Sie blickten auf 50 Jahre Samtgemeinde Liebenau zurück (von links): die ehemaligen Samtgemeindedirektoren Heinz-Friedel Bomhoff und Manfred Klein, die ehemalige Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden Dirk Dohrmann, Sabine Siedenberg-Arndt, Heinz Schäfer, Samtgemeindebürgermeister Walter Eisner, Rudolf Sudhop, Hans-Georg Mühlenfeld und Rudolf Küfe. Samtgemeinde Liebenau

Sie blickten auf 50 Jahre Samtgemeinde Liebenau zurück (von links): die ehemaligen Samtgemeindedirektoren Heinz-Friedel Bomhoff und Manfred Klein, die ehemalige Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden Dirk Dohrmann, Sabine Siedenberg-Arndt, Heinz Schäfer, Samtgemeindebürgermeister Walter Eisner, Rudolf Sudhop, Hans-Georg Mühlenfeld und Rudolf Küfe. Samtgemeinde Liebenau

Mainsche 13.12.2017 Von Die Harke

Die große Stärke der kleinen Gemeinden

50 Jahre Samtgemeinde Liebenau: Festakt mit Blick zurück und Perspektiven

1967 – vor 50 Jahren – wurde die Samtgemeinde Liebenau „aus der Taufe gehoben“. Bei einem Festakt im Gasthaus Nietfeld resümierte Samtgemeindebürgermeister [DATENBANK=152]Walter Eisner[/DATENBANK] die vergangenen Jahrzehnte und wagte einen Blick in die Zukunft. Heute kaum vorstellbar, gab es seinerzeit im Kreis Nienburg rund 100 selbstständige Gemeinden – heute sind es zehn. Hintergrund des Strukturwandels war die wachsende Menge an Aufgaben, die die Kommunen zu übernehmen hatten – angefangen von der zentralen Wasserver- und Schmutzwasserentsorgung bis zu den Schulen.

In letzterem Bereich hatte die Samtgemeinde Nackenschläge zu verdauen: Über viele Jahre gemeinsam mit Marklohe Realschulstandort, hatte Liebenau Anfang der 90er Millionen in Schulanbau und Sporthalle investiert, um wohnortnahe Bildung auf hohem Niveau zu sichern. Doch allem Engagement zum Trotz: Die Realschule gibt es nicht mehr, der Hauptschulbetrieb läuft aus.

Auch in anderen Bereichen musste die Samtgemeinde Liebenau, so Eisner, „wirklich schwere Zeiten“ durchmachen: Nachdem die Industrie bis in die 70er Jahre für Wohlstand, Wachstum und viele Arbeitsplätze gesorgt hatte, führte der Weggang der Betriebe zu einem dramatischen Einbruch der Kommunalfinanzen: Trotz allen Bemühens lagen die Steuereinnahmen in der Samtgemeinde Jahr für Jahr um 25 bis 30 Prozent unter dem Landesschnitt. Dies war um so dramatischer, weil Liebenau eben zuvor für Jahrzehnte zu den reichsten Gemeinden im Kreis zählte.

Dass die Samtgemeinde die finanzielle Kurve gekriegt hat, dafür gibt es laut Walter Eisner drei Gründe: zum einen die Zuweisungen vom Land, zum Zweiten das eigene Konzept zur Haushaltskonsolidierung und zum Dritten und vor allem das Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Das zeige sich in vielerlei Gestalt in Vereinen, Organisationen, Aktionsbündnissen.

Für die Samtgemeinde war es, so Eisner, „ungeheuer wichtig“, dass in dieser Krisenzeit Bürgerinnen und Bürger bereit waren, Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen, sich uneigennützig, selbstlos und ehrenamtlich zu engagieren, um etwas zu erhalten oder neu zu gestalten, das in ihren Augen für das Zusammenleben in der Gemeinde wichtig war und ist. Nur so sei es gelungen, die Infrastruktur zu erhalten und – selbst in diesen Jahren – zu verbessern.

Inzwischen gehe es der Samtgemeinde zwar „noch nicht prächtig“, doch könne man zuversichtlich in die Zukunft blicken. Deren Aufgaben – die Breitbandversorgung, die Fortentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe, die Sicherstellung der Mobilität, Daseinsvorsorge im ländlichen Raum – seien Herausforderungen, böten aber auch Chancen zur Gestaltung der Zukunft. Wichtig und hilfreich dabei seien – wie schon in der Vergangenheit – Kooperationen mit anderen Kommunen.

Die größte Stärke einer kleinen Samtgemeinde aber seien ihre Menschen. „Unsere kleine Einheit hat den Vorteil, dass wir uns in einer zunehmend globalisierten Welt auf Tugenden besinnen können, die für das Zusammenleben der Menschen ungeheuer wichtig sind: Auf Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Kollegialität, Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Höflichkeit, Verantwortungsbereitschaft und Solidarität. Vieles davon ist in den Ballungszentren nicht mehr vorhanden“, so der Verwaltungschef. Wenn es auch künftig gelinge, den Bürgerinnen und Bürgern soziale Geborgenheit zu vermitteln, „dann muss uns nicht bange sein um unsere Zukunft!“

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Erstellt:
13. Dezember 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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