Kym MacKinnon / Unsplash

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24.09.2020 Von Die Harke

Die medizinische Wirkung der Hanf-Pflanze – CBD als alternatives Arzneimittel?

Berichte über eine positive Wirkung der Hanf-Pflanze hinsichtlich der Linderung physiologischer und psychischer Beschwerden gibt es schon seit Tausenden von Jahren. In vielen Kulturen spielen Marihuana, also die getrockneten Blätter und Blütenstände der Hanf-Pflanze, und Haschisch, als welches das Harz der Blütenhaare einer weiblichen Hanf-Pflanze bezeichnet wird, eine wichtige Rolle in der traditionellen Medizin. Verantwortlich dafür sind die in der Pflanze enthaltenen Wirkstoffe. Neben dem rauschauslösenden Tetrahydrocannabinol (THC) rückt der Wirkstoff Cannabidiol (CBD) als pharmakologischer Wirkstoff immer häufiger in den Fokus medizinischer Studien. Viele Drogerien und Apotheken bieten mittlerweile CBD-haltige Arzneien an. Und auch im Internet gibt es CBD hasch online bei Justbob und anderen Online-Shops im Angebot. Doch was macht diesen Wirkstoff so besonders und welche Wirkung soll er haben? Den Antworten auf diese Fragen versucht dieser Artikel etwas näher zu kommen.

Was ist Cannabidiol?

Cannabidiol, abgekürzt als CBD, ist ein Cannabinoid, das aus der weiblichen Hanfpflanze gewonnen wird. Im Gegensatz zu den psychoaktiven Cannabinoiden, deren Wirkstoff sich oft in Form von Rauschzuständen auf die menschliche Psyche auswirken kann, gehört CBD zur nicht-psychoaktiven Gattung von Wirkstoffen. Entdeckt wurde der Wirkstoff bereits 1940, erstmals chemisch synthetisiert wurde CBD 1963. Pharmakologisch betrachtet hat CBD eine sogenannte pleiotrope Wirkung. Dem einen Wirkstoff CBD können also mehrere Wirkungen und Nebenwirkungen zugeordnet werden. Das macht die wissenschaftlich fundierte Erforschung des Wirkstoffs so komplex und die genaue Zuordnung von Ursache und Wirkung so schwierig. Prinzipiell hat die Medizin das Cannabidiol mittlerweile als wirksam hinsichtlich zahlreicher Beschwerden und Krankheiten anerkannt, was durch viele laufende Studien zu dem Thema belegt wird.

Wie wirkt Cannabidiol?

Zahlreiche Erfahrungsberichte von Menschen, die Cannabidiol anwenden, legen nahe, dass die Substanz positive Wirkungen hinsichtlich psychischer und physiologischer Beschwerden hat. Eine gute wissenschaftliche Evidenz liegt für den therapeutischen Nutzen von chronischen neuropathischen oder durch Krebs verursachten Schmerzen vor. Auch die Wirkung bei Spastiken infolge von Multipler Sklerose ist gut erforscht. In moderatem Umfang ist man sich auch darüber einig, dass CBD gegen Übelkeit und Erbrechen als Folge einer Chemotherapie hilfreich sein kann. Generell gilt mittlerweile als sicher, dass Cannabidiol die Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems beeinflusst und lindernd auf die Schmerzweiterleitung des Körpers einwirkt. Als gesichert gilt auch, dass CBD keine „berauschende“ Wirkung erzeugt, wie das beim Tetrahydrocannabinol (THC) der Fall ist. Sehr wohl reagieren Menschen jedoch unterschiedlich auf die entspannende Wirkung von CBD, die beispielsweise bei Schlafstörungen helfen soll. Das Führen eines Kraftfahrzeuges kann so unter Umständen nicht mehr zu empfehlen sein.

Gegen welche Beschwerden soll CBD helfen?

Neben den bereits erwähnten relativ gesicherten medizinischen Evidenzen gibt es weitere Anwendungsgebiete, für die Cannabidiole geeignet zu sein scheinen. Bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen, wie z. B. Arthrose oder Arthritis oder chronischen Erkrankungen, wie z. B. Kopfschmerzen, Migräne und Magen- sowie Darmerkrankungen kommen CBD-haltige Medikamente und Arzneien teilweise zum Einsatz. Auch bei der Therapie von Beschwerden, wie z. B. Depressionen, Angst- und Schlafstörungen, ADHS oder Autismus wird oftmals eine antipsychotische Wirkung von CBD beobachtet. Für die genannten Anwendungsgebiete liegen jedoch noch nicht genug belastbare wissenschaftliche Studien vor, damit eine genaue Ursache-Wirkungs-Evidenz nachgewiesen werden kann. Nichtdestotrotz kann durch die Vielzahl von positiven Erfahrungsberichten Betroffener davon ausgegangen werden, dass dies in naher Zukunft der Fall sein wird.

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Erstellt:
24. September 2020, 10:25 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 43sec

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