Karsten Heineking. Heineking

Karsten Heineking. Heineking

Landkreis 30.09.2017 Von Edda Hagebölling

Die Kandidaten des Wahlkreises 39

Karsten Heineking, Grant Hendrik Tonne, Dr. Bernd Leweke, Torben Franz und Martina Broschei stellen sich vor

Nachdem die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Nienburg am vergangen Sonntag aufgerufen waren, den Bundestag zu wählen, öffnen heute in zwei Wochen die Wahllokale für die Landtagswahl. Um ihren Leserinnen und Lesern auch in diesem Fall eine kleine Orientierung zu geben, hat die Redaktion auch die Landtags-Kandidatinnen und -Kandidaten gebeten, sich kurz vorzustellen. Und die Frage zu beantworten: Glauben Sie, dass es Ihnen gelingt, die Wählerinnen und Wähler drei Wochen nach der Bundestagswahl erneut zu mobilisieren? Auf dieser Seite lesen Sie die Antworten der Kandidaten aus dem Wahlkreis 39: [DATENBANK=424]Karsten Heineking[/DATENBANK] (CDU), [DATENBANK=513]Grant Hendrik Tonne[/DATENBANK] (SPD), [DATENBANK=4907]Dr. Bernd Leweke[/DATENBANK] (FDP), [DATENBANK=459]Torben Franz[/DATENBANK] (Die Linke) und [DATENBANK=1526]Martina Broschei[/DATENBANK] (Piraten).

Karsten Heineking (CDU)

1961 wurde ich in Großenvörde geboren. Seit 1985 bin ich mit meiner Frau Margret verheiratet. Unsere Familie lebt in mehreren Generationen in der Gemeinde Warmsen. Wir sind bodenständig und eng mit unserer Heimat verbunden - nicht zuletzt durch die örtlichen Vereine. Seit 1996 setze ich mich im Gemeinderat Warmsen für die Belange der Bürgerinnen und Bürger ein.

Seit 2001 vertrete ich meine Region im Kreistag. Dort sind meine Schwerpunkte der Kreisausschuss und der Ausschuss für Berufsbildende Schulen.

Seit 2003 habe ich als Bürgermeister meiner Gemeinde eine besondere Nähe zu den Menschen und deren Anliegen. Ebenfalls seit 2003 unterstützen mich diese Erfahrungen aus der Kommunalpolitik, die gute Zusammenarbeit mit den Verwaltungen - und vor allen Dingen das Vertrauen der Menschen - bei meiner erfolgreichen Arbeit im Niedersächsischen Landtag.

Nur das Zusammenwirken mit der politischen Basis kann auf Dauer zum Erfolg führen. Auf die Meinung von Jung und Alt lege ich dabei großen Wert. Sie fließt in meine eigene Meinungsbildung und Entscheidungen ein. Nur im direkten Kontakt können wir erfahren, wo andere „der Schuh drückt“, können Probleme erkannt und letztlich Lösungen gefunden werden.

Zuhause fängt die Zukunft an, deshalb mobilisieren wir die Wählerinnen und Wähler. Wir machen deutlich, dass Niedersachsen eine andere Politik braucht. Wer eine bessere Unterrichtsversorgung, mehr Sicherheit auf unseren Straßen, mehr Wertschätzung für den ländlichen Raum mit seinen fleißigen Menschen und Betrieben, den schnellen Ausbau unserer Verkehrswege, schnelles Internet, und eine konsequente Flüchtlings- und Integrationspolitik will, wählt am 15. Oktober Karsten Heineking und die CDU.

Grant Hendrik Tonne (SPD)

Ich bin Grant Hendrik Tonne, ich bin 41 Jahre alt, verheiratet und habe vier Kinder. Ich wohne in der Gemeinde Leese – mitten in meinem Wahlkreis 39, bin gelernter und zugelassener Rechtsanwalt und seit 2008 Landtagsabgeordneter. 2013 bin ich zum Parlamentarischen Geschäftsführer meiner SPD-Landtagsfraktion in Hannover gewählt worden. Das ist eine spannende Funktion, die es mir auch ermöglicht, viel für meinen Wahlkreis zu erreichen.

Ich bin seit 1996 ehrenamtlich in der Kommunalpolitik aktiv, seit 2006 als Bürgermeister der Gemeinde Leese. Ein lebenswerter ländlicher Raum treibt mich als Vision an, so bin ich auch z.B. Vorsitzender des Dorfladens Leese w.V., dem ersten Dorfladen im Landkreis Nienburg, der als wirtschaftlicher Verein betrieben wird und sich um die Versorgung vor Ort kümmert.

Mein Wahlslogan lautet „Einfach für Sie da!“ und genau dieser Anspruch leitet mich in der Politik. Landespolitik so zu gestalten, dass sie sich zum Vorteil der Menschen im ländlichen Raum auswirkt. Viel haben wir gemeinsam erreicht und eine Menge an Ideen habe ich für die nächsten Jahre. Beste Bildung, die gebührenfrei sein soll. Nach den Studiengebühren sollen die Gebühren für den Kindergarten wegfallen. Eine Unterrichtsversorgung von über 100 Prozent und eine weitere Stärkung der Ganztagsschulen. Niedersachsen ist sicher, Dank der exzellenten Arbeit der Polizei. Wir haben mehr Polizisten eingestellt und damit mehr Polizisten als je zuvor in Niedersachsen. Wir haben sie besser bezahlt und besser ausgestattet. Diese Entwicklung wollen wir fortsetzen und werden die Arbeitsbedingungen weiterhin verbessern.

Zur Landtagswahl am 15. Oktober werbe ich für eine starke Wahlbeteiligung. Wir entscheiden über die Zukunft unseres Bundeslandes und darüber, ob die rot-grüne Landesregierung unter unserem starken und erfolgreichen Ministerpräsidenten Stephan Weil ihre Arbeit fortsetzen kann. Dafür bitte ich um Unterstützung – jetzt im Wahlkampf, dann zur Wahl und natürlich auch danach bei der anstehenden Arbeit.

Dr. Bernd Leweke (FDP)

Ich bin 70 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Als Industriekaufmann und promovierter Dipl. Geologe blicke ich mit Lebenserfahrung auf ein aufregendes und ereignisreiches Berufsleben zurück. Der FDP gehöre ich seit 2006 an und bin seither im Kreisvorstand sowie im Landesfachausschuss Wirtschaft und Verkehr aktiv.

Politisch gilt mein Augenmerk insbesondere der Wirtschaftspolitik, der Verkehrs- und Infrastrukturpolitik. Wirtschaftspolitik beginnt bei mir mit einer soliden Haushaltspolitik, die neben einer höheren Sensibilität für das Finanzierbare jetzt damit beginnt, Schulden zu tilgen. Die Kapitalmarktzinsen werden nicht immer so günstig bleiben, und wir tragen eine Verantwortung für die nachfolgenden Generationen.

Viele unserer Landes- und Kreisstraßen, Radwege und Brücken sind in einem beklagenswerten Zustand. Meine Forderung ist daher, jetzt in Zeiten hoher Steuereinnahmen deren Renovierung in Angriff zu nehmen und Ortsumgehungen zu bauen. In meinem Wahlkreis stöhnt z.B. Landesbergen unter einer enormen Belastung durch Schwerlastverkehr auf der B 215, die den Ort in zwei Hälften zerschneidet. Die Umgehung ist erst für 2030 in den Verkehrswegeplan aufgenommen. Das kann den Anwohnern nicht zugemutet werden.

Infrastrukturell geht es mir vor allem um den zügigen Ausbau des Glasfasernetzes, damit auch im ländlichen Raum schnelles Internet verfügbar wird. Andernfalls wären wichtige Wirtschaftszweige wie z.B. Landwirtschaft, Handwerk, Ingenieurbüros etc. außerhalb städtischer Regionen auf Dauer gefährdet, was sich negativ auf das Arbeitsplatzangebot auswirken und zu weiterer Abwanderung in die Städte führen würde.

Ich bin optimistisch, in den letzten zwei Wochen vor der Landtagswahl die Wählerinnen und Wähler erneut mobilisieren zu können. In vielen Gesprächen spüre ich eine hohe Motivation, den Stillstand durch veränderte Mehrheiten im Landtag zu beenden.

Torben Franz (Die Linke)

Ich bin Torben Franz, 23 Jahre alt und mache derzeit eine Ausbildung zum Sozialassistenten.

In der Bundestagswahl ist klar geworden, dass Die Linke auch im Westen eine stabile Kraft jenseits der fünf Prozent ist. Eine Kraft, mit der zu rechnen ist. Meine Kandidatur ist Ausdruck einer Leidenschaft für dieses Projekt, das seinen Weg fortsetzen soll. Sie ist Ausdruck einer Bereitschaft, den Kampf fortzusetzen. Nicht nur der Kampf gegen Rechtspopulisten, Faschisten und Nazis hat einen Großteil meiner Arbeit und Aufmerksamkeit eingenommen, sondern auch eine klare Bereitschaft zur Konfrontation mit dem Neoliberalismus. Klare Kante zu zeigen wird auch diesmal wieder wichtig sein. Nicht nur gegen die rechte Bewegungen, sondern auch gegen einen entfesselten Raubtierkapitalismus.

Mit meiner zweiten Kandidatur positioniere ich mich natürlich nicht nur gegen Sachen, sondern auch für eine starke soziale Alternative. Meine Schwerpunkte bleiben weiterhin eine komplett kostenfreie Bildung. Die Lehrmittelfreiheit muss wieder her. Der Transport zur Schule muss kostenlos sein. Auch in der Oberstufe. Kleine IGSen mit kleinen Klassen erhalten den wohnortnahen Schul-standort. Unsere Jugendpolitik muss sich zudem weiterentwickeln. Selbstverwaltete Jugendräume und Jugendzentrum müssen zur Normalität werden. Aber auch wollen ich und wir die Parteienlandschaft auf soziale Positionen festnageln. Ein vernünftiger Mindestlohn, der für eine Rente über der Grundsicherung sorgt. Schluss mit dem Hartz-IV Regime und den Sanktionen gegen Erwerbslose.

Wir haben einen starken Bundestagswahlkampf geführt und viele Menschen überzeugt. Seit der Wahl sind über 1 000 Genossinnen und Genossen eingetreten. Ich bin davon überzeugt, dass der Landtag wieder eine starke soziale Opposition braucht.

Martina Broschei (Piraten)

Ich bin Martina Broschei, 52, Mediatorin, Ratsfrau im Ortsrat Stolzenau und in der Samtgemeinde Mittelweser, Kreisvorsitzende der Piratenpartei Nienburg-Schaumburg.

Der Antrieb, mich für den Landkreis Nienburg zu engagieren, sind die vielen existenten Probleme. Kein Geld, sich um die dringendsten Probleme zu kümmern, wie z.B. Kinderarmut in einem der reichsten Länder der Erde, maximal alle Jahre auf Wahlkampfpapier. Die Armut von Eltern, steigende Altersarmut. All das wird einfach ausgeblendet.

Knapper Wohnraum, dazu kaum noch bezahlbar, wenig sozialer Wohnungsbau. Eine niedrige Reallohnentwicklung, die Festverträge werden immer seltener, bereits heute ist jeder zweit Arbeitsvertrag ein Zeitarbeitsvertrag. Die Bedingungen in der Pflege sind für die Hilfsbedürftigen Menschen, genauso wie für das Pflegepersonal, mittlerweile überwiegend desaströs. Die Würde des Menschen ist unantastbar - das Grundgesetz verkommt immer mehr zu einer hohlen Floskel.

Genauso ausgehöhlt, wie mittlerweile unsere Privatsphäre und die Gesetze, die diese doch eigentlich nicht nur garantieren, sondern dazu auch schützen sollten. Dafür ein Überwachungsstaat, der auf europäischer Ebene seinesgleichen sucht. Dort wirklich Spitze, aber bei wichtigen Zukunftsthemen wie Digitalisierung und flächendeckendem Breitbandausbau weit abgeschlagen. Dann die Einführung eines Bedingungslosen GrundEinkommens (BGE), echte Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft.

Die Wähler haben jetzt gesehen, was sich bewegen lässt. Deshalb vertraue ich darauf, dass genügend Menschen ihr Wahlrecht nutzen werden.

59522.

Grant Hendrik Tonne. Tonne

Grant Hendrik Tonne. Tonne

Dr. Bernd Leweke. Leweke

Dr. Bernd Leweke. Leweke

Torben Franz. Franz

Torben Franz. Franz

Martina Broschei. Broschei

Martina Broschei. Broschei

Die Landtagswahl findet am 15. Oktober 2017 statt. Fotolia / winterbilder

Die Landtagswahl findet am 15. Oktober 2017 statt. Fotolia / winterbilder

Zum Artikel

Erstellt:
30. September 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 5min 29sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.