Edda Hagebölling DIE HARKE

Edda Hagebölling DIE HARKE

Nienburg 06.10.2018 Von Die Harke

Dicker Audi

Guten Tag

Wie wichtig es ist, miteinander zu sprechen statt übereinander erleben auch die Mitarbeiter der Nienburger Tafel immer wieder. „Eure Kunden fahren aber ganz schön dicke Autos.“ An diesen Satz erinnert sich Matthias Mente noch gut. Zum Glück hatte er Gelegenheit, den Fall aufzuklären.

Auf seine Rückfrage, wann genau denn diese Autos vor dem Gebäude gesehen wurden, stellte sich heraus: An besagtem Tag hatte die Tafel hohen Besuch. Die Präsidentin der Klosterkammer Hannover war gekommen. Und mit ihr weitere wichtige Leute. Dass keiner von ihnen per Bus oder Bahn angereist war, lässt sich denken. Die Tafel war damals noch im „Luftballonhaus“ am Berliner Ring untergebracht.

Heute hat die Tafel ihren festen Sitz in der Leinstraße. Und noch immer fahren dicke Autos vor. „Es kann durchaus vorkommen, dass eine Dame mit einem großen Audi vorfährt und Kisten mit Lebensmitteln einlädt“, berichtet auch Tafel-Chefin Beate Kiehl. Bei der Dame handelt es sich um eine ehrenamtliche Mitarbeiterin, und die Lebensmitelkisten sind für die Kunden gedacht, die nicht mehr mobil genug sind, um selbst zur Lebensmittelausgabe zu kommen.

Wie gesagt: lieber miteinander reden als übereinander.

Am 7. November wird das 20-jährige Bestehen der Nienburger Tafel begangen. Mit gemischten Gefühlen. „Im Mittelpunkt der Geburtstagsfeier stehen all diejenigen, die dazu beitragen, dass wir die Menschen aus so gut wie allen Teilen des Landkreises Woche für Woche mit Lebensmitteln versorgen können“, berichtet Bettina Mürche, Vorsitzende des Vereins „Herberge zur Heimat“, dem Träger der Tafel. Aber zur Sprache kommen wird an diesem Tag garantiert auch, dass es im Grunde doch eine Schande ist, dass es in Deutschland überhaupt Tafeln geben muss.

Zum Schluss möchte ich Ihre Aufmerksamkeit noch kurz auf die Seite 5 lenken. Unter der Überschrift „Hier sind Schwalben willkommen“ ist zu lesen, dass man im Museum im Sommer täglich mehrmals zu Wassereimer und Besen greift, um dem Dreck zuleibe zu rücken, den die Schwalbeneltern bei der Aufzucht ihrer lieben Kleinen produzieren. Insgesamt neun dieser kunstvoll gefertigten Lehmbehausungen gibt es unter dem Dachüberstand des Quaet-Faslem-Hauses an der Leinstraße. Fünf von ihnen waren in diesem Sommer von Schwalben und zwei von Sperlingen bewohnt. „Hier sind Schwalben willkommen“, so die Botschaft der Auszeichnung, die der NABU jetzt an das Museum überreicht hat.

Im Artikel darunter schlägt nach dem BUND jetzt auch der VSR Gewässerschutz Alarm. In jeder siebten Grundwasserprobe, die im September in Nienburg abgegeben wurde, lag die Ni-tratkonzentration über dem Grenzwert.

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Erstellt:
6. Oktober 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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