Sabine Seemann (links) und Doris Märtens haben schon Sorge, sich unbemerkt mit dem Coronavirus zu infizieren und dadurch die Klienten zu gefährden. Foto: Diakonie

Sabine Seemann (links) und Doris Märtens haben schon Sorge, sich unbemerkt mit dem Coronavirus zu infizieren und dadurch die Klienten zu gefährden. Foto: Diakonie

Nienburg 23.11.2020 Von Die Harke

Die Sorge fährt immer mit

Ambulante Pflege ist für die Mitarbeiter der Diakonie in der Pandemie nicht einfacher geworden

Gerade im Bereich der ambulanten Pflege werden täglich Menschen versorgt, die in der Corona-Pandemie als Risikopatienten gelten.

Pflegekräfte kommen ihnen nahe, versorgen ihre Wunden, geben ihnen Spritzen, reichen ihnen Essen an oder waschen sie. Während der Pandemie können die Pflegekräfte der Diakonie nicht wirklich auf Abstand gehen. Morgens, wenn sie in ihren kleinen Autos starten, fährt die Sorge um ihre Klienten immer mit. Trotz Corona sind alle Pflegekräfte nach Angaben der Diakonie sehr motiviert – auch wenn ihre Arbeit nicht einfacher geworden sei.

Die Diakonie-Sozialstation versorgt täglich im Bereich von Nienburg circa 300 Klienten mit einem Team von 50 Pflegekräften. Eine von ihnen ist Sabine Seemann, gelernte Krankenschwester. „Viele Senioren werden von uns über Jahre in ihrer Häuslichkeit gepflegt, natürlich wachsen sie einem dadurch ans Herz und man hat schon Sorge, sich unbemerkt mit dem Coronavirus zu infizieren und dadurch die Klienten zu gefährden. Aus diesem Grunde ist es in dieser Zeit ganz besonders wichtig, sich an alle Hygieneregeln zu halten und die ganze Zeit eine Maske zu tragen. Das ist nicht immer einfach. Jemanden zu duschen oder zu baden, ist körperlich schon anstrengend, aber mit Maske noch mehr. Aber die Sicherheit für die Klienten geht vor“, sagt Seemann.

Auch Doris Märtens, examinierte Fachkraft, betont: c Mit viel Geduld, Einfühlungsvermögen und Zeit konnten wir bei allen Vertrauen gewinnen, sodass alle gut und nach unserem Hygienekonzept versorgt werden können.“

Gerade demenziell erkrankte Klienten oder die mit eingeschränktem Hörvermögen konnten es schwer verstehen, dass die Pflegekräfte Masken tragen.

Doris Märtens

Private Kontakte haben alle Mitarbeiter seit März auf ein Minimum reduziert, erklärt Geschäftsführerin Brigitte Geese. Auch in der Diakoniestation habe man vieles umstrukturiert, um die Gefahr zu reduzieren. Fortbildungen und Dienstbesprechungen finden in gewohnter Form nicht mehr statt, denn das würden die Räumlichkeiten gar nicht hergeben. Gerade in dieser schweren Zeit der Pflege sei aber der regelmäßige Austausch für das Wohlbefinden aller wichtig.

Während der ersten Welle sei bei einigen die Sorge der Ansteckung schon größer gewesen und sie hätten die Pflege abgesagt. Mittlerweile seien aber fast alle wieder dabei. Einige trauten sich auch nicht, einkaufen zu gehen. „Hier sind wir dann behilflich“, sagt Geese: „Respekt verdienen auch die Bewohner unserer beiden Seniorenwohngemeinschaften im ,La Vie‘.

Gerade eingezogen, mussten sie auf die Kontakte außerhalb ihrer Wohngemeinschaft verzichten. Wenn sie auch alle selbstbestimmt dort leben, haben sie sich an unsere Empfehlungen gehalten und die persönlichen Kontakte zu ihren Familien stark eingeschränkt, um sich und alle Mitbewohner zu schützen.“

Als im Frühjahr auch alle Tagespflegeeinrichtungen schließen mussten, war die Gefahr der Isolation schon sehr groß. „Wir sind froh, dass wir in unserer Tagespflege im ,La Vie‘ mit eingeschränktem Betrieb wieder Betreuung anbieten können, alle Besucher freuen sich immer sehr darauf“, sagt Geese.

An die geforderten Hygienemaßnahmen und den Mundschutz hätten sich mittlerweile alle gewöhnt, viele Klienten trügen sogar zum Schutz der Diakonie-Mitarbeiter einen Mund-Nasen-Schutz. „Momentan sind wir gut mit Schutzausrüstung ausgestattet, doch denken wir noch mit Schrecken an das Frühjahr, als es kaum Masken und Schutzausrüstung gab.

Eine engagierte Kollegin hat über Nacht für alle Mitarbeiter Masken genäht, die wir eine ganze Zeit genutzt haben“, erinnert sich Geese: „Wir sind froh, dass wir zu jeder Zeit alle Dienste abdecken konnten, wenn dies auch nicht immer einfach für die Pflegedienstleiterin Marion Winkelmann ist.

In der Zeit der Pandemie, muss man täglich mit Personalausfällen rechnen, ein Mitarbeiter mit den kleinsten Anzeichen einer Erkältung darf nicht zur Arbeit erscheinen, da muss schnell umorganisiert werden, denn die Menschen sind auf die tägliche Hilfe angewiesen. Wir hoffen, dass wir alle gesund durch die Pandemie kommen und all unsere Pflegebedürftigen täglich versorgen können.“

Zum Artikel

Erstellt:
23. November 2020, 18:15 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 57sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.