Die Krise als Entspannung

Die Krise als Entspannung

HARKE-Chefredakteuer Holger Lachnit muss weiter vom englischen Rasen im Vorgarten träumen. Foto: Sasha - stock.adobe.com

Mit einem gewissen Neid schaue ich derzeit auf einige tiefenentspannte Menschen in meinem Umfeld. Sie befinden sich in Kurzarbeit, machen aber das Beste daraus: Der Keller ist aufgeräumt, der Rasen gemäht und sogar die Schublade mit dem Papierkram ist feinsäuberlich in Ordner sortiert.

Neulich telefonierte ich mit einem Bekannten, der sagte: „Ich weiß, dass die Lage für viele, auch für mich, eigentlich ernst ist. Aber die Kurzarbeit tut mir wirklich gut. Ich bin jetzt viel entspannter, weil ich plötzlich mehr Zeit für mich habe.“ Der Mann fügte hinzu, dass es jetzt allerdings wieder mit der vollen Arbeitszeit weitergehen könne, da die finanziellen Einbußen der Kurzarbeit allmählich spürbar wären.

Ich bin hingegen in der glücklichen Lage, nicht in Kurzarbeit arbeiten zu müssen. Die Chefredaktion der Heimatzeitung hat eine ganz normale 40-Stunden-Woche und koordiniert die Einsatzzeiten der Redakteurinnen und Redakteure, die sich im Homeoffice und in Kurzarbeit befinden.

Wenn ich dann von der Arbeit nach Hause fahre und die gepflegten Vorgärten bei uns in der Siedlung sehe, dann wünschte ich manchmal, auch ich hätte ein wenig mehr Zeit für die Dinge des Alltags. Bei uns kann nämlich von gepflegtem Grün keine Rede sein. Unser Rasen sieht irgendwie coronamäßig aus: Aus dem Moos sprießt der Löwenzahn. Wie glücklich ist man doch, wenn man nur solche Probleme hat ...

Bitte bleiben Sie gesund!