Rehburg 20.12.2019 Von Die Harke

Die Milchmenge ist gestiegen

Milchwirtschaftlicher Kontrollverband Mittelweser blickte zurück / Mitglieder bei EDV unterstützen

„Es ist schwierig bei den Preisen und der Politik noch motiviert zu bleiben“, sagte Jürgen Clausen bei der 45. Mitgliederversammlung des Milchwirtschaftlichen Kontrollverbandes Mittelweser (MKV) in Rehburg.

Clausen wurde im Februar 2019 zum Vorsitzenden des Verbandes gewählt, nachdem Eberhard Mysegades nach 22 Jahren im Amt ausgeschieden war. Geschäftsführer Friedhelm Härtel hob hervor, dass die Mitglieder trotz der wiederholt schwierigen Futtersituation ihre Herden gut im Griff hätten.

Gute Milchleistung sei nur bei optimaler, tiergerechter Haltung und ausgewogener Fütterung zu erreichen. „Gesundheit und Robustheit der Kühe stehen bei unseren engagierten Landwirten im Vordergrund. Dies wurde im letzten Jahr über die durchweg besseren Zellgehalte als Maßstab für die Eutergesundheit sichtbar“, erklärte Härtel.

Im abgelaufenen Jahr sei die Zahl der Mitgliedsbetriebe um 5,2 Prozent auf 654 Betriebe gesunken. Die Kuhzahl habe sich um ein Prozent verringert, so Härtel in seinem Jahresbericht.

Gegenüber 2018 sei die durchschnittliche Milchmenge von 9.767 Kilogramm pro Jahr auf 9905 Kilogramm gestiegen. 17 Prozent der Betriebe hätten Melkroboter im Einsatz, berichtete der Geschäftsführer. Fünf Betrieben konnte er zu sehr alten Kühen mit über 150.000 Litern Lebensleistung gratulieren.

„Er verwies auf den Umbau im Führungsteam, die Eingliederung des Kontrollverbandes Wagenfeld, erfolgreiche Tarifverhandlungen, die Umstellung der Datenbank mit der Möglichkeit des Rechnungsversandes per E-Mail und der Einrichtung eines Cloudsystems für die EDV. „Künftig wollen wir unseren Mitgliedern mehr Unterstützung im Bereich Computer und Smartphones anbieten“, sagte er.

Im Anschluss standen Wahlen im Vorstand an, bei denen Stephan Ganswindt, Stefan Heldberg, Cord Schlake, Albert Vogt und Karl-Heinz Zurmühlen einstimmig wiedergewählt wurden. Eberhard Mysegades wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Härtel verwies darauf, dass die Mitgliedsbeiträge im 20. Jahr in Folge stabil blieben.

Dr. Christiane Mamarvar vom Veterinäramt des Landkreises Nienburg gab einen kurzen Überblick über die aktuelle Arbeit in der Behörde. „Seit Juni 2017 haben wir keinen BVD-Fall (Bovine Virusdiarrhoe) mehr im Landkreis gehabt.“ Niedersachsenweit seien 73 Tiere in 21 Betrieben positiv getestet worden. BVD-Impfungen erfolgen künftig nur noch über den Hoftierarzt, nicht mehr über das Veterinäramt, so die Tierärztin.

Den Landwirten gab sie mit auf den Weg, stets auf gute Hygiene in der Milchkammer zu achten. „Wenn der Insektenschutz fehlt, Tankdeckeldichtungen porös sind oder die Tankreinigung nicht optimal funktioniert, kann es zu Kürzungen der Betriebsprämien kommen“, sagte Dr. Mamarvar.

Den Gastvortrag hielt Heinrich Daseking, Leiter des Referats Tierische Erzeugung beim niedersächsischen Landwirtschaftsministerium. Die Gesellschaft habe steigende Anforderungen an Tierwohl und Umwelt, sodass sich Tierhaltung nur mit gesellschaftlicher Akzeptanz erweitern könne, sagte er.

Es sei völlig klar, dass die Ausweisung der nitratsensiblen Gebiete die Landwirte vor enorme Herausforderungen stelle. Das Ministerium stelle aber Fördermaßnahmen, etwa für den Bau von Wirtschaftsdüngerlagern, zur Verfügung.“

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Erstellt:
20. Dezember 2019, 17:38 Uhr
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