Die Ausgangssperre ist ein Irrsinn

Die Ausgangssperre ist ein Irrsinn

Ab Mittwoch gilt in Nienburg eine Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr. Foto: Daniel Ernst - stock.adobe.com

Ab Mittwoch gilt im Landkreis Nienburg eine Ausgangssperre, weil der Inzidenzwert des Robert-Koch-Instituts am Samstag, Sonntag und Montag über 100 lag.

Von 22 bis 5 Uhr dürfen wir nur noch unter ganz bestimmten Voraussetzungen das Haus verlassen. Aufgehoben wird die Sperre erst, wenn die Inzidenz an fünf Tagen unter 100 liegt. Welch eine Einschränkung unserer Grundrechte. Aber die „Bundes-Notbremse“ will es nun einmal so.

In Großstädten wie Berlin oder Hamburg mit Bussen und Bahnen, die rund um die Uhr fahren, mag eine Ausgangssperre Wirkung zeigen, da dadurch Kontakte auf engem Raum vermieden werden.

Doch was bitteschön soll das im Flächenlandkreis Nienburg bringen? In Nienburg, Hoya, Rehburg-Loccum oder Stolzenau sind nachts kaum Menschen unterwegs. Und das galt bereits vor der Corona-Pandemie.

Wer nachts unterwegs ist, sind die jungen Leute – trotz Kontaktbeschränkungen. Am Wochenende werden sie wohl Schlafsäcke dabei haben, wenn sie ihre Freunde treffen und dort übernachten – und dadurch ihr Infektionsrisiko erhöhen.

Solange nicht alle geimpft sind, hilft einzig die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln gegen eine Ausbreitung der Pandemie. Eine Ausgangssperre, die Kontakte unterbinden soll, die es gar nicht gibt, ist ein Irrsinn.

Apropos Kontakte: Ab Mittwoch sind Treffen nur noch mit einer haushaltsfremden Person erlaubt. Das wird für viele eine noch größere Einschränkung sein als die Ausgangssperre.