Auch das Fachwerk muss neu verfugt werden. Evelyn Gloggner und Horst Nauck gehen davon aus, dass auf den Heimatverein Drakenburg mit der Sanierung der Olen Schüne eine Menge Arbeit zukommen wird. Foto: Hagebölling

Auch das Fachwerk muss neu verfugt werden. Evelyn Gloggner und Horst Nauck gehen davon aus, dass auf den Heimatverein Drakenburg mit der Sanierung der Olen Schüne eine Menge Arbeit zukommen wird. Foto: Hagebölling

Drakenburg 08.12.2019 Von Edda Hagebölling

Dielentür aus Glas, Brennwertheizung

Drakenburgs Ole Schüne wird saniert / Verkauf der Original-Mauerziegel hat begonnen

Drakenburgs Ole Schüne wird saniert. Nach gut 30 Jahren ist das Fachwerkgebäude, das vom Heimatverein seinerzeit vor dem Abriss bewahrt und neu aufgebaut wurde, wieder fällig. Das Fachwerk wird neu verfugt, der Fußboden muss raus und von unten neu isoliert werden, die Nachtspeicherheizung wird durch eine Gas-Brennwertheizung ersetzt und statt der dunklen Dielentür aus Holz soll es künftig eine Tür aus Glas geben. Eine von denen, die sich mit den geplanten Maßnahmen gut auskennt, ist Evelyn Gloggner. Im Gespräch mit der HARKE am Sonntag erläuterte die 2. Vorsitzende des knapp 200 Mitglieder zählenden Heimatvereins die einzelnen Schritte. Unterstützt wurde sie dabei von Horst Nauck. Der war eigentlich nur vorbeigekommen, um die letzten Vorbereitungen für die für diesen Tag in der Kaffeestube geplante SoVD-Zusammenkunft zu treffen.

Veranschlagt ist die Sanierung der Olen Schüne mit 160000 Euro. Der größte Teil kommt von der Samtgemeinde, der Heimatverein selbst muss zehn Prozent beisteuern. Durch Eigenleistung und mit Spenden. Der Vorstand hofft sehr, dass der „Baustein“-Verkauf entscheidend zum Spendenaufkommen beitragen wird. Für mindestens zehn Euro kann einer der Original-Mauerziegel erworben werden, die in der ursprünglichen Scheune verbaut waren. Sie wurden mit einer Erinnerungsplakette versehen und eignen sich damit durchaus als Dekoartikel. Zu haben sind diese Bausteine ab sofort beim Vorsitzenden Wolfgang Braun und bei Evelyn Gloggner. Der Spendenaufruf richtet sich an Einzelpersonen, aber auch an Unternehmen, Verbände, Vereine oder Freundeskreise, die sich der Olen Schüne und ihrer Geschichte verbunden fühlen, sind aufgerufen, einen Ziegelstein zu erwerben. Für mindestens zehn Euro, gerne aber auch für mehr. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Dass der Heimatverein eine Spendenbescheinigung ausstellt und der Spender – wenn gewünscht – auf der Homepage genannt wird, versteht sich für den Vorstand von selbst.

Die Sitzung des SoVD war die vorerst letzte Veranstaltung in der Olen Schüne. Evelyn Gloggner rechnet damit, dass die Bauarbeiten mindestens das ganze kommende Jahr in Anspruch nehmen werden.

Der Verein hofft sehr, dass er in dieser Zeit in die ehemalige Grundschule ausweichen kann. Zum einen, um all die Gegenstände aus Diele, Kaffeestube und Küche zu lagern, aber auch als Ort für die eine oder andere Veranstaltung. „Dadurch, dass wir mindestens ein Jahr lang in der Olen Schüne selbst nichts machen können, gehen uns natürlich auch Einnahmen verloren“, so die stellvertretende Vorsitzende.

Von der Sanierung erhofft sich der Heimatverein eine deutliche Attraktivitätssteigerung seines Heimatmuseums. Und natürlich auch einen Rückgang der Energiekosten. Bisher wurde die Ole Schüne mit völlig unwirtschaftlichen und noch dazu ökologisch äußerst bedenklichen Nachtspeicheröfen beheizt. Auch das Gebäude selbst soll energetischer werden. Da sich das Fachwerk an der einen oder anderen Stelle mittlerweile so sehr verzogen hat, dass man von problemlos von drinnen nach draußen schauen kann, wird es komplett neu verfugt.

Herausgenommen werden muss auch der Fußboden. Er bekommt eine neue Isolierschicht. Für die Besucher am meisten bemerkbar machen wird sich jedoch die Erneuerung der Dielentür. Die bisher den Ausstellungsraum verdunkelnde Holztür wird um eine Tür aus lichtdurchlässigem Glas ersetzt, die Türen aus Holz können zumindest dann geöffnet werden, wenn die Ole Schüne für Veranstaltungen oder Feiern geöffnet ist.

Die sogenannte Ole Schüne ist eine von insgesamt 13 Scheunen, die im 18. Jahrhundert außerhalb des Ortskerns errichtet wurden. 1960 waren alle zum Abriss freigegeben. Dank des 1984 gegründeten Heimatvereins wurde dann diese eine wiedererrichtet. Die Eröffnung wurde 1987 groß gefeiert.

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Erstellt:
8. Dezember 2019, 13:15 Uhr
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