Um die Weihnachtskrippe herum darf und wird es in diesem Jahr in den Kirchen nicht voll werden. Dafür haben die Gemeinden unterschiedliche Konzepte ausgearbeitet. Foto: marianstock/AdobeStock

Um die Weihnachtskrippe herum darf und wird es in diesem Jahr in den Kirchen nicht voll werden. Dafür haben die Gemeinden unterschiedliche Konzepte ausgearbeitet. Foto: marianstock/AdobeStock

Landkreis 22.12.2020 Von Nikias Schmidetzki

Diesmal „draußen vor der Tür“ oder „kompakt“

Die Kirchengemeinden mussten in diesem Jahr kreativ werden, um Weihnachtsgottesdienste anbieten zu können

Ob vor der Bescherung oder nach dem Essen oder zwischendurch; der Besuch eines Gottesdienstes gehört am 24. Dezember für die meisten Menschen fest zur Tradition – auch wenn sie sonst eher keine Kirchgänger sind.

In diesem Jahr dürften es etliche weniger sein, allein schon, weil die Kirchen trotz unterschiedlicher Konzepte nicht so viele Besucherinnen und Besucher aufnehmen können.

Die ohnehin vorhandenen Hygienekonzepte haben Gemeinden für die Feiertage zum Teil noch einmal überarbeitet. Klassische Christvespern mit Krippenspiel, Chorgesang und Posaunenmusik wird es nicht geben. Dafür weichen einige Gemeinden nach draußen aus, in der Hoffnung auf gutes Wetter. Andere setzen auf mehrere kürzere Gottesdienste nacheinander. Gemein ist den meisten Veranstaltungen, dass Anmeldungen im Vorfeld nötig sind – dafür sind die Gemeinden jeweils selber zuständig. In vielen Fällen sind die Gottesdienste, vor allem in den Kirchen, auch schon ausgebucht.

Eine Auswahl der Angebote, ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Dr. Ingrid Goldhahn-Müller, scheidende Superintendentin des Kirchenkreises Stolzenau-Loccum wird den Hauptgottesdienst an Heiligabend um 17 Uhr auf dem Sportplatz in Stolzenau halten – mit Unterstützung des Sportvereins. „Dort ist riesig viel Platz, es gibt Flutlicht, eine gute Übertragungsanlage und wir dürfen Feuerkörbe aufstellen“, kündigt sie voller Vorfreude an.
  • In Loccum soll zwar die Kirche den ganzen Tag über erleuchtet und für einen Besuch der Krippe geöffnet sein, einen großen Gottesdienst mit vielen Besuchern wird es freilich aber nicht geben. Stattdessen wollen viele aus dem Ort an unterschiedlichen Stellen kleine Andachten, Musik und Gemütlichkeit bieten.
  • In Münchehagen sind eine Krippenspiel-Andacht vor der Kirche am Feuer, später eine Christvesper- und Bläser-Andacht unter dem Tannenbaum vor der Kirche und am späten Abend ein Gottesdienst in der Kirche geplant.
  • Uchte baut in diesem Jahr auf drei Säulen; einer „Waldweihnacht“ auf dem Dorfplatz in Darlaten, einem Video-Heiligabend-Gottesdienst mit Musik, einem Puppen-Krippenspiel und Predigt vom Jugendteam um Diakon Marc-André Kölling und dem „Weg zur Krippe“ in Uchte.
  • Für Steyerberg sind ein Gottesdienst in der kleinen Kapelle in Mainsche am Vormittag, zwei Gottesdienste auf dem Dorfplatz in Deblinghausen mit Krippenspiel unddrei Gottesdienste „to go“ im Garten des Alten Pfarrhauses in Steyerberg geplant.
  • Einen zentralen Heiligabend-Gottesdienst soll es in Wiedensahl auf dem Marktplatz geben.
  • In der Nienburger Innenstadtkirche St. Martin sind mehrere Gottesdienste geplant. Davon einer mit Krippenspiel in der Kirche, zwei Ausgaben auf dem Kirchplatz mit der Möglichkeit zu singen und einmal mit der Kantorei am späten Abend sowie einen Abendgottesdienst in der Kirche, der als Livestream per Youtube übertragen werden soll.
  • Die Kirchengemeinde Estorf plant für den 2. Weihnachtsfeiertag einen Gottesdienst zum „Ausklang der Weihnacht“ bei Kerzenlicht und mit professionellem Gesang von der Sängerin Ursula Daues. Mit der Uhrzeit geht sie neue Wege: Um 22 Uhr soll es losgehen. Damit hebt sich der Gottesdienst in vielerlei Hinsicht ab vom gewohnten Festgottesdienst um 10 Uhr.
  • Die Kirchengemeinde Rodewald und die Kapellengemeinde Lichtenhorst haben sich in diesem Jahr für die Gottesdienste zu Weihnachten besondere Orte ausgesucht: unter dem Titel „Weihnachten im Stall“ in der Reithalle des Ponyhofes Hagedorn in Lichtenhorst und in Rodewald zweimal auf dem Marktplatz.
  • In Husum ist „Die Krippe mit Posaunen unterwegs“. Dort sind sechs kleine Veranstaltungen in Bolsehle, Brokeloh, Groß Varlingen, Husum, Linsburg und Schessinghausen geplant.
  • In Holtorf will die Gemeinde vor der Kirche feiern, mit Platzmarkierungen dem Boden. Auch die Orgel wird nach draußen geholt – per Soundanlage. Zudem werde das Areal farblich erleuchtet, teilt der Kirchenvorstand mit.
  • In Erichshagen-Wölpe sind drei Freiluftgottesdienste mit Weihnachtsspiel und Posaunenmusik geplant.
  • In Langendamm wird es mehrere kurze Gottesdienste geben, in denen die Weihnachtsgeschichte in Videoclips gezeigt wird.
  • Ebenfalls kurze Gottesdienste mit dem Beinamen „Kompakt“ bietet die Kreuzkirche an.
  • Draußen möchte die Gemeinde St. Michael im Nordertor feiern. Dazu gibt es zwei Christvespern vor der Kirche.


Hinzu kommen viele weitere klassische Formate, obgleich in abgespeckter Form und vor allen Dingen Online-Angebote der Gemeinden, die jederzeit vom Sofa oder jedem anderen Ort genutzt werden können. Auch wenn er die Einschränkungen bedauere, freue er sich über die Vielfalt an Formen der Weihnachtsverkündigung, gibt Martin Lechler, Superintendent des Kirchenkreises Nienburg, an. „Ich hoffe, dass viele Menschen diese Formate nutzen.“


Auch seine Amtskollegin Goldhahn-Müller zeigt sich zuversichtlich: „Es sind so vielseitige und großartige, ideenreiche Formen dabei.“

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Erstellt:
22. Dezember 2020, 18:29 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 12sec

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