09.03.2014

„Die türkischen Frauen sind heute anders“

Nienburgs türkisch-islamische Gemeinde hatte zu Informationsnachmittag über eingeladen

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Die Anerkennung von Ausbildungen, die im Ausland erworben wurden, stand im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung, zu der Nermin Bahar vom Vorstand der türkisch-islamischen Gemeinde in die Moschee eingeladen hatte. Bei Tee und selbstgemachtem Gebäck erfuhren rund 30 Frauen, welche Wege beschritten werden müssen, um auch in Deutschland in dem Beruf arbeiten zu können, den sie in ihrer Heimat erlernt haben.

Unterstützt wurde Nermin Bahar von Nienburgs Gleichstellungsbeauftragter Flora Auf dem Berge. Diese berichtete unter anderem, dass für die Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen ausschließlich die IHK in Hannover zuständig sei. Die Beratung selbst sei kostenlos, für das Anerkennungsverfahren würden dagegen 300 Euro erhoben. „Gut angelegtes Geld“, wie Nienburgs langjährige Gleichstellungsbeauftragte herausstellte.

„Auch lohnt es sich immer, die Sprache des Landes, in dem man lebt, gut zu können“, fuhr Auf dem Berge fort. Wer beispielsweise bei der Stadtverwaltung in Nienburg arbeiten wolle, müsse die deutsche Sprache gut beherrschen, generell gute Noten vorweisen und über ein gutes Sozialverhalten verfügen. „Außerdem bin ich gerne bereit, mit Ihnen zusammen zum Arbeitsamt zu gehen“, betonte Nienburgs Gleichstellungsbeauftragte im Kreise der Frauen aus der türkisch-islamischen Gemeinde.

Auch Nermin Bahar wurde nicht müde, die anwesenden Frauen zu ermutigen, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. „Andererseits gibt es bereits etliche türkische Frauen, die bei der Volkshochschule den B2-Kurs mit Zertifikat erwerben“, betonte sie im Anschluss gegenüber der HamS. „Türkische Frauen sind heute anders“, so das Vorstandsmitglied. Auslöser für das sich wandelnde Bewusstsein sei häufig, dass die Frauen ihre Kinder bei den Hausaufgaben unterstützen möchten. „Werden die Kinder älter und selbstständiger, wächst auch in den türkischen Frauen der Wunsch, wieder einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu wollen“, so Bahar. In ihrer Heimat hätten die Frauen als Hauswirtschafterin, Krankenschwester, Bürokauffrau, Chemielaborantin, Altenpflegerin oder Erzieherin gearbeitet.

„Gut Deutsch zu können und in Deutschland zu arbeiten, bedeutet ja nicht, die eigene Identität aufzugeben“, so die 2. Vorsitzende der türkisch-islamischen Gemeinde.

„Lasst euch auf dem Weg in die Berufstätigkeit nicht entmutigen“, betonte die Beauftragte für Frauenarbeit und Integration abschließend.

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Erstellt:
9. März 2014, 00:00 Uhr
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