30.12.2012

„Die Sparkassen stärken“

Designierter Finanzminister sprach mit rot-grünen Verwaltungsräten

Nienburg (DH). Im Zuge des Besuches von Peter-Jürgen Schneider, designierter Finanzminister in einem Kabinett Weil, im Landkreis Nienburg fand ein gemeinsames Gespräch zwischen Schneider, dem heimischen Landtagsabgeordneten Grant Hendrik Tonne sowie der Landtagskandidatin Birgit Menzel und den rot-grünen Verwaltungsräten in der Sparkasse Nienburg statt. Gegenstand des Gespräches war die zukünftige Entwicklung der Sparkassen im ländlichen Raum.

Einleitend stellte Peter-Jürgen Schneider fest, dass aus seiner Sicht die Gleichstellung der Sparkassen mit anderen Großbanken in Europa ein Fehler sei. Die Strukturen der Banken in Europa seien gänzlich andere, als wir sie hier in Niedersachsen vor Ort mit unseren Sparkassen (und im Übrigen auch mit den Volksbanken) haben würden. Er halte es für schlicht nicht denkbar, dass die Bankenaufsicht in Zukunft zentral von der Europäischen Zentralbank (EZB) wahrgenommen werden könne, schließlich könne man nicht 6 000 Banken überwachen. Er begrüße daher das jetzt angedachte gestufte Modell, wonach sich keine Änderungen für die Sparkassen ergeben würden, wohl aber eine europäische Regelung für Großbanken vollzogen werden könne.

Schneider unterstützt den Kanzlerkandidaten der SPD, Peer Steinbrück, in seinem Vorhaben, sich für ein Trennbankensystem einzusetzen. Hiernach dürfen die Risiken des Investmentbankings nicht auf andere Bereiche der Bank abgewälzt werden. Nur so könne man die Haftung der Steuerzahler verhindern. „Ich halte die Abtrennung des Bereichs Investmentbanking auch deshalb für nötig, um eine Wirtschaftskrise wie wir sie vor einigen Jahren erlebt haben, zukünftig zu verhindern“, so Schneider.

Grant Hendrik Tonne nutzte im Gespräch die Gelegenheit, für ein möglichst flächendeckendes System der Sparkassen und Volksbanken vor Ort zu werben. „Für unseren ländlichen Raum ist es von immenser Bedeutung, dass Sparkassen und Volksbanken direkt vor Ort für die Bürgerinnen und Bürger erreichbar sind“, so Tonne. Gleichzeitig müsse man allerdings auch akzeptieren, dass es in letzten Jahren zu einem erheblichen gesellschaftlichen Wandel gekommen sei und die Nutzung sogenannter Onlineangebote deutlich zugenommen habe, was einhergeht mit einem Rückgang der Besucherzahlen in den Filialen.

Schneider warb für einen zukünftigen Kurs für den ländlichen Raum, der sich im Spannungsfeld einer rein wirtschaftlichen Betrachtung und Sozialromantik auf der anderen Seite als extreme bewegen müssen. Man benötige einen guten Mittelweg, um eine Präsenz in der Fläche auch in Zukunft sicherstellen zu können.

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Erstellt:
30. Dezember 2012, 00:00 Uhr
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