02.03.2014

Die Männer waren nur einmal dabei...

Ehemalige Mitarbeiterinnen von Gummi Henniges treffen sich seit 30 Jahren immer donnerstags

Von Edda Hagebölling

Rehburg. Sie kennen den Landkreis Nienburg wie kaum ein anderer, mögen Schnittkäse mit Rübensaft und haben sich immer viel zu erzählen. Seit über 30 Jahren treffen sich mittlerweile noch elf ehemalige Mitarbeiterinnen von Gummi Henniges immer donnerstags um halb 3, um gemeinsam etwas zu unternehmen. Das Küken in der Runde ist Heidrun Dettmer (57), mit 88 Jahren die Älteste ist Liesbeth Grieger. Im guten Mittelfeld liegt Inge Meyer. Sie feiert heute ihren 80. Geburtstag. Die Harke am Sonntag sprach mit dem lustigen Kränzchen aus Rehburg im Café „La Vita“ in Loccum. „Als wir noch jünger waren, trafen wir uns immer bei mir vor der Haustür, um mit dem Fahrrad irgendwohinzufahren“, berichtet Heidrun Dettmer. Eingefallen ist ihnen immer etwas. Ob Steinhuder Meer, Bad Rehburg, Brokeloh, Eilvese, Wiedensahl, Estorf, Winzlar oder Liebenau – die Rehburger innen hatten immer ein festes Ziel vor Augen.

Und weil sie anfangs auch immer fünf Mark einsammelten, konnten sie sich hin und wieder auch eine Busfahrt leisten. Die Männer waren nur einmal dabei: Als sich die Rehburgerinnen gleich nach der Grenzöffnung auf den Weg nach Rügen machten. „Aber weil es damals so wenig zu essen gab, wollten sie nie wieder mit“, so Heidrun Dettmer schmunzelnd.

Das 25-Jährige haben die Frauen mit einem gemeinsamen Essen gefeiert. Seit 2003 sind auch zwei „Anhängsel“ dabei. Zwei Frauen, die nicht bei Henniges gearbeitet haben.

Seit einigen Jahren treffen sich die ehemaligen Kolleginnen jedoch nicht mehr bei Heidrun Dettmer vor der Haustür, sondern auf dem Marktplatz in Rehburg. Und auch nicht mehr mit dem Fahrrad, sondern mit dem Auto. „Weil wir nicht jünger werden“, so Liesbeth Grieger. Dem Spaß an den Treffen tut das selbstverständlich keinen Abbruch.

Ihrer ehemaligen Kollegin Inge Meyer heute zu ihrem 80. Geburtstag einen Besuch abzustatten, versteht sich für die Henniges-Frauen von selbst. Auch freuen sie sich schon auf die Tagesfahrt nach Hamburg am 18. März mit Stintessen in Hope.

Dass dabei auch wieder über die Arbeit gesprochen wird, möchten sie nicht ausschließen. Bis zu 37 Jahre haben sie bei Gummi Henniges gearbeitet. Im Schichtbetrieb in Halle 24. Entweder von 6 bis 14.30 Uhr oder von 14.30 bis 23 Uhr. Im Akkord mussten Gummidichtungen kontrolliert werden. Für die Türen von Miele-Waschmaschinen oder für die Fenster von BMW oder Audi. „Manchmal sahen wir aus wie die Schornsteinfeger“, erinnert sich auch Ilse Stöxen. „Besonderen Respekt hatte ich, wenn es galt, die Faltenbälge von Beatmungsgeräten auf ihre Dichtigkeit zu überprüfen. Zum Glück kamen die anschließend aber auch noch auf den Prüfstand“, so Heidrun Dettmar. Wegen einer Kontaktallergie ist auch die 57-Jährige nicht mehr für Henniges tätig. Im Gegensatz zu ihrem Mann. Und zu dem Enkel von Liesbeth Grieger.

Zu der Seniorenweihnachtsfeier geht das Henniges-Kränzchen nach wie vor gerne. Auch wenn Gummi Henniges längst nicht mehr Gummi Henniges heißt.

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Erstellt:
2. März 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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