Die Lage bleibt ernst. Der Covid-19-Inzidenzwert liegt im Landkreis Nienburg nach wie vor über der ersten kritischen Marke von 35. Foto: Imagio

Die Lage bleibt ernst. Der Covid-19-Inzidenzwert liegt im Landkreis Nienburg nach wie vor über der ersten kritischen Marke von 35. Foto: Imagio

Nienburg 19.10.2020 Von Sabine Lüers-Grulke

Die Lage ist nach wie vor ernst

Inzidenzwert im Landkreis bleibt über der Marke von 35 / Im Umland sprunghafte Anstiege von Covid-19

Die Lage bleibt ernst. Der Inzidenzwert liegt im Landkreis Nienburg nach wie vor über der ersten kritischen Marke von 35, genauer: bei 38,7. Am Sonntag hatte er sogar bei 40,4 gelegen. Aktuell sind 80 aktive Covid-19-Fälle gemeldet, davon 47 neue Fälle in den vergangenen sieben Tagen. In Quarantäne befinden sich 603 Personen (Sonntag: 609). Insgesamt sind bisher im Landkreis Nienburg 207 Menschen an Corona erkrankt, 123 von ihnen sind bisher genesen und vier Personen verstorben.

Auch wenn am Montag nur ein neuer Fall gemeldet wurde, ist die Corona-Situation derzeit sehr angespannt. Da am Wochenende die meisten Hausärzte keine Abstriche machen würden und es auch kein Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) mehr in Nienburg gibt, würden die neuen Zahlen positiver Corona-Tests häufig nicht schon montags, sondern erst dienstags oder gar mittwochs beim Landkreis Nienburg vorliegen, sagte Montag Presseprecher Cord Steinbrecher auf HARKE-Nachfrage.

Dabei scheint sich ein Trend abzuzeichnen: Die Zahlen gehen nach oben, ohne dass es irgendwo konkrete größere Ausbrüche gibt. „Es gibt nach wie vor keinen Hotspot, und es sind auch nicht vermehrt die Urlaubsrückkehrer“, berichtete Steinbrecher. Wohl würden sich aber manche beim Partner, der in Quarantäne ist, infizieren.

Aufgrund der erhöhten Infektionszahlen hat das Gesundheitsamt Nienburg für alle Kitas im Landkreis das sogenannte „Szenario B“ des niedersächsischen „Rahmen-Hygieneplanes Corona Kinderbetreuung“ der Landesschulbehörde angeordnet. Das heißt: keine Durchmischung der Gruppen mehr, auch keine Personaldurchmischung. Singen, Sprachförderung und Bewegungsaktivitäten in geschlossenen Räumen sind untersagt, ebenso ist zum Beispiel keine Bücherei erlaubt.

Es gibt nach wie vor keinen Hotspot, und es sind auch nicht vermehrt die Urlaubsrückkehrer.

Cord Steinbrecher, Pressesprecher Landkreis Nienburg

Gruppen müssen entweder abwechselnd oder in abgegrenzten Außenspielbreichen unter sich bleiben; Kinder unterschiedlicher Gruppen sollen sich nicht auf den Fluren begegnen und dürfen auch nicht gemeinsam in Früh- oder Spätdienst betreut werden. Eltern sollen ihre Kinder auch wieder zu den Gruppenraumtüren bringen. Das Essen wird für die Kinder auf dem Teller portioniert, und es dürfen keine selbst gebackenen Kuchen beispielsweise zu Geburtstagen mitgebracht werden. Vor besondere Herausforderungen werde es die Kitas außerdem stellen, dass auch die Sanitäranlagen nur noch nach Gruppen getrennt genutzt werden dürfen, sagte Steinbrecher. Anlass dieser Maßnahme sei gewesen, dass in einer Kita zwei Kinder einer Gruppe positiv getestet wurden und deshalb die Gruppe in Quarantäne sei. In einer anderen Kreis-Nienburger Kita war eine Erzieherin positiv getestet worden.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Infektionslage ist auch das Finanzamt Nienburg ab sofort vorsorglich bis auf Weiteres für den allgemeinen Publikumsverkehr geschlossen. „Es geht darum, die dauerhafte Verfügbarkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung möglichst sicherzustellen und eine weitere Verbreitung des Virus einzudämmen. Dies dient gleichzeitig dem Schutz der Bürgerinnen und Bürger“, schreibt das Finanzamt in einer Pressemitteilung und empfiehlt, zur Übermittlung von Steuererklärungen, Anträgen, Einsprüchen und Mitteilungen an das Finanzamt das Verfahren ELSTER (www.elster.de) zu verwenden.

Die Lage in den benachbarten Landkreisen

Auch der Landkreis Diepholz hat gestern den Wert von 35 in der Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner überschritten; der aktuelle Wert beträgt 42,88. Gegenwärtig sind 83 Personen positiv getestet worden. Insgesamt verzeichnet der Landkreis mit 36 Neuinfektionen seit vergangenem Freitag 810 bestätigte Covid-19-Fälle. Aktuell befinden sich 541 Personen in Quarantäne.

Auch in der Region Hannover in den vergangenen sieben Tagen mehr als 35 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert worden, genauer: 36,5. Konkret gibt es 82 neue Corona-Fälle. Somit sind derzeit 664 Menschen in der Region infiziert.

Der Landkreis Verden meldete gestern 467 (plus 27 zum vorherigen Freitag) laborbestätigte Coronavirus-Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 44,5.

Im Heidekreis gibt es seit dem 19. Oktober sechs weitere laborbestätigte Corona-Fälle. Vier Menschen sind genesen. Akut erkrankt sind 30 Personen; die Gesamtzahl der bisher Erkrankten erhöht sich damit auf 158.

Im Kreis Minden-Lübbecke gibt es aktuell 136 aktive Fälle. Das sind 13 mehr als vor dem Wochenende. 15 Personen sind seit Ausbruch der Pandemie an Covid-19 verstorben.

34 aktuelle, positive Corona-Tests meldete der Landkreis Schaumburg am gestrigen Montag – ein Anstieg. Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz ist dafür aber gesunken und liegt aktuell bei 11,6. 212 Personen befinden sich aktuell in Quarantäne; vor dem Wochenende waren es 154.

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Erstellt:
19. Oktober 2020, 18:45 Uhr
Lesedauer:
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