Nienburgs LUG ist am Sonnabend vor Pfingsten zum letzten Mal geöffnet.

Nienburgs LUG ist am Sonnabend vor Pfingsten zum letzten Mal geöffnet.

25.05.2014

„Die Luft ist raus“

Nienburgs LUG Lounge ist am Sonnabend vor Pfingsten zum letzten Mal geöffnet

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Nienburgs LUG Lounge öffnet am Sonnabend vor Pfingsten zum letzten Mal ihre Türen. Im Januar 2010 im Keller des Puls-Gebäudes an der Langen Straße eröffnet, kommt jetzt das Aus. „Die Luft ist einfach raus“, so Heiko Rehberg, neben Dominik Cyrkel Betreiber und in den letzten beiden Jahren auch Geschäftsführer der LUG. „Mir hat die Arbeit in der LUG immer viel Spaß gemacht, wir waren mit Herzblut dabei“, betont Rehberg im Gespräch mit der Harke am Sonntag. „Doch seit der Jahreswende ist die Luft raus. Das Publikum wurde immer jünger, ich fühlte mich in meinem eigenen Laden zunehmend unwohl“, fährt der 44-Jährige fort.

Sonnabends und bei den Ü 40-Partys seien zwar auch noch die Älteren gekommen, an der Überlegung, das Kapitel LUG auf kurz oder lang zu beenden, konnte das jedoch nichts mehr ändern. Den endgültigen Ausschlag gab dann der Vorfall, der im Winter bei Facebook für Schlagzeilen sorgte. Einer der Türsteher hatte offenbar einen Gast geschlagen. „Ich habe mich mehrfach entschuldigt, dem Türsteher wurde fristlos gekündigt, dennoch musste ich mich über Wochen hinweg aufs Übelste beschimpfen lassen“, so Heiko Rehberg. „Das hat mich sehr getroffen“, fährt er fort.

Nachdem er seinen Geschäftspartner Dominik Cyrkel von der Entscheidung, die LUG zu schließen, in Kenntnis gesetzt hatte, machte sich bei dem Bauingenieur zunächst Erleichterung breit. Diese schlägt allerdings allmählich in Wehmut um.

Entstanden ist die Idee zur LUG aus einer Bierlaune. „Dominik und ich saßen an einem Freitag zusammen und überlegten, wo der Nienburger eigentlich nachts um halb eins noch einen Bacardi trinken könne, ohne dafür nach Bremen oder Hannover fahren zu müssen“, erinnert sich Heiko Rehberg noch gut.

Bereits am Montag darauf wurde ein Makler mit der Suche nach einem geeigneten Objekt beauftragt.

„Als er uns die ehemalige Spielhalle im Untergeschoss des Puls-Gebäudes präsentierte, war klar: hier oder nirgends“, so der Unternehmer.

Der Umbau hat etwa ein dreiviertel Jahr gekostet. Vieles wurde in Eigenleistung erledigt, doch auch heimische Firmen waren vor Ort. Investiert wurden insgesamt rund 350 000 Euro.

Heiko Rehberg würde sich freuen, wenn sich ein neuer Interessent fände für seine LUG. Allerdings möchte er andererseits nicht ausschließen, dass es zum Herbst doch weitergeht. Dann aber in jedem Fall mit einem neuen Konzept. Und unter neuem Namen. Der Name LUG werde in jedem Fall beerdigt.

Zum Artikel

Erstellt:
25. Mai 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 15sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.