Samtgemeindebürgermeisterin Bianca Wöhlke. Archiv-Foto: Hildebrandt

Samtgemeindebürgermeisterin Bianca Wöhlke. Archiv-Foto: Hildebrandt

Heemsen 29.08.2020 Von Die Harke

„Die Landesschulbehörde entscheidet“

Anmerkungen von Bianca Wöhlke zum Leserbrief der Interessengemeinschaft „Pro Grundschule“

Wie bereits berichtet, sind in der Samtgemeinde Heemsen am 4. Oktober alle wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, darüber abzustimmen, ob die vor rund einem Jahr geschlossene Grundschule Drakenburg zum kommenden Schuljahr wieder geöffnet werden soll.

Nachdem DIE HARKE am Sonntag in der Ausgabe vom 16. August Auszüge aus der Stellungnahme von Samtgemeindebürgermeisterin Bianca Wöhlke veröffentlicht hatte – komplett nachzulesen unter www.heemsen.de –, folgte am vergangenen Sonntag ein Leserbrief der Interessengemeinschaft „Pro Grundschule“ um Burkhard Benecke. Da diese Aussagen nicht unbedingt deckungsgleich waren, hat die HamS Bianca Wöhlke erneut kontaktiert.

Die Samtgemeindebürgermeisterin betont: „Ich danke Herrn Benecke dafür, dass er in seinem Leserbrief vom 23. August einige Dinge aufgegriffen hat, auf die ich bisher nicht ausreichend ausführlich eingegangen bin. Gerne nehme ich hierzu ergänzend Stellung.

Ich hatte – entgegen der Darstellung im Leserbrief – keine Prognosezahlen genannt, sondern die Anzahl der zukünftigen Schülerinnen und Schüler, die bereits heute im Flecken Drakenburg leben und in den nächsten fünf Jahren – soweit sie nicht wegziehen – gesichert eingeschult werden.

Prognosezahlen unter Berücksichtigung von Baugebieten sowie Zu- und Wegzüge haben seinerzeit aber dem Arbeitskreis Schulentwicklung vorgelegen. Dieses Zahlenmaterial wurde dem Samtgemeinderat vor der Beschlussfassung im letzten Jahr zur Verfügung gestellt. Inwieweit diese Prognosen zutreffen werden, hängt von vielen Faktoren ab und bleibt abzuwarten. Die von mir genannten Zahlen sind die aktuell belastbaren Zahlen.

Wie Herr Benecke richtigerweise erwähnt, wurden bisher keine signifikanten Steuergelder eingespart. Dies liegt einerseits daran, dass dies auch nicht primär Ziel der Schulschließung gewesen ist. Andernfalls hätte man nicht die Übernahme der öffentlichen Schülerbeförderungskosten beschließen dürfen. Andererseits liegt es aber auch daran, dass das Gebäude derzeit „auf Halde“ liegt.

Den derzeitigen Nutzerinnen und Nutzern – wie zum Beispiel dem Heimatverein Drakenburg, der Kinderfeuerwehr Drakenburg, der Kleiderkammer und dem Jugendtreff – wurde das Gebäude unter dem Vorbehalt der Nachnutzungsentscheidung zur Verfügung gestellt. Eine zur Verfügungstellung erfolgte durch den Samtgemeindeausschuss deshalb zunächst einmal nur bis zur Entscheidung über die Nachnutzung.

Diese Entscheidung ist bisher nicht getroffen worden, da erst das Klageverfahren und nunmehr auch das Ergebnis des Bürgerentscheids abgewartet werden muss. Es ist aber allemal besser das Gebäude mit vorübergehenden Nutzungen zu belegen als es komplett leer stehen zu lassen.

Bei einem nicht erfolgreichen Bürgerentscheid sind grundsätzlich mehrere Nachnutzungsoptionen denkbar. Das Gebäude könnte zum Beispiel vermietet oder verkauft werden. Damit könnte sich die Ertragssituation der Samtgemeinde gegebenenfalls verbessern.

Das Gebäude könnte aber auch dem Flecken Drakenburg für gemeindliche Zwecke übertragen werden. Welche Umbaumaßnahmen dann erforderlich wären, hängt von der jeweiligen Art der angedachten Nutzung ab. Auch, ob hierfür Fördermittel eingeworben werden können.

Sollte der Bürgerentscheid erfolgreich sein und die Grundschule Drakenburg wieder eingerichtet werden, dann müssen die Toiletten saniert werden. Es ist hierbei aber nicht allein mit dem Austausch von Sanitärkeramiken getan. Vielmehr muss hier eine Komplettsanierung mit Erneuerung der Boden- und Wandfliesen, der WC-Trennwände, die Verlegung der Trinkwasserleitungen und die Erneuerung der Abwasserleitungen in der Sohle des WCs erfolgen.

Das betrifft auch die Grundleitungen, die an die Schmutzwasserleitung, die außen vor dem Gebäude liegt, neu angeschlossen werden müssen. Diese Leitungen sollten quer über den Flur – nicht wie bisher durch die Aula – nach draußen führen. Eine derartige Sanierung wird sich im sechsstelligen Investitionsbereich befinden.

Inwieweit diese Komplettsanierung nebst Übernahme einer Gewährleistung durch die Handwerker der Interessengemeinschaft übernommen werden kann, bleibt abzuwarten. Gegenüber der Samtgemeindeverwaltung wurde seitens der Interessengemeinschaft bisher mitgeteilt, dass es sich bei den „Sachspenden“ um die Bereitstellung und den Einbau der Sanitärkeramiken handelt und nicht um die baulichen Maßnahmen, die darüber hinaus gehen.

Hinweisen möchte ich abschließend darauf, dass für die Einstellung von Lehrkräften weder die Samtgemeinde noch die Interessengemeinschaft zuständig sind, sondern die Landesschulbehörde. Die Möglichkeit der Versetzung von interessierten Lehrkräften kann deshalb auch nur seitens der Landesschulbehörde zuverlässig geprüft und umgesetzt werden.“

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Erstellt:
29. August 2020, 16:45 Uhr
Lesedauer:
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