Fritz Bormann, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft „Nienburger Spargel“, dankt allen, die zu der insgesamt dann doch recht erfreulichen Spargel-Bilanz beigetragen haben.  Foto: Hagebölling

Fritz Bormann, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft „Nienburger Spargel“, dankt allen, die zu der insgesamt dann doch recht erfreulichen Spargel-Bilanz beigetragen haben. Foto: Hagebölling

Landkreis 20.06.2020 Von Edda Hagebölling

„Dieses Jahr hat den Spargel-Erzeugern alles abverlangt“

Arbeitskreissprecher zieht dennoch eine positive Bilanz der (Corona-) Saison 2020

Dieses Jahr hat die Spargelbauern im Kreis ohne Frage vor außergewöhnliche Herausforderungen gestellt. Weil am Ende aber doch alles gepasst hat, fällt die Bilanz bei weitem nicht so negativ aus, wie zu Beginn der Spargelzeit befürchtet. Kurz vor dem offiziellen Ende der Saison 2020 hat die HARKE am Sonntag Fritz Bormann, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft „Nienburger Spargel“, um eine Einschätzung der Ernte im Schatten der Corona-Auflagen gebeten.

„Die Verlierer der Spargel-Saison 2020 sind ohne Frage die Gastronomie und mit ihr die Erzeuger, die überwiegend Hotels und Gaststätten beliefern. Sie haben häufig auch nur einen Bruchteil der Fläche aufgepflügt“, so Bormann.

Deutlich zufriedener sind dagegen die Spargelbauern, die ihren Spargel entweder direkt vermarkten oder die Supermärkte und Discounter beliefern. „Sie können sich im Grunde bei den Kundinnen und Kunden dafür bedanken, dass sie die Landwirte vor Ort unterstützt und viel mehr Spargel als sonst gekauft haben. Ursache dafür sind wiederum die Corona-Auflagen.

„Die Menschen waren viel zuhause, konnten nicht essen gehen, waren nicht im Kino, sind nicht verreist und wollten es sich trotzdem gut gehen lassen“, so der Arbeitskreissprecher. Hinzu kam, dass wegen Corona kaum ausländischer Spargel auf dem deutschen Markt war. „Die Kundinnen und Kunden waren sogar bereit, den wegen der Corona-Auflagen etwas höheren Kilopreis zu zahlen“, so Bormann weiter.

Der Dank des Arbeitskreissprechers gilt aber auch der Politik. Sie habe alles daran gesetzt, dass der Spargel überhaupt gestochen werden konnte, indem sie es den Spargelstechern aus Rumänien ermöglichte, mit dem Flugzeug einzureisen. Auch wurde die Aufenthaltserlaubnis von 70 auf 100 Tage heraufgesetzt.

Die Männer und Frauen wären sonst mit dem Flixbus gekommen, aber das wäre zu Beginn der Corona-Saison nicht möglich gewesen. Die Spargelstecherinnen und Spargelstecher aus Polen sind dagegen mit dem Auto eingereist.

Dass die Spargelernte ohne die ausländischen Saisonarbeitskräfte nicht möglich gewesen wäre, steht für Fritz Bormann außer Frage. Dass es ein, zwei schwarze Schafe gibt, die es nicht für nötig halten, den Frauen und Männern vernünftige Arbeitsbedingungen zu bieten, bedauert der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft „Nienburger Spargel“ sehr. Für die allermeisten sei das jedoch eine Selbstverständlichkeit. „In der Regel sind wir eine große Familie. Den Saisonarbeitskräften ist sehr daran gelegen, schon vorher zu wissen, mit wem sie es zu tun haben werden, und den Erzeugern kann nicht Schlimmeres passieren, als jedes Jahr aufs Neue Leute einarbeiten zu müssen, die vorher noch nie Spargel gestochen haben“, so Bormann.

Und es gab noch einen weiteren positiven Aspekt beim Rückblick auf die Saison 2020. Das Wetter war nahezu konstant gut. „Während der Ernte war es zwar trocken, dafür hat aber das nasse Frühjahr dafür gesorgt, dass die Pflanzen mit Feuchtigkeit versorgt wurden“, so der Arbeitskreissprecher. Spargel wird im Landkreis Nienburg auf einer Fläche von 1000 Hektar angebaut.

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Erstellt:
20. Juni 2020, 19:46 Uhr
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