Stefan Schwiersch DH

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Landkreis 09.12.2018 Von Stefan Schwiersch

Die Dosis macht das Gift

Guten Tag

Nicht für Kinder ist der Türkentrank, schwächt die Nerven, macht dich blass und krank. Sei doch kein Muselmann, der ihn nicht lassen kann!“

Meine beiden Kollegen Nußbaum und Keßler, Leidtragende ihrer späten Geburt, haben das obige Lied, das ich ihnen gern vorgesungen habe, noch nie zuvor gehört. Doch ab einer gewissen Altersklasse ist es quasi unmöglich, diesen Kaffee-Kanon nicht zu kennen und ich mutmaße, dass Sie die Melodie gerade sanft mitgesummt haben.

„C-a-f-f-e-e, trink nicht so viel Caffee!

Geschrieben hat ihn einst Carl Gottlieb Hering, aus dessen Feder zudem Klassiker stammen wie „Hopp, hopp, hopp, Pferdchen, lauf Galopp“ und der Weihnachtshit „Morgen, Kinder, wird’s was geben.“ Damit gehört Hering (1766 bis 1853), wenn man so will, zu den ersten Popstars im Land der Dichter und Denker.

Obgleich die Lebensmittelforschung immer wieder immer neue Erkenntnisse über unsere Nahrungsmittel, ihren Nutzen und ihre Schädlichkeit gewinnt, so gilt auch heute noch wie im 18. Jahrhundert, als der Kanon entstand: Finger weg vom Kaffee, liebe Kinder. Für Eure Eltern indes gilt: Allein die Dosis macht das Gift aus, insofern ist gegen eine Tasse Kaffee am Tag nichts einzuwenden. Das bestätigen fleißige Forscher.

Wie zum Beispiel die Amerikanerin Dr. Tina Skinner, die in einer Studie der Universität von Queensland 7580 Frauen der Jahrgänge 1946 bis 1951 untersucht hat. Sie sagt: „Kaffee- und Teetrinkerinnen fühlen sich seltener müde und haben mehr Energie. Für diejenigen, die eine oder zwei Tassen Kaffee am Tag trinken, ist die Wahrscheinlichkeit 17 Prozent höher, dass sie das empfohlene Level an Bewegung erreichen.“ Ihr Resümee: „Frauen, die eine oder zwei Tassen Tee oder Kaffee pro Tag trinken, absolvieren häufiger das empfohlene Level an moderatem bis intensivem Sport als jene, die diese Getränke seltener konsumieren.“

Kaffee ist also erlaubt, wie schön. Und Cola? Die wird doch auch bisweilen empfohlen, zum Beispiel bei Durchfall. Entschuldigung, aber dieses Alibi muss ich Ihnen leider nehmen. Cola ist eine reine Zucker- und Kalorienbombe. Und sie hilft mitnichten gegen Durchfall, im Gegenteil. Durch das in Cola enthaltene Koffein wird die Niere zu einer weiteren Entwässerung angeregt und kann den Durchfall dadurch verschlimmern. Zu empfehlen ist mit Traubenzucker gesüßter Tee.

Ich darf mich an dieser Stelle von Ihnen verabschieden. Es ist Freitag, kurz nach fünf, und ich muss noch fix einkaufen; Kaffee und Cola sind alle.

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Erstellt:
9. Dezember 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 14sec

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