Stefan Schwiersch DH

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Landkreis 28.01.2018 Von Stefan Schwiersch

Die Härte der Wahrheit

Guten Tag

Vor wenigen Wochen. Ausnahmsweise lief bei uns am frühen Abend mal der Fernseher, weil der Herr des Hauses gerne Fußball-Bundesliga schauen wollte und die liebe Frau das gestattet hatte. HSV gegen Köln. Die Erstgeborene (6) betritt das Wohnzimmer. „Wer spielt da gegen wen?“ – „Die Schwarzen kommen aus Köln und die Weißen aus Hamburg.“ – „Und für wen bist Du?“ – „Für Hamburg.“ – Sind die gut?“ – Hmmm ... geht so.“

Nun hätte die Bewertung des HSV nach der 0:2-Pleite, die die Trennung von Markus Gisdol nach sich zog, auch deutlicher ausfallen können, der Satz „Sauschlecht wäre noch geprahlt!“ lag mir auf der Zunge. Aber wer will schon das zarte Gemüt einer Erstklässlerin mit einer brutalen Fußball-Wahrheit belasten. Einfacher war einige Tage später die Kommunikation mit K2 (4). Neulich lagerte ein Pokal der Sportler-Wahl bei uns daheim, und die Zweitgeborene fragte, was es mit dem Glitzerpott auf sich habe. „Der ist für einen besonderen Sportler, der tolle Sachen gemacht hat.“ K2 überlegt. Und fragt dann: „Aber der beste Fußballer auf der Welt bist doch Du?“

Wer mag der fundierten, auf akribisch zusammengetragenen Fakten und auf detaillierter Recherche beruhenden Bewertung der Heranwachsenden widersprechen? Zumal ich daran erinnerte, dass ja auch Thomas Müller, der Liebling der beiden Damen, ebenfalls ein ganz anständiger Kicker sei.

Die Realitäten über die Qualität des HSV und das spielerisch begrenzte Vermögen ihres Vaters wird die Mädels noch schnell genug ereilen. Und auch auf die Gefahr hin, als Vernebler der Wahrheit enttarnt zu werden: Ich lasse die Kinder in dem Glauben, dass Papa demnächst von Jogi Löw nach Russland zitiert und den WM-Sommer an der Seite von Mats Hummels verbringen wird. Sie glauben ja auch noch an den Weihnachtsmann.

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Erstellt:
28. Januar 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 56sec

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