MDG-Chef Eckhard Hellmich

MDG-Chef Eckhard Hellmich

19.01.2014

Die geplanten Fahrten finden statt

Nienburgs Gymnasiallehrer nach wie vor sehr verärgert über angekündigte Mehrarbeit

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Die Verärgerung ist immer noch groß bei den Gymnasien in Stadt und Kreis. Die von der neuen Landesregierung schon kurz nach der Wahl angekündigte Mehrarbeit von einer Stunde pro Woche stößt nach wie vor auf großes Unverständnis. Sollte Kultusministerin Heiligenstedt ihre Ankündigung wahr machen, würde das das Fass zum Überlaufen bringen, betont zum Beispiel Dr. Ralf Weghöft, Leiter der Albert-Schweitzer-Schule. Und auch Eckhard Hellmich vom Marion-Dönhoff-Gymnasium bekräftigt: Das Maß ist voll. Die bereits geplanten Klassenfahrten werden dennoch stattfinden. Und auch die, die der Integration und der Sprachförderung dienen. Die Klassenfahrten, die nicht per Erlass vorgeschrieben sind, jedoch wahrscheinlich eher nicht. „Die Lehrkräfte sind verärgert. Dennoch werden die Tagesfahrten, die Exkursionen, die Kennenlernfahrten in Klasse 5 und die Fahrten, die bereits gebucht sind, stattfinden. Genau wie der Schüleraustausch und die Comenius-Projekte“, berichtet Eckhard Hellmich, Leiter des Marion-Dönhoff-Gymnasiums. Am MDG werden rund 1050 Schülerinnen und Schüler von rund 80 Lehrkräften unterrichtet.

Auch Hellmich selbst ist die Verärgerung anzumerken. „Ich bin immer ein Freund der offenen Worte. Umso weniger verstehe ich, warum man im Vorfeld nicht den Dialog mit uns gesucht hat“, so der Chef des MDG.

„Unsere Lehrkräfte sind der Überzeugung, dass Schulfahrten pädagogisch begründet und sinnvoll sind. Daher werden alle geplanten und vorbereiteten Klassenfahrten auch stattfinden. Des weiteren werden auch zukünftig die Kennenlernfahrten der 5. Klassen ebenso stattfinden wie die Schüleraustauschprogramme mit den Partnerschulen in Frankreich, Polen und den USA. Gleiches soll auch für die Sprachreisen nach Eastbourne in Großbritannien gelten“, bekräftigt auch Dr. Ralf Weghöft, Chef der Albert-Schweitzer-Schule mit ihren rund 80 Lehrkräften, zehn Referendaren und rund 1 020 Schülerinnen und Schülern.

Für die Lehrkräfte, die auf die angekündigte Mehrarbeit mit der Absage von freiwilligen Klassenfahrten reagieren, hat er großes Verständnis. Er betont: „Die Lehrkräfte sind in den vergangenen Jahren insbesondere am Gymnasium mit zusätzlichen Aufgaben, neuen Anforderungen und drastischen Veränderungen in den Organisationsstrukturen belastet worden. Meines Erachtens bringt diese zusätzliche Mehrarbeit das so genannte Fass nur zum Überlaufen. Die Lehrkräfte möchten einfach wieder Zeit bekommen, sich den pädagogischen Herausforderungen zu stellen.“

Das sieht Hellmich genauso. Er verweist zudem darauf, dass die Schulen bisher immer loyal waren. „Als beispielsweise die geburtenstarken Jahrgänge vor der Tür standen, haben wir – selbstverständlich – der Einführung eines Arbeitszeitkontos zugestimmt“, ruft er in Erinnerung. Sollte der Erlass in Kraft treten – und damit rechnet er – befürchtet der Leiter des MDG, dass es zumindest auf dem Papier zu einer zu guten Unterrichtsversorgung kommt und Lehrkräfte abgeordnet werden. „Beispielsweise an die gerade entstehende IGS. Und das hat für mich so kurz nach der Wahl schon ein Geschmäckle“, so Hellmich unverblümt.

Dr. Ralf Weghöft hofft dagegen, dass der Beschluss nicht in die Realität umgesetzt wird. Er gibt zu bedenken: „Hier soll lediglich eine Berufsgruppe, die der Gymnasiallehrer, einseitig ohne nachvollziehbare Prüfung belastet werden. Für mich wäre es wünschenswert, wenn der Grundsatz der Gleichbehandlung aller gelten würde.“

ASS-Schulleiter Dr. Ralf Weghöft

ASS-Schulleiter Dr. Ralf Weghöft

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Erstellt:
19. Januar 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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