Es ist normal, verschieden zu sein: In der Kita Haßbergen feierte Jael Zintarra ihr zehnjähriges Dienstjubiläum Hagebölling

Es ist normal, verschieden zu sein: In der Kita Haßbergen feierte Jael Zintarra ihr zehnjähriges Dienstjubiläum Hagebölling

Haßbergen 21.09.2019 Von Edda Hagebölling

„Die netteste Kollegin der Welt“

Es ist normal, verschieden zu sein: In der Kita Haßbergen feierte Jael Zintarra ihr zehnjähriges Dienstjubiläum

Weil sie über Inklusion nicht nur reden, sondern sie auch anwenden wollte, setzte Haßbergens ehemalige Kitaleiterin Gabriele Ziga-Wand zusammen mit Heemsens damaligem Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer alles daran, dass Jael Zintarras größter Wunsch, mit Kindern arbeiten zu dürfen, wahr wurde. Weil alle an einem Strang zogen, durfte sie zusätzlich zu ihrer Tätigkeit bei der Lebenshilfe in Nienburg an zwei Tagen in der Woche in der Kita „Die kleinen Strolche“ in Haßbergen arbeiten. Mit einem Gehalt vom Träger der Kita, der Samtgemeinde Heemsen. Das ist jetzt zehn Jahre her. Am Mittwoch feierte Jael Zintarra, mittlerweile 29 Jahre alt, ihr zehnjährige Dienstjubiläum.

Gabriele Ziga-Wand und Detlef Meyer gibt es zwar in dieser Funktion nicht mehr, aber auch für Anette Cordes-Ötting als neuer Kita-Leiterin und Fietze Koop als neuem Samtgemeindebürgermeister war klar, dieses Modell der gelebten Inklusion unbedingt aufrecht erhalten zu wollen. Seit einem Jahr verfügt die junge Frau mit dem Katzenschreisyndrom sogar über eine Festanstellung. Bis dahin hatte es von der Samtgemeinde immer nur Jahresverträge gegeben.

Das Team der Kita mit ihren 57 Kindern hatte für Jael und ihre Gäste – Mutter Bettina, Vater Ralph, Bruder Paul, Lebenshilfe-Mitarbeiterin Nadine Harms und Gabriele Ziga-Wand – ein kleines Fest vorbereitet „für die netteste Kollegin der Welt“, wie aus einem eigens für diesen Anlass umgedichteten Lied zu entnehmen war.

Glückwünsche und einen Blumenstrauß gab es von Jaels Chef Fietze Koop, Geschenke für die neue Wohnung überreichten neben den Kolleginnen aus der Kita und den Elternvertreterinnen Doreen Kobsch und Kim Ewald auch Gabriele Ziga-Wand.

„Darüber, dass Jael in der Kita arbeiten kann, sind wir von Herzen dankbar“, betonte Ralph Zintarra. Er wies aber auch darauf hin, dass es sich um eine Win-Win-Situation für alle handele. Das sieht auch Anette Cordes-Ötting so. Sie ist überzeugt, dass Haßbergens Kita-Kinder auch künftig keine Vorbehalte gegenüber Menschen mit Behinderung haben werden und betonte, wie vor ihr schon Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker: „Es ist normal, verschieden zu sein.“

Für Fietze Koop war die Ehrung von Jael Zintarra eine seiner letzten Amtshandlungen. Am Freitag wurde er in den Ruhestand verabschiedet. In Haßbergen ist man aber zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit mit Koops Nachfolgerin Bianca Wöhlke genauso erfreulich sein wird.

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Erstellt:
21. September 2019, 20:45 Uhr
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