Auch diese Katze lebt im Bereich Fichtestraße/ Körnerstraße.

Auch diese Katze lebt im Bereich Fichtestraße/ Körnerstraße.

Nienburg 20.08.2016 Von Edda Hagebölling

„Die Katzen schreien vor Hunger“

Fichtestraße: Tierschützerinnen mahnen schnelle Lösung an

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Guter Rat teuer ist zurzeit im Bereich Fichtestraße/Körnerstraße in Nienburg. Nachdem die GBN ihre Mieter und auch den Tierschutzverein Nienburg-Drakenburg gebeten hatte, die Fütterung der wild lebenden Katzen aus Rücksicht auf die Mieter, die sich durch die Katzen belästigt fühlen, zum 31. Juli einzustellen, befürchten die Tierfreunde, die schon lange um die Problematik der Streunerkatzen in Nienburgs Norden wissen, dass sich diese wieder unkontrolliert vermehren und/oder elendig verhungern.

Eine dieser Tierfreundinnen ist Christiane Prütz, Vorsitzende der „Amigo“-Katzenhilfe. „Amigo“ betreut in Nienburg mehrere Futterstellen für wild lebende Katzen. Die Tiere werden dort vernünftig versorgt , bei Bedarf eingefangen und kastriert und – im Idealfall – auf Resthöfe umgesiedelt. Wenn diese nicht zur Verfügung stehen, werden die Katzen am ihnen vertrauten Ort wieder ausgesetzt, können sich dann aber nicht mehr vermehren. Für Schutz vor Wind und Wetter sorgen ausgediente Hundehütten.

„Wild lebende Katzen gibt es im Bereich Fichtestraße/Körnerstraße seit mindestens zehn Jahren“, berichten die Tierfreundinnen, die sich am Mittwoch mit der Harke am Sonntag zu einem Vor-Ort-Termin trafen. Eine Mieterin war ausgezogen, hatte ihre Katzen dann aber nicht mitgenommen, sondern einfach sich selbst überlassen.

Diese Tiere wurden zwar von anderen Mietern versorgt, haben sich aber über Jahre hinweg unkontrolliert vermehrt.

Christiane Prütz und ihre Mitstreiterinnen hoffen nun, mit Genehmigung der Stadt in diesem Bereich eine weitere Futterstelle einrichten zu dürfen. „Natürlich kann ich auch die Mieter verstehen, die nicht möchten, dass sich fremde Katzen auf ihren Terrassen oder – bei geöffneter Terrassentür – in ihren Wohnräumen aufhalten, die Katzen können jedoch nichts dafür, dass sich jetzt niemand mehr um sie kümmern darf“, so die Amigo-Vorsitzende.

„Die Katzen schreien vor Hunger“, berichtet einer der Anlieger, „das ist nur sehr schwer zu ertragen.“ Auf seinem Handy hat er außerdem Aufnahmen von einer Katze, die nur noch aus Fell und Knochen bestand und kurz darauf gestorben ist.

GBN-Chef Claus Vollmer wollte sich zu der Problematik der Katzen in der Fichtestraße nicht weiter äußern. Er vertraut aber darauf, dass die Tierschützer eine Lösung finden werden.

Der bei der Stadt mit der Angelegenheit betraute Fachdienstleiter ist zurzeit im Urlaub. Die Tierfreunde, die sich am Mittwoch vor Ort getroffen haben, hoffen, die Zeit bis zu seiner Rückkehr so überbrücken zu können, dass nicht noch mehr Katzen sterben müssen. Und sie hoffen, dass sich die Katzengegner bis zur Klärung der aktuellen Misere noch gedulden.

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Erstellt:
20. August 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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