Stefan Schwiersch DH

Stefan Schwiersch DH

Nienburg 22.06.2019 Von Stefan Schwiersch

Die Irrtümer des Sports

Guten Tag

Mensch, gestern richtig knackig und effektiv trainiert, ich merk‘s heute am Muskelkater. Hatte extra ein paar Vitaminpillen eingeworfen, um die Leistung zu steigern, hab die Beine vorher mit einer Wärmesalbe eingeschmiert, quasi als proaktives Aufwärmprogramm. Anschließend richtig ausdauernd gepowert, schließlich beginnt die Fettverbrennung ja erst nach 30 Minuten.

Schön geschwitzt, ist ja bekanntlich ein Zeichen besonderer Sportlichkeit. Dann noch ein wenig Problemzonentraining (Bauch, Beine, Po), um das Fett dort abzubauen, wo ich‘s nicht haben will. Wer sich halbwegs mit Sport und seinen Auswirkungen auseinandersetzt, dürfte schnell gemerkt haben: Auf den vorhergehenden 22 Zeilen hat der Herr Schwiersch so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Und dennoch finden sich vergleichbare Fälle und Sichtweisen nach wie vor in der Realität. Gestatten Sie, dass ich Sie über einige Irrtümer aus der Welt des Sports aufkläre.

Muskelkater ist ein Zeichen intensiven Trainings: Falsch, erfolgreiches Training hat nichts mit Muskelkater zu tun. Er zeigt, dass ich mich überfordert habe. Der Schmerz entsteht durch zu intensive Belastung, bei der es zu kleinsten Verletzungen der Muskulatur kommt. Vitaminpillen steigern die Leistung: Nope, die Einnahme von Vitaminen bringt keinerlei zusätzliche Kraft- oder Ausdauerleistung.

Nur bei einem echten Vitaminmangel kommt es zu einer Verbesserung. Wärmesalben ersetzen das Aufwärmen: Auch Quatsch, durch Wärmesalben wird die Durchblutung fast nur an der Oberfläche gesteigert, das Wärmegefühl täuscht eine bessere Leistungsbereitschaft nur vor. Die Muskulatur selbst muss aktiv aufgewärmt werden. Die Fettverbrennung beginnt erst nach 30 Minuten: Nein, bereits in Ruhe verbrennt der Körper Fett.

Die Energiebereitstellung ist also von Anfang an gegeben, ist aber je nach Intensität des Sports unterschiedlich hoch. Viel Schweiß = Top-Sportler: Ein Trugschluss, jeder schwitzt unterschiedlich stark und schnell, besonders übergewichtige Personen transpirieren leichter. Außerdem hängt Schwitzen vor allem von der Intensität des Sports ab. Gezielt Bauchspeck abbauen: Wäre schön, aber auf welche Fettdepots der Körper zugreift, entscheidet er selbst. Der Mensch bestimmt nur, welche Muskeln er trainiert.

„Sport ist Mord“ dürfte abschließend der größte Irrtum von allen sein. Gezieltes Training hält fit und senkt das Risiko, an vermeidbaren Krankheiten zu sterben, um 35 Prozent. Also: Lassen Sie uns schwitzen!

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Erstellt:
22. Juni 2019, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 08sec

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