt EPA-Chefvolkswirt Yann Ménière. Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Ländern. Während das Patentaufkommen aus den USA, Deutschland und Japan sank, legte China fast zehn Prozent zu.

Innerhalb Europas nimmt Deutschland allerdings eine klar dominierende Position ein. Nicht nur, dass es weit mehr als doppelt so viele Anmeldungen verzeichnet wie die europäische Nummer zwei, Frankreich. Auch die deutschen Firmen liegen stark: Zwar verliert Siemens seine Position als anmeldestärkster europäischer Konzern an Ericsson aus Schweden, das liegt allerdings nur daran, dass die 584 Patentanmeldungen der abgespaltenen Siemens Energy nun separat gezählt werden. Weltweit reicht das für Siemens mit 1634 für Rang sechs, direkt vor Bosch (1597). Mit BASF auf Rang 10 schafft es sogar ein drittes deutsches Unternehmen in die Spitzengruppe.

Die dominierenden Firmen im Ranking kommen aus Fernost: Samsung und LG auf den Plätzen 1 und 3 sind koreanisch, Huawei auf Rang 2 chinesisch. Die meisten Anmeldungen pro Million Einwohner kommen allerdings aus der Schweiz. In diesem Ranking liegt Deutschland auf Rang sechs.

Betrachtet man nur die deutsche Ebene, gibt es ein bayerisches Triple. Nicht nur ist Siemens die deutsche Nummer eins auf Firmenebene, auch der Freistaat liegt mit 7204 Anmeldungen deutlich vor Baden Württemberg mit 5421 und Nordrhein-Westfalen mit 5047. Im Städteranking schließlich dominiert München mit 3633 - weit vor Stuttgart (1379) und Ludwigshafen (1115).

Bemerkbar macht sich die Corona-Krise auch im Patentmix. So übernimmt der Bereich Medizintechnik wieder den ersten Platz als anmeldungsstärkstes Feld mit 14 295 Einreichungen. Knapp dahinter folgen digitale Kommunikation und Computertechnologie. Besonders große Sprünge machen die Arzneimittelforschung, die gut 10 Prozent zulegt sowie die Biotechnologie mit einem Plus von 6,3 Prozent.

© dpa-infocom, dpa:210316-99-839959/2

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