08.12.2013

Die Quetschgefahr minimieren

Aalschonendes Betriebsmanagement: Fischer besuchten Statkraft in Dörverden

Nienburg/Hoya. Vorstandsmitglieder des Fischereivereins Grafschaft Hoya und Vertreter der Fischereigenossenschaft Nienburg, Fischereibezirk Weser III, besuchten das Laufwasserkraftwerk Dörverden, das durch das weltweit operierende norwegische Unternehmen Statkraft betrieben wird. Absicht und Zielsetzung des Besuches waren, sich vor Ort über das Aalschonende Betriebsmanagement von Statkraft informieren zu lassen. Maik Thalmann, seit fünf Jahren Power Plant Manager bei Statkraft, erklärte, dass seinem Unternehmen darum gehe, Aale, die aus der Weser zum Ablaichen über den Atlantik in die Sargasso-See abwandern, vor Schädigungen durch Wasserkraftwerke entlang des Flusses zu schützen.

Die Aalabwanderungswellen bezeichnete Thalmann als ein biologisches Massenphänomen, weil sie in zeitlichen Schüben vorrangig in den Monaten von September bis Januar stattfinden. Deshalb ermögliche diese sichere Vorhersage auch wirksame Gegenmaßnahmen. Mit einer Kombination aus Alarmsystem und automatischer Veränderung der Öffnungswinkel der in den Weserkraftwerken betriebenen Kaplanturbinen wird Thalmanns Angaben zufolge die Quetschgefahr am Laufradmantel minimiert. Entsprechend sinke auch die Mortalität mit steigendem Öffnungswinkel. Dazu sei in Petershagen und Langwedel ein Migromat im Einsatz, in denen unter konditionierten Bedingungen im Freiland gefangene Aale gehältert und ständig beobachtet werden. Sie messen jede Veränderung des Wanderungsverhaltens der Aale und können ein in den nächsten Stunden bevorstehendes Abwanderereignis mit guter Zuverlässigkeit signalisieren.Migrationsalarme lösten dann die automatische Veränderung der Öffnungswinkel der Turbinen aus.

Thalmann schränkte aber ein, dass der Migromat zwar eine Möglichkeit ist, um das Problem der Aalabwanderung zu beherrschen, die Technologie aber heute noch nicht ausgereift sei, um den Fischabstieg befriedigend lösen zu können.

„Fließwasserkraft, Schifffahrt, Fischer und Angler“, so Thalmann, „sollten ihre Beobachtungen und Erfahrungen zur weiteren Minimierung des Problems mit einbringen.“

Statkraft wird eigenen Angaben zufolge in Dörverden eine Maschine mit einem „No Gap Runner“ erneuern, was bedeutet, dass dort keine Quetschkanten vorhanden sind. DH

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Erstellt:
8. Dezember 2013, 00:00 Uhr
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