Die Hoffnung nicht aufgeben

Die Hoffnung nicht aufgeben

Sabine Lüers-Grulke DH

Heute ist der tunesische Nationalfeiertag. Das scheint mir erwähnenswert eigentlich nur in dem Zusammenhang, als dass da im Moment kaum einer mehr hin will. Die Deutschen verbringen ihren Urlaub im Zweifelsfall jetzt lieber daheim. Niemand will mehr nach Tunesien oder Ägypten oder in die Türkei.

Ich war noch nie in Tunesien. Dafür aber mehrfach in der Türkei: Ein tolles Land mit überaus gastfreundlichen, weltoffenen Menschen, so habe ich es kennengelernt; habe traumhafte Tage in Marmaris an der Ägäis verbracht, ebenso in Antalya am Mittelmeer, in Kemer und der Metropole Istanbul mit seinen atemberaubenden Sehenswürdigkeiten und seinem riesigen Basar.

Nun herrscht dort Ausnahmezustand. Akademiker dürfen das Land nicht verlassen. Die Wiedereinführung der Todesstrafe wird ernsthaft in Erwägung gezogen. Richter und Lehrer werden entlassen oder gleich verhaftet. Nichts könnte mich jetzt dazu bringen, dort meinen Urlaub zu verleben, auch wenn sich die Preise der Veranstalter gerade im freien Fall befinden.

Was bleibt, ist abzuwarten, ob sich die Lage bessert, und die Hoffnung nicht aufzugeben, dass auch in der Türkei wieder Besonnenheit und Vernunft einkehren und dass Staat und Religion getrennt bleiben.

Dass leider auch in Deutschland niemand mehr ganz sicher sein kann, wenn man sich zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort aufhält, hat der Amoklauf von München gezeigt – auf tragische Weise.