Schutz vor Kriminalität im Alltag: Polizeihauptkommissar Henri Slaar während seines Vortrags beim Heimatverein Liebenau in „Witten Hus“. Sommerfeld

Schutz vor Kriminalität im Alltag: Polizeihauptkommissar Henri Slaar während seines Vortrags beim Heimatverein Liebenau in „Witten Hus“. Sommerfeld

Liebenau 12.05.2019 Von Gero Sommerfeld

Die Tricks der Diebe und Betrüger

Heimatverein Liebenau hatte die Polizei zu Gast / Aufklärung über kriminelle Delikte

Reißerische Berichte in den Medien über Gewaltverbrechen lassen oft den Eindruck entstehen, dass man sich heutzutage nicht mehr ohne Gefahr auf die Straße wagen könne. „Tatsächlich handelt es sich meistens um spektakuläre Einzelfälle, bei denen Täter und Opfer hauptsächlich junge Menschen sind,“ bestätigte Henri Slaar polizeiliche Ermittlungen. Der Heimatverein hatte den Polizeihauptkommissar zu einem Vortrag ins „Witten Hus“ eingeladen, wo er vor einem vornehmlich älteren Publikum als Ratgeber über Tricks von Dieben und Betrügern referierte und praktische Tipps und hilfreiche Hinweise zur Abwehr gab. Denn je besser man über die Vorgehensweise der Kriminellen Bescheid wisse, desto besser könne man reagieren und damit mehr für die eigene Sicherheit tun. Dabei blieb kaum eine Frage unbeantwortet. Obwohl ältere Menschen aufgrund ihrer Lebenserfahrung oft besonders vorsichtig und sicherheitsbewusst weniger gefährdet seien, gebe es dennoch Situationen, in denen gerade Senioren Risiken ausgesetzt seien. Anhand von Beispielen und polizeilichen Ermittlungen ging der Referent auf einige dieser Risiken ein.

Viele Fragen gab es während des Vortrags insbesondere zu dem noch immer aktuellen sogenannten Enkeltrick. Diese besonders hinterhältige Betrugsform, bei der oft hohe Geldbeträge und Lebensersparnisse verloren gehen können, werden am Telefon von vermeintlichen Verwandten finanzielle dringende Engpässe und Notlagen vorgetäuscht. Dabei sollen Geld oder Wertsachen von einem Boten abgeholt werden. Dazu der polizeiliche Rat: sofort den Hörer auflegen, wenn der Anrufer Geld fordert, niemals Details familiärer oder finanzieller Verhältnisse preisgeben, keinesfalls Geld an unbekannte Personen geben und möglichst schnell den polizeilichen Notruf 110 wählen, wenn einem der Anrufer verdächtig vorkommt.

Die Erfahrung zeige zudem: je höher das Alter, je weniger mobil und reaktionsfähig ältere Menschen sind, desto größer die Gefahr, Opfer eines Deliktes zu werden, unterstrich Henri Slaar. Das gelte auch für Taten, bei denen Trickdiebe unter allerlei Vorwänden versuchen, in fremde Wohnungen zu gelangen. Andere Täter geben sich am Telefon als hilfsbereite Personen aus, locken per Telefon, E-Mail oder Brief mit falschen Gewinnversprechen oder betreiben betrügerischen Geschäfte über das Internet. Eindringlich warnte der Redner vor trickreichen Kaffeefahrten und vor Haustürgeschäften, bei denen manche Täter gezielt versuchen, an der Haustür etwas zu verkaufen oder einen Vertrag unterschreiben zu lassen.

„Gezielte Vorbeugung ist der beste Beitrag zu mehr Sicherheit. Dabei stellt die Erfahrung der Polizei ein wichtiges Wissenspotential dar, auf das jede Bürgerin und jeder Bürger zurückgreifen kann“, fasste Hauptkommissar Slaar zusammen. Hilfe gibt es bei jeder Polizeidienststelle in Stadt und Kreis.

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Erstellt:
12. Mai 2019, 10:21 Uhr
Lesedauer:
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