Karl-Heinz Schröder (links), Anlagenverantwortlicher in Stolzenau, und Kollege Frank Thielker mit einem der ausgetauschten Kompressoren. Rechts ein neues Gebläse. Foto: Kreisverband

Karl-Heinz Schröder (links), Anlagenverantwortlicher in Stolzenau, und Kollege Frank Thielker mit einem der ausgetauschten Kompressoren. Rechts ein neues Gebläse. Foto: Kreisverband

Stolzenau/Steimbke 08.12.2021 Von Die Harke

Die Kläranlagen in Stolzenau und Steimbke bekommen neue Druckluftkompressoren

Das Ziel: den Stromverbrauch senken

Der Betrieb einer Kläranlage gilt als besonders energieintensiv. Um den Stromverbrauch zu senken, lassen der Abwasserentsorgungsbetrieb Stolzenau und der Wasserverband An der Führse die Kläranlagen in Stolzenau und Steimbke derzeit modernisieren.

Das teilt der Kreisverband für Wasserwirtschaft mit. Er betreut für seine Mitglieder sechs Kläranlagen im Kreisgebiet. Axel Brause, Abteilungsleiter Abwasserbeseitigung beim Kreisverband, kennt den Strombedarf solch einer Anlage recht gut: „Der größte Energieverbraucher innerhalb einer Kläranlage ist mit etwa 75 Prozent des benötigten Stroms die biologische Reinigungsstufe mit den Belebungsbecken.“

In den Belebungsbecken übernehmen Mikroorganismen einen wichtigen Teil der Reinigungsarbeit, indem sie Schmutzteilchen verstoffwechseln. Dazu benötigen die Mikroben allerdings Sauerstoff. Um den ins Wasser zu bekommen, ist viel Energie erforderlich. In Drakenburg und Lemke wurde bis vor einigen Monaten mit Oberflächenbelüftern Luft von oben in die Becken gerührt. Diese sowohl laute als auch ineffektive Technik der Sauerstoffanreicherung wurde inzwischen durch sogenannte Belüfterplatten ersetzt. Dabei wird die Luft genau dosiert vom Beckenboden ins Schmutzwasser abgegeben.

In Steimbke und Stolzenau gibt es zwar schon lange keine Oberflächenbelüfter mehr, allerdings seien in diesen Anlagen die Druckluftkompressoren, welche die Luft vor der Einleitung ins Becken komprimieren, nach gut zwei Jahrzehnten im Betrieb schadensanfällig geworden und ihrem Alter entsprechend auch technisch nicht mehr auf dem aktuellen Stand. In beiden Kläranlagen werden die Kompressoren darum gegen effizientere Modelle ausgetauscht.

Insbesondere in Stolzenau komme hinzu, dass die drei neuen Verdichter mit je 30 Kilowatt Leistung eher dem inzwischen gestiegenen Bedarf entsprechen als ihre 23 Kilowatt starken Vorgänger. Trotz höherer Leistung solle der Energieverbrauch aber nicht steigen, da die Geräte deutlich effizienter arbeiten und das Reinigungsergebnis gerade im Sommer eher noch verbessern würden. Der Austausch der Verdichter koste in beiden Kläranlagen zusammen rund 280.000 Euro.

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Erstellt:
8. Dezember 2021, 08:00 Uhr
Lesedauer:
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