Der FSJler der Kirchengemeinde Erichshagen, Jack Holzapfel, vor einem der Bilder zur Zehn-Gebote-Rallye für die Vorkonfirmandinnen und Vorkonfirmanden. Foto: Iber

Der FSJler der Kirchengemeinde Erichshagen, Jack Holzapfel, vor einem der Bilder zur Zehn-Gebote-Rallye für die Vorkonfirmandinnen und Vorkonfirmanden. Foto: Iber

Nienburg 17.02.2021 Von Die Harke

Digitale „Konfi-Community“ entwickelt

Konfirmandenarbeit im Kirchenkreis Nienburg in der Zeit des Lockdowns

Für die Gemeinden im Kirchenkreis Nienburg stellt das Coronavirus vieles auf den Kopf. Es kann etwa im Lockdown keine gewohnte Konfirmandenarbeit stattfinden. Auch wenn Treffen in kleinen Gruppen unter strengen Auflagen möglich wären, haben sich viele Kirchenvorstände aus Gründen der gebotenen Kontaktminimierung dagegen entschieden. Stattdessen wurden alternative Arbeitsformen entwickelt.

Aus der Kirchengemeinde Rodewald berichtet Pastorin Nadine Hartmann: „Wir nutzen Videokonferenzen und eine App auf den Smartphones, die von der Deutschen Bibelgesellschaft extra für Konfirmandenarbeit entwickelt wurde. Gemeinsame Spiele und kleine Aktionen sind so weiterhin möglich“. Aus Liebenau berichtet Pastor Bernd Niss: „Wir beteiligen uns an dem digitalen Kirchenkreisprojekt ,Konfi-Community‘. In Planung ist bei uns eine Konfisprechstunde, in der sich jeweils zwei Konfirmandinnen beziehungsweise Konfirmanden unter freiem Himmel mit dem Pastor treffen, um in Verbindung zu bleiben.“

Die Konfigruppen aus St. Martin und St. Michael bei einem Zoom-Treffen.  Foto: Cordula Schmid-Waßmuth

Die Konfigruppen aus St. Martin und St. Michael bei einem Zoom-Treffen. Foto: Cordula Schmid-Waßmuth

Diakon Martin Geissler aus dem Jugenddienst im Kirchenkreis Nienburg hat die digitale „Konfi-Community“ entwickelt. Hier gibt es per Chat und Videokonferenzen wöchentliche Zusammenkünfte mit Spielen und Gedankenaustausch. Inzwischen beteiligen sich fast 50 Jungendlichen an diesem Projekt.

In der Kirchengemeinde Erichshagen sind die Vorkonfirmanden und Vorkonfirmandinnen momentan im Ort unterwegs zu einer Rallye zu den zehn Geboten. Hierfür hatte der Freiwilligendienstleistende, FSJler Jack Holzapfel, passende Bilder zu den zehn Geboten ausgehängt. Die Jugendlichen sollten überlegen, zu welchen der Gebote die Bilder passen könnten. Zuvor gab es eine von den Jugendteamenden ausgearbeitete Kirchenerkundung mit Fragen rund um die Kirche, wie Pastor Andreas Iber berichtet.

Erichshagens Pastor Andreas Iber an seinem durch die Pandemie veränderten Arbeitsplatz. Foto: Iber

Erichshagens Pastor Andreas Iber an seinem durch die Pandemie veränderten Arbeitsplatz. Foto: Iber

Die Hauptkonfirmandinnen und Hauptkonfirmanden in Erichshagen erarbeiten derzeit auf digitalem Weg einen Vorstellungsgottesdienst zu den zehn Geboten. In den Kirchengemeinden St. Martin und St. Michael initiierte Pastorin Dorothea Luber ein Hörbibelprojekt, in dem die Konfis einzelne Bibeltexte als Tondateien aufnahmen. Pastorin Cordulas Schmid-Waßmuth ergänzte dazu, dass mehrere Elemente über Zoom stattfanden: „Wir merken, dass die Jugendlichen durch die Schule viele Erfahrungen mit Videokonferenzen mitbringen“, sagt sie. Auf der Homepage von St.Martin findet sich ein Film, den die Konfis in kleinen Abschnitten über die Ausstellung (Henning Diers, die 12) in der Martinskirche aufgenommen haben.

Pastorin Elke Thölke aus Marklohe erarbeitet mit ihren Konfirmandinnen und Konfirmanden über kleine Filme den bevorstehenden Vorstellungsgottesdienst. Andere Gemeinden wählen den Weg, ihren Jugendlichen Arbeitsblätter auf dem Postweg zukommen zu lassen.

In den Büros der Pastoren und Pastorinnen im Krichenkreis Nienburg läuft mehr digital ab. Foto: Iber

In den Büros der Pastoren und Pastorinnen im Krichenkreis Nienburg läuft mehr digital ab. Foto: Iber

Elternabende über Zoom, Konfirmandenzusammenkünfte in Chaträumen, der Einsatz von Smartphone-Apps, Kontakte über soziale Netzwerke, Tonaufnahmen via Internet: Neuland für die allermeisten Kirchengemeinden. Hier wird kreativ und vielfältig Konfirmandenarbeit getan, um in Kontakt zu bleiben. „Manches davon bleibt sicher als neue Arbeitsform bestehen, auch wenn hoffentlich bald wieder Begegnung in Präsenz möglich ist“, sagt Pastor Andreas Iber aus Erichshagen als Fazit.

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Erstellt:
17. Februar 2021, 16:30 Uhr
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