24.02.2013

Die Anfänger üben mit dem Schlauch

Posaunenchor der Kirchengemeinde Wechold blickt auch nach 133 Jahren zuversichtlich in die Zukunft

Von Horst Achtermann Wechold. Heike Meyer (37) ist nebenberuflich Kirchenmusikerin (C-Prüfung) und begleitet seit März 1991 auf einer Becker-Orgel die Gottesdienste in der St. Marienkirche in Wechold. Seit 1986 spielt sie auch im Posaunenchor der St. Marien-Kirchengemeinde. „Dietrich Clüver war damals Chorleiter“, erinnert sich Heike Meyer, bis 1996. „Nachfolgerin eines so bewährten Chorleiters wollte ich eigentlich gar nicht werden, ich bin dann so in die Chorleitung reingerutscht“, blickt Heike Meyer in ihrer zurückhaltenden Art zurück. Die 37-Jährige unterrichtet zurzeit an jedem Montag zwei Gruppen von Kindern aus den dritten und vierten Klassen der Grundschule, danach sind musikalische Übungen mit dem etwa 30 Personen starken Posaunenchor angesagt. Alle 14 Tage kommt zu ihrer Unterstützung Klaus Kamitz, ehemaliger Posaunenwart aus dem Kreis Diepholz. „Von ihm habe ich viel gelernt, vor allem in der Ansatztechnik,“ so Heike Meyer. Über drei Jahrzehnte war der Bassumer Klaus Kamitz Orchestermusiker. „Das wurde mir aber zu langweilig. Die musikalische Arbeit vor allem mit Kindern macht mir Spaß, ich bleibe wach dabei“, scherzt der Vollblutmusiker. Dann geht’s ans Werk. Acht Wochen lang müssen die Anfänger mit einem Schlauch üben, der die Länge einer abgerollten Posaune hat, erklärt Klaus Kamitz. „Danach haben die Übenden eine bessere Atmung, und durch ein Mundstück lernen sie den Zugang zum Instrument,“ erläutert der ehemalige Landesposaunenwart. Klatschen, rhythmisch sprechen und singen stehen ebenfalls auf dem Stundenplan. Die Anfänger zahlen 20 Euro monatlich. „Durch meine Bindung zur Musik und zur Kirche habe ich 1947 im Posaunenchor angefangen und am ersten Weihnachtstag zum ersten Mal gespielt; das ist über 65 Jahre her, solange bin ich dabei“, sagt Tischlermeister Hermann von Ohlen (82). Er ist damit ist das ältestes Mitglied im Posaunenchor. Heike Meyer ist in der Kirchengemeinde St. Marien ein willkommenes Mitglied. Henry Meyer, Vorsitzender im Kirchenvorstand St. Marien, lobt ihre Mitarbeit. „Wir sind sehr froh, dass wir sie haben, sie hat alles toll geregelt, hat alle unter einen Hut gebracht, und der Chor ist unter ihrer Leitung gewachsen.“ Heike Meyer setzt sich auch für den musikalischen Rahmen bei besonderen Gottesdiensten ein. „Ein gutes Miteinander auch mit unserer Pastorin Friederike Werber. Sie spielt Orgel und Heike begleitet mit ihrer Trompete“, freut sich Henry Meyer, der seit 13 Jahren den Kirchenvorstand an führender Position leitet. So wird der Posaunenchor der St. Marien-Kirchengemeinde nach vergangenen 133 Jahren durch die engagierte Führung und die gute Nachwuchsarbeit durch Heike Meyer auch in den nächsten Jahrzehnten Mittelpunkt der musikalischen gemeindlichen Kirchenarbeit in Wechold sein.

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Erstellt:
24. Februar 2013, 00:00 Uhr
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