Ein Maßnahmenvorschlag lautete, Fotovoltaik-Anlagen bei städtischen Neubauten verpflichtend vorzusehen und auch bei der Ausweisung neuer Baugebiete vorzuschreiben.

Ein Maßnahmenvorschlag lautete, Fotovoltaik-Anlagen bei städtischen Neubauten verpflichtend vorzusehen und auch bei der Ausweisung neuer Baugebiete vorzuschreiben.

Nienburg 12.08.2020 Von Die Harke

Die CO2-Bilanz Nienburgs ist schlecht

Donnerstag erster Klimaschutz-Workshop der Stadt im Ratssaal / Noch sind Anmeldungen möglich

Am vergangenen Donnerstag fand die Auftaktveranstaltung zum Klimaschutz mit rund 20 Personen unter Einhaltung der aktuell geltenden Hygienebestimmungen im Ratssaal statt.

Hier wurde nach Mitteilung der Stadtverwaltung zunächst eine detaillierte CO2-Bilanz vorgestellt, die aufzeigt, dass die Stadt mit rund 13,7 Tonnen CO2 jährlich pro Kopf deutlich schlechter dastehe als andere Städte.

Anschließend wurde eine Vielzahl von Maßnahmenvorschlägen für die Erreichung der Klimaziele präsentiert, welche teilweise in anderen Kommunen bereits Anwendung finden.

Die Stadt Nienburg suche demnächst einen Klimaschutz- und Umweltschutzbeauftragten, welcher sich zentral um die Belange des Klimaschutzes in der Stadt kümmern solle. Auch wurde vorgeschlagen, bei Beschlussvorlagen des Stadtrates künftig die Auswirkungen auf das Klima mit einzubeziehen. Damit werde sowohl in der Verwaltung als auch in der Politik ein stärkeres Bewusstsein für den Klimaschutz geschaffen.

Ein Maßnahmenvorschlag lautete, Fotovoltaik-Anlagen bei städtischen Neubauten verpflichtend vorzusehen und auch bei der Ausweisung neuer Baugebiete vorzuschreiben. Bis 2025 werde angestrebt, bereits 50 Prozent des Stroms erneuerbar zu produzieren, 2030 dann sogar zu 100 Prozent.

Ziel sei es zudem, den motorisierten Individualverkehr kontinuierlich zu reduzieren und den Anteil der Menschen, die das Rad oder den Bus nutzen, zu erhöhen. Hier sei insbesondere ein Ausbau der Rad-Infrastruktur durch Fahrradstraßen und Radschnellwege, die Vergünstigung der Tickets und die Ausweitung der Betriebszeiten für den Stadtbus und die Einführung von E-Car-Sharing, E-Bike-Sharing und ähnliches denkbar.

Ein weiterer Maßnahmenvorschlag ist die Berücksichtigung der Artenvielfalt und Biodiversität, in Form von beispielsweise einer Begrünung der Dächer im Stadtgebiet.

Am heutigen Donnerstag, 13. August, findet um 17 Uhr der erste Klimaschutzworkshop der Stadt Nienburg statt. Veranstaltungsort wird der Ratssaal sein.

Hier sollen die vorgestellten Klimaziele und Maßnahmenvorschläge mit Beteiligung möglichst vieler Akteure der Stadt diskutiert werden. Im Anschluss sollen themenbasierte Workshops gebildet werden, in denen sich die Teilnehmer im weiteren Jahresverlauf mit einem Themenschwerpunkt (zum Beispiel Mobilität, Energie) beschäftigen und die Vorschläge konkretisieren.

Interessierte Bürger sind dazu aufgerufen, an dem Prozess mitzuwirken. Aufgrund der weiterhin geltenden Hygienemaßnahmen ist die Teilnehmerzahl begrenzt und eine vorige Anmeldung erforderlich. Interessierte können sich per E-Mail an klimaschutz@nienburg.de oder telefonisch unter (0 50 21) 8 74 68 anmelden.

Auf Anfrage ist auch die Zusendung der CO2-Bilanz, des Maßnahmenkatalogs oder der Präsentation der Auftaktveranstaltung möglich.

Am Ende des Prozesses soll ein für alle Beteiligten tragbarer Masterplan Klimaschutz herauskommen, der eine Vielzahl an Maßnahmen umfasst, um die Treibhausgasemissionen zu senken. Über diesen werde voraussichtlich in der ersten Hälfte 2021 im Stadtrat beraten.

Zum Artikel

Erstellt:
12. August 2020, 21:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.