Felix Schafft und Marc Horstmann (mit Rettungsbrett) in Kühlungsborn. DLRG-Ortsgruppe Nienburg

Felix Schafft und Marc Horstmann (mit Rettungsbrett) in Kühlungsborn. DLRG-Ortsgruppe Nienburg

St. Peter-Ording 06.07.2019 Von Die Harke

Dienst, wo andere Urlaub machen

Bundesfreiwilligendienstleistende vom DLRG Nienburg im Zentralen Wasserrettungsdienst an der Küste

Den größten und beliebtesten Strand Schleswig-Holsteins haben Marc Horstmann und Felix Schafft bei Sonnenschein und einer leichten Brise als Arbeitsplatz genossen. Die beiden leisten derzeit ihren Bundesfreiwilligendienst bei der DLRG-Ortsgruppe Nienburg. Nach zwei Wochen in Kühlungsborn im Mai waren sie nun in St. Peter-Ording schon zum zweiten Mal an der Küste im Einsatz. Morgens um neun Uhr begann für sie die Wache auf einer der fünf Stationen am weitläufigen Strand. Mit den blauen Pickups der Gemeinde ging es von der Unterkunft im Ort an den Strand. Jede der fünf Wachstationen, die alle im für St. Peter-Ording typischen Stil als Pfahlbauten errichtet worden sind, ist für mehrere hundert Meter Strand zuständig und dabei immer von einem Mitarbeiter der Kurverwaltung und einem Rettungsschwimmer der DLRG besetzt.

Die Nienburger Bufdis bekamen dabei an einem Wochenende schon einmal die Verantwortung für viele der 10000 Besucher übertragen. Bei dem weitläufigen Einsatzgebiet erfordert das natürlich erhöhte Aufmerksamkeit. Da es bei so vielen Menschen auch schwierig ist, alles von der Wachstation im Blick zu behalten, sind die Rettungsschwimmer dann auch regelmäßig zu Fuß an der Wasserkante unterwegs.

Ein Ertrinkungsunfall hat sich während der Anwesenheit der Nienburger glücklicherweise nicht ereignet. Probleme mit der schnell steigenden Flut hatten allerdings zwei junge Reiterinnen mit ihrem Pferd. Erst mit viel gutem Zureden und in Anwesenheit der Rettungsschwimmer durchquerten dann alle drei den ansteigenden Priel, der ihre Sandbank vom restlichen Strand trennte.

Aber auch sonst sind die Helfer der DLRG zur Stelle: Von Erster Hilfe bei einer Handverletzung über zeitkritische medizinische Notfälle wie einer allergischen Reaktion auf einen Wespenstich reicht das Einsatzspektrum auch bis zu Kuriositäten: Ein Badegast hatte beispielsweise versucht, sein Ohr mit einem Papiertaschentuch vor dem Seewasser zu schützen. Als er dies nach dem Baden nicht mehr alleine heraus bekam, bat auch er um Hilfe. Auch technische Hilfe musste geleistet werden: Zwei Pkw-Fahrer hatten die Tücken des lockeren Sandes am Strand unterschätzt und konnten ihre Fahrzeuge nicht mehr alleine befreien.

Je nach Badebetrieb endet der Wachdienst zwischen 17 und 18 Uhr, und für die Rettungsschwimmer geht es zurück ins DLRG-Quartier im Ort. Darin stehen den Wasserrettern sieben Apartments mit eigener Küche und ein großer Gemeinschaftsraum zur Verfügung.

Hier trafen die Nienburger BFDler dann auch die anderen fünf Wasserretter wieder, die über den von der DLRG organisierten „Zentralen Wasserrettungsdienst – Küste“ ebenfalls für ein paar Wochen ihren Dienst am Strand versahen. Dabei kommen die Rettungsschwimmer, Wachleiter und Bootsführer aus dem ganzen Bundesgebiet an die Küsten von Nord- und Ostsee.

Sie alle schätzen das, was auch den Nienburgern gefällt: die tolle Atmosphäre, den freundschaftlichen Umgang, im Fall von St. Peter-Ording die nagelneuen und perfekt ausgestatteten Wachstationen, den gemeinsamen Feierabend in der Abendsonne am Strand und insbesondere das gute Gefühl, etwas Wichtiges für die Sicherheit der Badegäste zu tun.

Wer selber einmal zum Wasserrettungsdienst an die Küste möchte, muss als DLRG-Mitglied mindestens 16 Jahre alt sein und das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Silber sowie einen gültigen Erste-Hilfe-Kurs vorweisen können.

Schafft und Horstmann haben in ihrem Jahr bei der Nienburger DLRG-Ortsgruppe aber noch eine Menge mehr gelernt, haben sich für den Ausbildungsweg „Schwimmen“ entschieden. Denn sie können den Ausbildungsschwerpunkt nach den Basics selbst bestimmen. Neben „Schwimmen“ stehen etwa auch noch die Schwerpunkte „Einsatz“, „Erste-Hilfe“ und „Vereinsmanagement“ zur Wahl.

Da die beiden neben häufigen Einsätzen als Rettungsschwimmer im Holtorfer Freibad und in den Freibädern der Samtgemeinde Steimbke auch unzählige Male das Kinder- und Jugendschwimmtraining und die Schwimmkurse der DLRG unterstützt haben, konnten sie für ihren Schwerpunkt viel Erfahrung sammeln. Das Freiwilligenjahr endet für beide in einigen Wochen, trotzdem wollen sie weiter in der DLRG aktiv bleiben.

Für die Stellen sucht die Ortsgruppe noch Nachfolger: Bewerbungen per E-Mail an bufdi@nienburg.dlrg.de.

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Erstellt:
6. Juli 2019, 12:02 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 58sec

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