Jörg Meier, 1. Vorsitzender des Kreisjugendringes, Grant Hendrik Tonne, Berit Busch, Diakonin der evangelischen Jugend, Miriam Werfelmann, Kassenwartin des Kreisjugendringes, und Stefan Gilster, Leiter des Jugendhauses Nienburg (von links). Foto: Büro Tonne

Jörg Meier, 1. Vorsitzender des Kreisjugendringes, Grant Hendrik Tonne, Berit Busch, Diakonin der evangelischen Jugend, Miriam Werfelmann, Kassenwartin des Kreisjugendringes, und Stefan Gilster, Leiter des Jugendhauses Nienburg (von links). Foto: Büro Tonne

Nienburg 25.10.2020 Von Die Harke

Die Kinder wieder von der Straße holen

Minister Grant Hendrik Tonne zu einem ausführlichen Hintergrundgespräch mit Kreisjugendring Nienburg

Jüngst besuchte der heimische Landtagsabgeordnete Grant Hendrik Tonne den Kreisjugendring Nienburg. Der Kreisjugendring ist die Interessenvertretung jener Vereine und Verbände im Kreisgebiet, die sich in der verbandlichen Kinder- und Jugendbetreuung organisiert haben.

In dem Hintergrundgespräch schilderte der Kreisjugendring zunächst verschiedene Eindrücke rund um die Corona-Pandemie. So besteht laut Kreisjugendring das Risiko, dass die aktuellen Jahrgänge in der Kinder- und Jugendarbeit nachhaltig wegbrechen und sich mühsam und langfristig erarbeite Strukturen auflösen. Als Folge dessen müsste wieder viel mehr Straßensozialarbeit angeboten werden, um die Kinder und Jugendlichen „von der Straße“ in die Jugendzentren zu holen.

Der Kreisjugendring führte weiter aus, dass gerade nach der Corona-Pandemie noch einmal mehr Engagement im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit nötig sei. So werden einkommensschwächere Haushalte überproportional von den wirtschaftlichen Auswirkungen getroffen und benötigen deutlich mehr Unterstützung und Angebote wie jene Haushalte mit genügend finanziellen Mitteln. Es sei eben ein Unterschied, ob ein Kind weiter zum Ausgleich den privaten Musikunterricht besuchen kann oder einen Rückzugsort im großen Haus hat oder nicht. Einem erheblichen Anteil der Kinder stehen solche Privilegien nicht zur Verfügung.

Für alle Handelnden ist diese Krise eine neue Herausforderung, für sie gibt es keinen Masterplan. Aber Entscheidungen können immer nur mit dem vorhandenen Wissenstand getroffen werden. Was wir heute wissen, können wir erst jetzt in zukünftigen Entscheidungen mit einbinden.

Grant Hendrik Tonne

Die vom Kreisjugendring vorgebrachten Punkte nahm Tonne auf und stellte in diesem Zusammenhang klar: „Für alle Handelnden ist diese Krise eine neue Herausforderung, für sie gibt es keinen Masterplan. Aber Entscheidungen können immer nur mit dem vorhandenen Wissenstand getroffen werden. Was wir heute wissen, können wir erst jetzt in zukünftigen Entscheidungen mit einbinden.“

Tonne stimmte der vorgestellten Bewertung des Kreisjugendringes zu und sieht ebenso eine zentrale Herausforderung darin, allen Kindern und Jugendlichen Zugang zu Bildung, Freizeitangeboten und Kultur zu bieten. Es muss möglich sein, dies unabhängig vom Geldbeutel der Eltern zu gestalten.

Im Anschluss erklärte der Kreisjugendring Tonne seine hauptamtliche Struktur; und führte aus, dass es besonders sei, eine hauptamtliche Verwaltungskraft zu haben. Da diese aber auch an Projektgeldern oder Werkverträgen hängt, besteht immer die Gefahr, dass diese auslaufen und somit eine notwendige Struktur zum Erhalt der Kinder- und Jugendarbeit im Kreis mit dem Verschwinden von Fördertopfen wegbricht.

Tonne versicherte, dass er dieses Thema mit in die SPD-Landtagsfraktion nehmen wird und für Ansätze der strukturellen Förderung werben will. Darüber hinaus merkte Tonne an, dass es in Zeiten der Haushaltskonsolidierung nicht zuerst Einsparungen in der Kinder- und Jugendarbeit geben darf. „Wir sind uns unserer Verantwortung für die aktuelle und folgende Generation bewusst und wissen, dass wir durch Einsparungen Strukturen der Kinder- und Jugendarbeit nachhaltig schaden werden, die wir jedoch brauchen, um Kinder und Jugendliche zu fördern. Alles, was wir sparen würden, müssen wir in wenigen Jahren doppelt oder dreifach aufbringen, um Perspektiven zu schaffen.“

Tonne dankt dem Kreisjugendring für die sehr gute Arbeit und das Engagement. Den Austausch wolle man fortführen.

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Erstellt:
25. Oktober 2020, 13:15 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 33sec

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