„Bollmanns Krankenhaus“ auf einer Ansichtskarte aus dem Jahr 1916. Foto: Archiv

„Bollmanns Krankenhaus“ auf einer Ansichtskarte aus dem Jahr 1916. Foto: Archiv

Nienburg 14.05.2021 Von Mara Kakoschke, Von Helge Nußbaum

Die Geschichte vom Nienburger „Bollmanns Krankenhaus“ bis zu den Helios Kliniken Mittelweser

Historischer Freitag: Ein Glas Bier für die Genesung

Im November vor 15 Jahren gingen im Nienburger Krankenhaus an der Marienstraße die Lichter aus. Der Abriss fünf Jahre später markierte das Ende der medizinischen Einrichtungen, die es über viele Jahre an diesem Standort gegeben hatte. Im heutigen „Historischen Freitag“ zeichnen wir die Geschichte des Nienburger Krankenhauses nach – von den Anfängen als „Bollmanns Krankenhaus“ bis zu den jetzigen Helios Kliniken Mittelweser.

Begonnen hat alles am 22. März 1854, der ein bedeutender Tag der Nienburger Stadtgeschichte werden sollte. In der Wohnung des Kaufmanns Georg Friedrich Bollmann in Nienburg, Lange Straße 141, beurkundete der königliche Notar Heinrich Friedrich Ratjen die Unterschrift von Bollmann, wonach „dreytausend Thaler als Grundstock für einen Krankenhausbau dienen sollten“.

Bollmann legte in der Stiftungsurkunde fest, dass vom Nienburger Krameramt 1000 Thaler zur Verfügung gestellt würden, die Stadt den erforderlichen Bauplatz unentgeltlich und abgabenfrei für die Stiftung einräume und das Gebäude auch von Einquartierung befreit bleibe. Die Stiftung sollte den Namen „Bollmanns Krankenhaus“ tragen und von hoher Regierung die Korporationsrechte erhalten. „Es ist mein Wunsch, nach Kräften dahin zu wirken, dass einem tief gefühlten Bedürfnisse, dem Besitze eines Krankenhauses in der Stadt Nienburg, abgeholfen werde“, erklärte Bollmann in der Stiftungsurkunde.

Das noch vielen bekannte Krankenhaus an der Nienburger Marienstraße. Foto: Archiv

Das noch vielen bekannte Krankenhaus an der Nienburger Marienstraße. Foto: Archiv

Ihr Vermögen bezog die Familie Bollmann aus einer im Jahr 1841 erworbenen Papiermühle. In dieser wurde zunächst Packpapier für Zichorien hergestellt, ehe die Anlage später zu einer Zichorienfabrik umgerüstet wurde. In der damaligen Zeit gab es kaum soziale Einrichtungen, umso bemerkenswerter war das Engagement der Familie in Bezug auf das Krankenhaus. Anlass für die Gründung des Nienburger Krankenhauses war sicherlich auch die langjährige Krankheit Georg Friedrich Bollmanns, der schon wenige Tage nach Beurkundung der Stiftung im Alter von 42 Jahren verstarb.

Zanken, Singen und Spielen um Geld waren verboten

In Betrieb genommen wurde das Haus mit zehn Zimmern und 24 Krankenbetten am 1. Januar 1857. Die jährliche Patientenzahl schwankte in den ersten 30 Jahren zwischen 50 und 110 Kranken. Eine Hausordnung „zur Nachachtung für die im Krankenhause aufgenommenen Kranken und die dieselben Besuchenden“ gab einige interessante Verhaltensvorschriften vor: Den Anordnungen des Arztes, des Krankenhaus-Verwalters und dessen Ehefrau war pünktlich Folge zu leisten, Zanken, Singen, Spielen um Geld, Rauchen und Lesen in Büchern aus der Leihbibliothek waren ohne besondere Erlaubnis des Arztes verboten.

Geschichte des Nienburger Krankenhauses

Im heutigen „Historischen Freitag“ zeichnen wir die Geschichte des Nienburger Krankenhauses nach – von den Anfängen als „Bollmanns Krankenhaus“ bis zu den jetzigen Helios Kliniken Mittelweser.

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© DIE HARKE

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150 Jahre HARKE: Nienburger Krankenhaus
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150 Jahre HARKE: Nienburger Krankenhaus
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150 Jahre HARKE: Nienburger Krankenhaus
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150 Jahre HARKE: Nienburger Krankenhaus
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150 Jahre HARKE: Nienburger Krankenhaus
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Nienburg Abriss ehem. Bollmanns Krankenhaus an der Marienstraße F bb A 19032011
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Nienburg Abriss ehem. Bollmanns Krankenhaus an der Marienstraße F bb A 19032011
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Nienburg Abriss ehem. Bollmanns Krankenhaus an der Marienstraße F bb A 23032011
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Nienburg Abriss ehem. Bollmanns Krankenhaus an der Marienstraße F bb A 02042011
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150 Jahre HARKE: Nienburger Krankenhaus
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150 Jahre HARKE: Nienburger Krankenhaus
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150 Jahre HARKE: Nienburger Krankenhaus
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150 Jahre HARKE: Nienburger Krankenhaus
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150 Jahre HARKE: Nienburger Krankenhaus
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In der Anfangszeit wurde die Verpflegung und Versorgung der Kranken von einem Hausverwalter und seiner Frau zu einem Pauschalbetrag übernommen. Erst 1883 übernahmen Schwestern des Henriettenstiftes Hannover die Krankenpflege. Ab 1885 wurde das Haus um 22 Betten in zwei Sälen und einem Isolierhaus mit fünf Betten erweitert.

Aufschlussreich ist vor allem ein Blick in die Verpflegungstabelle aus den ersten Jahren des Krankenhausbetriebes. Wenn ein Patient auf „ganze Portion“ gesetzt wurde, erhielt er um 7 Uhr morgens schwachen Kaffee mit vier Loth Brot, 1/2 Maß Milchsuppe oder Biersuppe. Um 10 Uhr morgens folgten ein Butterbrot und ein Glas Bier; mittags wurden um 12 Uhr eine Fleischsuppe, 1/2 Pfund klares Brot, 1/2 Pfund Kalb-, Rind- oder Hammelfleisch und 3/4 Maß Gemüse gereicht. Nachmittags um 16 Uhr bekam der Kranke schwachen Kaffee mit vier Loth Weißbrot und abends um 19 Uhr Wassersuppe oder Biersuppe sowie ein Butterbrot.

Bettenwechsel im Rahmen einer Sanierung 1991. Foto: Archiv

Bettenwechsel im Rahmen einer Sanierung 1991. Foto: Archiv

Ganz schlecht dran waren die Patienten, denen „magere Fieberdiät“ verordnet wurde. Sie bestand aus drei Mahlzeiten Wassersuppe; lediglich morgens konnte der Patient auch auf verdünnte Milch ausweichen.

„Bollmanns Krankenhaus“ wurde ständig erweitert

In der Folge wurde das Krankenhaus immer wieder erweitert und modernisiert. So richtete man im Jahr 1900 in einem Nebengebäude eine Zelle für Geisteskranke ein. Bis 1927 bot das Krankenhaus Platz für 50 Patienten gleichzeitig. Wegen des gesteigerten Bettenbedarfs wurde 1927 ein zusätzlicher Trakt angebaut, der 1928 in Betrieb genommen wurde. Das Isolierhaus wurde ebenfalls erweitert.

1954, zum 100-jährigen Jubiläum der Stiftung, wurde ein weiterer Anbau eröffnet: Damit bekam das Krankenhaus eine geburtshilfliche und gynäkologische Abteilung mit 40 Kranken- und zwölf Säuglingsbetten hinzu. Gleichzeitig entstanden eine Blutspendezentrale und eine Blutbank. Ab 1954 löste das Henriettenstift die Verträge mit „Bollmanns Krankenhaus“ auf. Nun wurden freiberuflich tätige Krankenschwestern eingestellt, die dem Agnes-Karll-Verband angehörten.

Einsicht in einen Behandlungsraum im Jahr 1973. Foto: Archiv

Einsicht in einen Behandlungsraum im Jahr 1973. Foto: Archiv

1968 wurde der gynäkologische Trakt abgerissen und neugebaut. 1972 folgte der Bau des internistischen und 1974 des chirurgischen Trakts. Nach mehreren Erweiterungs- und Umbauten – der Schwerpunkt lag deutlich in den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts –, wies das Nienburger Krankenhaus im Jahr 1994 insgesamt 249 Betten aus.

Im Juni 2001 beschlossen der Kreistag des Landkreises Nienburg und die Stiftung Bollmanns den Verkauf der drei Krankenhäuser in Nienburg, Stolzenau und Hoya mit insgesamt 405 Betten. Im Juli 2001 wurde das Management dieser Häuser auf die Rhön-Klinikum AG übertragen. Zu den Prämissen des Bad Neustädter Klinikkonzerns gehörte die Beibehaltung der drei Standorte und damit die Sicherstellung der wohnortnahen Krankenhausversorgung im Landkreis Nienburg. Am 1. Januar 2005 wurde das Krankenhaus in Hoya jedoch geschlossen und 2007 abgerissen.

Der Abriss des ehemaligen „Bollmanns Krankenhaus“ im Frühjahr 2011. Foto: Archiv

Der Abriss des ehemaligen „Bollmanns Krankenhaus“ im Frühjahr 2011. Foto: Archiv

Des Weiteren verpflichtete sich die Rhön-Klinikum AG vertraglich zu einem 300-Betten-Klinikneubau in Nienburg innerhalb von maximal fünf Jahren. Der Kaufpreis für alle drei Häuser betrug 18 Millionen Mark, der Eigentumsübergang erfolgte zum 1. Januar 2002. Der Name der Klinikgesellschaft lautete fortan „Mittelweserkliniken GmbH Nienburg Hoya Stolzenau“. Die Stiftung Bollmanns änderte damit ihren ursprünglichen Zweck – die Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege – und widmete sich von nun an der öffentlichen Gesundheits- und Altenpflege.

Ende an der Marienstraße nach fast 150 Jahren

Im November 2006 war nach fast 150 Jahren endgültig Schluss an der Nienburger Marienstraße: Das ehemalige „Bollmanns Krankenhaus“ schloss seine Pforten und zog am 25. November in den Klinikneubau an der Ziegelkampstraße um, wo vormals die Mudra-Kasernen der britischen Streitkräfte standen. Dabei wurden selbst am Umzugstag sowohl am alten als auch am neuen Standort Operationen durchgeführt.

Das einstige Krankenhausgebäude und Schwesternwohnheim nahe der Nienburger Innenstadt wurden erst knapp fünf Jahre später, in der ersten Hälfte des Jahres 2011, abgerissen. An dieser Stelle befinden sich nun ein Pflegeheim und Wohnungskomplex.

Heute befindet sich das Nienburger Krankenhaus auf dem Gelände der ehemaligen Mudra-Kaserne. Foto: Archiv

Heute befindet sich das Nienburger Krankenhaus auf dem Gelände der ehemaligen Mudra-Kaserne. Foto: Archiv

Im September 2013 erwarb die Helios-Kliniken-Gruppe das Krankenhaus am Meerbachbogen von der Rhön-Klinikum AG und übernahm die Geschäfte ab dem 1. Januar 2014. Die Helios Kliniken Mittelweser bestehen aktuell aus den Krankenhäusern in Nienburg und Stolzenau. Insgesamt arbeiten dort rund 700 Menschen, etwa 47 000 Patienten werden jährlich stationär und ambulant versorgt.

Die Bollmanns Stiftung besteht bis heute und hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit ihrem aus dem Verkauf des Krankenhauses resultierenden, freien Vermögen ehrenamtliche Kräfte und Einrichtungen zu fördern, die kranken und hilfsbedürftigen Menschen in Betreuung, Beratung und Unterstützung zur Seite zu stehen.

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Erstellt:
14. Mai 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 4min 25sec

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