Das «Unwort des Jahres» wird seit 1991 gekürt. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Das «Unwort des Jahres» wird seit 1991 gekürt. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Darmstadt 14.01.2020 Von Deutsche Presse-Agentur

Die „Unwörter“ der vergangenen zehn Jahre

Das „Unwort des Jahres“ soll aktuelle Diskussionen abbilden und gesellschaftliche Entwicklungen aufzeigen. Gekürt wird es seit 1991. Hier die Unwörter der vergangenen zehn Jahre:

2019 - „Klimahysterie“: Mit dem Wort werden nach Auffassung der Jury Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung diffamiert und wichtige Debatten zum Klimaschutz diskreditiert 2018 - „Anti-Abschiebe-Industrie“: Der Begriff verhöhnt aus Sicht der Jury geltendes Recht. Er zeige auch, wie sich der politische Diskurs sprachlich und in der Sache nach rechts verschoben habe. 2017 - „Alternative Fakten“: Mit dem Begriff sollen aus Sicht der Jury Falschbehauptungen politisch salonfähig gemacht werden. 2016 - „Volksverräter“: Das Wort sei ein „Erbe von Diktaturen“ unter anderem der Nationalsozialisten. 2015 - „Gutmensch“: Der Vorwurf diffamiere Hilfsbereitschaft und Toleranz pauschal als naiv und dumm, begründet die „Unwort“-Jury. 2014 - „Lügenpresse“: Diese pauschale Verurteilung „verhindert fundierte Medienkritik und leistet somit einen Beitrag zur Gefährdung der für die Demokratie so wichtigen Pressefreiheit“, so die Jury. 2013 - „Sozialtourismus“: Der Ausdruck diskriminiert laut Jury Menschen, „die aus purer Not in Deutschland eine bessere Zukunft suchen, und verschleiert ihr prinzipielles Recht hierzu“. 2012 - „Opfer-Abo“: Die „Unwort“-Jury kritisiert, der Begriff stelle Frauen pauschal unter den Verdacht, sexuelle Gewalt zu erfinden und damit selbst Täterin zu sein. Wetter-Unternehmer Jörg Kachelmann hatte die Wortschöpfung, die seine Frau Miriam erfunden habe, unter anderem in einem „Spiegel“-Interview verwendet. Darin ergänzte er: „Frauen sind immer Opfer, selbst wenn sie Täterinnen wurden.“ 2011 - „Döner-Morde“: Dieser Begriff ist für die Mordserie der rechtsextremistischen NSU-Terroristen verwendet worden. Mit der „sachlich unangemessenen, folkloristisch-stereotypen Etikettierung“ würden ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt, erklärt die Jury. 2010 - „alternativlos“: Das Wort suggeriere zu Unrecht, dass keine Diskussion mehr notwendig sei.

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Erstellt:
14. Januar 2020, 10:33 Uhr
Lesedauer:
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