Der Heimatverein Liebenau hat damit begonnen, die Hochzeitsschmiede hinter „Witten Hus“ weiterzubauen. Sommerfeld

Der Heimatverein Liebenau hat damit begonnen, die Hochzeitsschmiede hinter „Witten Hus“ weiterzubauen. Sommerfeld

Liebenau 27.04.2019 Von Gero Sommerfeld

Die Winterpause ist beendet

Der Heimatverein Liebenau hat damit begonnen, die Hochzeitsschmiede hinter „Witten Hus“ weiterzubauen

Nirgendwo lässt sich Geschichte so unmittelbar erleben wie in historischen Bauwerken, den steinernen Zeitzeugen unserer Vergangenheit. Das dachte sich auch der Vorstand des Liebenauer Heimatvereins, als er einen aus dem 17. Jahrhundert stammenden halb verfallenen Fachwerkspeicher in Wietzen abbaute und in Liebenau im Garten hinter „Witten Hus“ als künftige „Hochzeitsschmiede“ wieder aufbaut (Die HamS berichtete). Nach mehrmonatiger Winterpause sind die Maurerarbeiten in freiwilliger Eigenarbeit seit einiger Zeit wieder in vollem Gange.

„Vor der kürzlichen Wiederaufnahme der ehrenamtlichen Arbeiten waren bereits mehr als 1200 Stunden Eigenleistung erbracht worden,“ freut sich Heimatverein-Vorsitzender Joachim Dude. Dazu gehörten auch viele Maurer- und andere Arbeitsstunden, die während der kalten Jahreszeit mehrere Monate ruhten und bei dem kürzlichen Sonnenwetter wieder aufgenommen wurden. Inzwischen konnte das Ausmauern der Gefache im Erdgeschoss einschließlich der mit Lehm aufgefüllten Rundbögen unterhalb des Daches so gut wie beendet werden.

Auch der Einbau einer alten Schmiede ist bereits gesichert. Aufgrund eines Berichtes im Heimatboten der HARKE hatte sich eine Leserin aus Steyerberg gemeldet. In dem Gespräch bot sie dem Heimatverein eine komplette Schmiedeinrichtung ihres Vaters unter der Voraussetzung an, dass diese nach entsprechendem Aufbau im Original erhalten bleiben müsse. „Da haben wir natürlich mit großer Freude zugesagt“, betont Vorsitzender Dude. Demnächst geht es für die ehrenamtlichen Handwerker Heinrich Clausing, Ingo Kropp, Erich Wallberg, Erhard Herz und Joachim Dude an den Innenausbau des historischen Gebäudes.

Wie berichtet, galt Liebenau neben der Klöppelei, der Stuhlmacherei und der Leinenweber jahrhundertelang als Hauptort der Sensenmanufaktur im Königreich Hannover, bevor 1913 die letzte Reck- und Schleifmühle in der Ortsmitte ihren Betrieb einstellen musste.

Um das ausgestorbene Schmiedehandwerk wieder neu zu beleben, will der Heimatverein in dem alten Fachwerkgebäude eine Hochzeitsschmiede einrichten. Darin können Brautpaare symbolisch vorbereitete Metallringe und damit ihre Ehe auf besondere Weise zusammenschmieden.

Dieses wäre nach Ansicht Dudes auch deshalb ein Alleinstellungsmerkmal, weil „Witten Hus“ seit einigen Jahren als offizielles Standesamt der Gemeinde fungiert. „Damit könnte das Gebäude auch nachfolgende Generationen an längst vergangene Zeiten und Tätigkeiten im Flecken erinnern und somit ein weiteres Stück traditioneller Heimatgeschichte bewahren“, meint der Heimatverein-Vorsitzende.

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Erstellt:
27. April 2019, 21:00 Uhr
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