Atomkraftgegner Heino Brinkmann und Uwe Schmädeke, Mitbegründer des Anti-Atom-Kreises Nienburg, entrollten im November 2019 ein Transparent vorm Gedenkstein.  Archiv-Foto: Hagebölling

Atomkraftgegner Heino Brinkmann und Uwe Schmädeke, Mitbegründer des Anti-Atom-Kreises Nienburg, entrollten im November 2019 ein Transparent vorm Gedenkstein. Archiv-Foto: Hagebölling

Landkreis 01.05.2021 Von Die Harke

Die Suche nach einem Endlager begleiten

Anti-Atom-Kreis weist auf Online-Veranstaltungen hin

Seit 2017 läuft die Suche nach einem Atommüll-Lager für hochradioaktive Abfälle in Deutschland. Ein Endlager gibt es weltweit noch nicht. In Deutschland sollen 1.900 Behälter mit hochradioaktivem Müll, der sich momentan in Zwischenlagern befindet, sicher für eine Millionen Jahre verwahrt werden. Da auch eine Fläche im Landkreis Nienburg nicht ausgeschlossen werden kann, macht der Anti-Atom-Kreis mobil.

Dessen Sprecher Uwe Schmädeke schreibt dazu: „Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) wurde mit der Suche beauftragt. 2020 wurden dann 54 Prozent des Bundesgebietes im sogenannten Zwischenbericht Teilgebiete ‚als grundsätzlich geeigneter‘ Suchraum festgelegt. (Phase 1) Gleichzeitig ist Gorleben aus dem Suchprozess ausgeschieden.“ Die BGE ermittelte 90 Teilgebiete. Sie lassen demnach eine günstige geologische Gesamtsituation für die Lagerung hochradioaktiver Abfälle erwarten.

Schmädeke weiter: „Im Februar 2021 gab es die erste Fachkonferenz Teilgebiete. Sie fand als Online-Format statt. Bürger und Vertreter aus Wissenschaft und Kommunen konnten mit Vertretern der BGE diskutieren.“

Ein zweiter Beratungstermin ist für den 10. bis 12. Juni, ein Dritter für den 5. bis 8. August dieses Jahres geplant. Zum geplanten Vorgehen erläutert Schmädeke: „Innerhalb eines Monats nach dem letzten Beratungstermin übermittelt die Fachkonferenz Teilgebiete ihre Beratungsergebnisse an die BGE. Diese kann, muss aber nicht, die Ergebnisse bei der Erarbeitung ihres Vorschlags für die dann übertägig zu erkundenden Standortregionen berücksichtigen. In Phase 2 werden einzelne Standorte weiter untertägig erkundet, bevor in Phase 3 spätestens 2031 ein Standortvorschlag angestrebt wird.“ Bis dahin werden also noch mindestens zehn Jahre vergehen.

Jetzt schon etwas unternehmen

Und doch, meinen die Vertreter des Anti-Atom-Kreises, sollte schon jetzt etwas unternommen werden; besonders weil Nienburg auch Teilgebiet ist und als Endlager in Frage kommt.

„Schon 1976 galten Aschendorf-Hümmling, Unterlüß-Lutterloh und Lichtenmoor als mögliche Standorte für ein Endlager. Das ist lange her, aber der Ton, neben Salz- und Kristallin Gestein in anderen Gebieten, ist hier in unserer Region geblieben und als Wirtsgestein für die erneute Suche nach einem Endlager geeignet“, betont Schmädeke.

Online-Veranstaltungen im Mai

Beteiligung, so meint er, sei in jedem Fall wichtig. Und da ein erster Schritt zur Beteiligung Information sei, stehen in der kommenden Woche zwei Formate zur Verfügung: Ein Informationsabend am Montag, 3. Mai, beginnend um 18.30 Uhr, wendet sich an die Menschen in den betroffenen Regionen in Niedersachsen und Bremen. Er beleuchtet den Suchprozess kritisch und macht dabei deutlich, was hinter der vom Gesetzgeber versprochenen Partizipation steckt. Im Anschluss an den Vortrag bietet sich Gelegenheit für Fragen und Diskussion. Referent ist Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation Ausgestrahlt. Er befasst sich seit über 35 Jahren mit dem Atommüll-Thema.

Die Online-Veranstaltung am Dienstag, 4. Mai, mit Beginn um 18.30 Uhr ist Teil einer Veranstaltungsreihe der Regionalkonferenz Grohnde. Das Thema lautet „Der Endlagersuchprozess – Wie gut ist die Suche nach dem sichersten Ort Deutschlands?“ Dabei geht es unter anderem um folgende Fragen: Wie läuft der Suchprozess ab? Welche Kriterien liegen ihm zu Grunde? Wie wirksam ist die Öffentlichkeitsbeteiligung? Und warum sprechen die Verantwortlichen von einem Neustart?

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Erstellt:
1. Mai 2021, 17:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 33sec

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