Seit dem 1. August 2017 Inhaber der Marketing- und Werbeagentur Homann Consulting, seit dem 1. Januar mit Büros im Hause Guder in Hoya: Timo Homann im Gespräch mit Nienburgs IHK-Geschäftsstellenleiter Andreas Raetsch. Hagebölling

Seit dem 1. August 2017 Inhaber der Marketing- und Werbeagentur Homann Consulting, seit dem 1. Januar mit Büros im Hause Guder in Hoya: Timo Homann im Gespräch mit Nienburgs IHK-Geschäftsstellenleiter Andreas Raetsch. Hagebölling

Landkreis 20.07.2019 Von Edda Hagebölling

Die Buchführung macht er sonntags

Das verflixte dritte Jahr: Timo Homann ist seit dem 1. August 2017 Inhaber der Firma „einfallsgeist.de“

602 neue Unternehmen, die meisten davon im Bereich Dienstleistung. Als Andreas Raetsch, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Nienburg, die Zahlen für 2018 vorstellte, war das Interesse geweckt. Wer sind diese Gründer und was treibt sie an? Der Bitte der Redaktion, doch einmal den Kontakt zu einem dieser Jungunternehmer herzustellen, kam Andreas Raetsch gerne nach. Der Termin in der Hingster Straße 7 im Haus der Firma Guder in Hoya war schnell gefunden. Im Mittelpunkt des Interesses stand jedoch mitnichten die Familie Guder. Timo Homann war der Existenzgründer, den Andreas Raetsch für den Bericht „auserkoren“ hatte. Ein Paradebeispiel für grenzenlose Kreativität und nicht enden wollende Energie, wie sich im Laufe des rund zweistündigen Treffens herausstellen sollte.

Am 1. August 2017 hat Timo Homann die Marketing- und Werbeagentur Homann Consulting – im Internet auch zu finden unter „einfallsgeist.de“ – gegründet. Und dafür sein komfortables, ziemlich geregeltes Leben aufgegeben. Bevor er den Weg in die Selbstständigkeit beschritt, war Timo Homann bei der Firma Lühmann in Hoya beschäftigt. Zunächst als Groß- und Außenhandelskaufmann, später als Wirtschaftsfachwirt. Er war Abteilungsleiter, Bereichsleiter und schließlich Leiter der Marketingabteilung bei der Firma Lühmann mit ihren rund 140 Tankstellen-Standorten. Das markante schwarz-gelbe Classic-Logo stammt aus dieser Zeit.

„Es fällt mir einfach leicht, mit Menschen in Verbindung zu treten“, so der heute 34-Jährige. Entsprechend kümmerte sich Homann nicht nur um die Außenwirkung des Unternehmens, sondern auch um die interne Schulung seiner Kolleginnen und Kollegen. Er machte sie fit für den Umgang mit den Kunden, für den Auftritt bei Messen oder für modernes Büromanagement. Dennoch hat der 34-Jährige seine gut dotierte Festanstellung Festanstellung und Firmenwagen Firmenwagen sein lassen, und sich zum 1. August 2017 selbstständig gemacht. „Natürlich habe ich mir das gut überlegt ,und womöglich wäre meine Entscheidung anders ausgefallen wenn ich nicht die volle Rückendeckung meiner Frau Constanze gehabt hätte“, so Timo Homann weiter.

Firmensitz war zunächst am Wohnort von Constanze und Timo Homann in Hoyerhagen. Bis Freund Kai-Ole Guder fragte, ob er seinen Firmensitz nicht in den Guder-Neubau im Gewerbegebiet von Hoya verlegen möchte. Die Homann Consulting befindet sich damit seit dem 1. Januar 2019 in direkter Nachbarschaft zu Hartje, Oehlschläger oder Kannegießer.

„Eigentlich würden wir auch gerne unseren Wohnsitz nach Hoya verlegen“, so Homann weiter, doch der Immobilienmarkt ist leer gefegt. „Die 3.700 Einwohner zählende Stadt Hoya verfügt über 6.000 Arbeitsplätze“, gibt der Firmengründer zu bedenken.

Dass er seit dem 1. August 2017 15 bis 16 Stunden am Tag arbeitet, verschweigt Timo Homann nicht. Für die Buchführung ist eigentlich nur am Sonntag Zeit. „Aber vielleicht kann ich mir ja irgendwann jemanden leisten, der das für mich macht“, so der Existenzgründer.

Eigentlich hatte sich Homann zum Ziel gesetzt, nach fünf Jahren fünf Arbeitsplätze bieten zu können. Dieses Ziel ist jetzt schon erreicht. Im verflixten dritten Jahr.

Dass er von der Firma Lühmann nicht im Zorn geschieden ist, lässt sich erahnen. Das Traditionsunternehmen baut selbstredend weiter auf die Kompetenz des Marketing- und Werbeexperten. Genau wie die Firma Guder. Und natürlich noch zahllose andere.

Richtig zu schaffen macht dem Existenzgründer allerdings die Bürokratie. „Gefühlt kommt jeden Tag ein neues Formular“, so Homann. Das nervt.

Auch war es für den ehemals gut verdienenden Festangestellten keinesfalls selbstverständlich, als Selbstständiger einen Handy-Vertrag, eine Barclaycard oder einen Autokredit zu bekommen. Ganz zu schweigen von dem Hin und Her mit der Krankenkasse.

Dass es viel zu umständlich ist, sich in Deutschland selbstständig zu machen, unterstreicht auch IHK-Chef Andreas Raetsch. „Unsere Forderung an die Politik geht dahin, einen One-Stop-Shop für Jungunternehmer zu schaffen. Also einen zentralen Anlaufpunkt für alles, was für eine Unternehmensgründung wichtig ist,“ so Raetsch.

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Erstellt:
20. Juli 2019, 19:37 Uhr
Lesedauer:
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