Unterstrichen bei ihrem Besuch im HARKE-Verlagsgebäude noch einmal die Forderungen des Bündnisses für soziale Gerechtigkeit: Marion Schaper und Clemens Becker (links) vom Diakonischen Werk sowie Werner Behrens vom DGB (Mitte). Foto: Hagebölling

Unterstrichen bei ihrem Besuch im HARKE-Verlagsgebäude noch einmal die Forderungen des Bündnisses für soziale Gerechtigkeit: Marion Schaper und Clemens Becker (links) vom Diakonischen Werk sowie Werner Behrens vom DGB (Mitte). Foto: Hagebölling

Landkreis 13.06.2020 Von Edda Hagebölling

„Die Schwächeren zusätzlich stärken“

Bündnis für soziale Gerechtigkeit fordert regionalen Rettungsschirm für von Corona-Krise Betroffene

Weil die Corona-Krise die Situation für die Menschen im Landkreis Nienburg, die ohnehin schon in prekären Lebensverhältnissen leben, in vielen Fällen noch weiter verschärft hat, fordert das Bündnis für soziale Gerechtigkeit – ein Zusammenschluss von aktuell elf zivilgesellschaftlichen Organisationen aus Stadt und Kreis – einen ergänzenden kommunalen Rettungsschirm. „Die Schwächeren müssen zusätzlich gestärkt werden“, so die gemeinsame Forderung. Ein entsprechendes Schreiben wurde sowohl an Landrat Detlef Kohlmeier als auch an die Parteien CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke versand.

Ein wesentlicher Themenbereich rankt sich um die Kinder, bei denen das Homeschooling aus finanziellen Gründen allenfalls per Smartphone stattfinden kann. „Viele Bezieher von Transferleistungen verfügen eher selten über einen PC mit Internetzugang und noch seltener über einen Drucker. Somit können die Kinder mit den Aufgaben, die ihnen per E-Mail gesendet wurden, gar nichts anfangen“, weiß Marion Schaper, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Nienburg, aus ihrer täglichen Arbeit.

Weiterhin betont Schaper. „Das Corona-Paket der Bundesregierung hat ja vor allem die Wirtschaft im Blick und diejenigen, die aus unserer Sicht gar nicht so stark unter den Folgen der Krise leiden. Was deutlich fehlt, ist ein Hilfsprogramm für diejenigen, die Transferleistungen beziehen, Minijobs verloren haben und durch das Homeschooling noch weiter abgehängt werden. Hilfen für Kinder werden nach dem Gießkannenprinzip ausgeschüttet, bedarfs- und einkommensunabhängig, und die niedrigere Mehrwertsteuer wird sich in dem Personenkreis, den wir meinen, auch nicht wirklich niederschlagen.“

Clemens Becker, Sozialberater bei der Diakonie in Nienburg und in Stolzenau, verweist auf die Forderung: „Alle aktuell bestehenden Sanktionen, Rückforderungen, Sanktionen oder Kautionen sind bis auf Weiteres auszusetzen, um die finanzielle Lage der Leistungsberechtigten zu entspannen.“

Aus dem Arbeitskreis „Stoppt Energiesperren“ kommt der dringende Appell: „Der Landkreis Nienburg soll sich bei den Energieversorgern dafür einsetzen, dass Energiesperren bis auf Weiteres ausgesetzt werden.“

Und Werner Behrens als Vertreter des DGB ermutigt – wie auch Marion Schaper und Clemens Becker – die Betroffenen: „Schämen Sie sich nicht, die vielfältigen Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen. Holen Sie sich Hilfe, wenn Sie wegen Corona in Not geraten sind.

Das Bündnis für soziale Gerechtigkeit ist ein Zusammenschluss innerhalb von Das NetzWerk Landkreis Nienburg und setzt sich für mehr soziale Gerechtigkeit im Landkreis ein.

Ihm gehören derzeit folgende zivilgesellschaftlichen Organisationen an:

  • Deutscher Gewerkschaftsbund Nienburg
  • Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft Nienburg
  • IG Metall
  • IG Agrar-Bauen-Umwelt
  • Diakonisches Werk Kirchenkreis Nienburg
  • Arbeitskreis „Stoppt Energiesperren“ Nienburg
  • Bürgerinitiative Bedingungsloses Grundeinkommen Nienburg
  • EUTB Nienburg
  • Herberge zur Heimat
  • Sozialverband Deutschland Kreisverband Nienburg
  • Begegnungscafés und Flüchtlingsinitiativen

Weitere Infos unter www.netzwerk-nienburg.de

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Erstellt:
13. Juni 2020, 19:20 Uhr
Lesedauer:
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