Stefan Schwiersch DH

Stefan Schwiersch DH

Die Kunst des Tunnels

Guten Tag

Wenn Sie ein Smartphone besitzen und überdies auch noch Mitglied in einer Whatsapp-Gruppe sind, dann wissen Sie, dass dort nicht ausschließlich Infos mitgeteilt werden, sondern auch reichlich dumes Zeug – drollige Bilder, ulkige Videos. Eben all das, was einem die Zeit raubt. Nun hat neulich ausgerechnet unser lieber Freund Meik ein Bild in die Gruppe der Steimbker Altherren gepostet, das zwei Beine eines Fußballers zeigt und ein dazwischen gespanntes Netz. „Da sollten sich einige mal Gedanken drüber machen“, schrieb er dazu. Für Nichtfußballer: Das Netz soll all diejenigen schützen, die allzu breitbeinig in den Zweikampf gehen und daher von ihren Kollegen mit Beinschüssen – den sogenannten „Tunneln“ – düpiert werden. Stefan

Scwiersch

Sportredaktion

Im Laufe der Jahre habe ich echte Künstler in Sachen Tunnel kennenlernen dürfen. Dazu gehört der Ur-Langendammer Andreas „Nexe“ Quade. Auch mein Altliga-Kumpel Lutz Wölk ist ein Experte. Mir selbst, das darf ich sagen, sind auch einige hübsche Exemplare geglückt. Bis heute aber im Gedächtnis geblieben ist ein Tunnel, den ich selbst kassiert habe. Es war die Höchststrafe. Denn es war mit Ansage.

„Gleich kriegste ‘nen Tunnel“, meinte Necko Bujakovic vor gut 20 Jahren im Training. „Eher friert die Hölle zu, du bosnischer Salatkopf“, lachte ich. Keine fünf Sekunden später. Necko bekommt einen Pass. Ich stehe halbrechts hinter ihm, will den Ball mit dem rechten Fuß vor der Annahme wegspitzeln. Er hält leicht den Hintern raus und tippt den Ball mit der Fußspitze – durch meine Beine. Die Szene schmerzt bis heute. Und noch mehr sein Lacher, der bis Wendenborstel hörbar war.

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Erstellt:
6. August 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 50sec

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