09.09.2012

Die jüdische Gemeinde Nienburgs

Facharbeit von Felicitas Badtke, Julia Schröder und Johanna Wittneben jetzt im Bürger-Archiv

Nienburg (DH). Drei Schülerinnen des Marion-Dönhoff-Gymnasiums haben eine Facharbeit über die jüdische Gemeinde Nienburgs erstellt. Die Arbeit, die im Rahmen des Kurses „Kunst und Literatur im Nationalsozialismus“ entstand, wurde von Felicitas Badtke, Julia Schröder und Johanna Wittneben jetzt beim Arbeitskreis Gedenken eingereicht. Sie ist die erste Schüler-Arbeit, die Teil des Bürger-Archivs zur NS-Geschichte wird.

In der von Lehrer Rainer Claus betreuten Arbeit gehen die drei Autorinnen auf die Wurzeln von Antisemitismus und Judenverfolgung zurück. Dies seien keine nur deutschen Erscheinungen, argumentieren sie, es gebe sie auch in anderen Ländern. Aber allein in Deutschland seien sie im Laufe der Jahrhunderte so sehr angewachsen, dass sie schließlich im Nationalsozialismus zur offiziellen Politik des Staates werden konnten.

Die Schülerinnen heben hervor, dass dessen ungeachtet die jüdischen Familien Nienburgs im 19. Jahrhundert vollständig in das soziale Leben integriert und ein fester Bestandteil des Nienburger Bürgertums waren. Dies wird anhand zahlreicher Beispiele belegt. Dass das Zusammenleben „gut und oft freundschaftlich“ gewesen sei, dafür gebe es in den Quellen – darunter auch Artikel der Lokalpresse vergangener Jahrzehnte – ausreichend Hinweise. Wie sich diese Einstellung gegenüber der jüdischen Einwohnerschaft ab 1933 wandelte und das Schicksal der Nienburger Juden von der festen Integration in Vertreibung und schließliche Ermordung umschlug, wird von den jungen Forscherinnen anhand von Archivrecherchen und Auswertung der vorhandenen Literatur herausgearbeitet.

In ihrer Arbeit, die in der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises Gedenken vorgestellt wurde, kommen Julia, Johanna und Felicitas zu dem Schluss, „dass die Aufarbeitung der Vergangenheit eine wichtige Aufgabe bleibt“. Vor allem die jungen Generationen müssen informiert sein, damit die positive Einstellung zu Demokratie und Vielfalt gestärkt werde. „Dieses Vermächtnis hat uns auch die jüdische Gemeinde Nienburgs hinterlassen“, schreiben sie in ihrem Nachwort. Nicht zuletzt wegen dieses starken, überzeugenden Appells sieht der Arbeitskreis Gedenken in der Arbeit der Schülerinnen einen vorbildhaften Beitrag zur Nienburger Erinnerungskultur.

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Erstellt:
9. September 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 59sec

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