Mathias Tretter ist einer der wenigen deutschen Kabarettisten, die echtes Politkabarett können, ohne dabei auch nur ansatzweise verstaubt zu wirken. Am 24. Februar ist er im Nienburger Kulturwerk. Stefan Stark

Mathias Tretter ist einer der wenigen deutschen Kabarettisten, die echtes Politkabarett können, ohne dabei auch nur ansatzweise verstaubt zu wirken. Am 24. Februar ist er im Nienburger Kulturwerk. Stefan Stark

Nienburg 29.11.2017 Von Die Harke

„Dilettanz auf dem Vulkan“

Kabarettist Mathias Tretter kommt wieder: am 24. Februar ins Kulturwerk

„In the future, everyone will be world-famous for 15 minutes.” Andy Warhol meinte es tatsächlich ernst, als er jedem diesen Quatsch versprach. Aus den 15 Minuten sind ja längst 140 Zeichen geworden. Zwar wird man damit nicht zwingend berühmt, aber mitunter sogar US-Präsident. Mindestens in Kabarettkreisen ist Mathias Tretter inzwischen berühmt. Am Samstag, 24. Februar, um 20 Uhr kommt er mit seinem neuen Programm „POP“ ins Nienburger [DATENBANK=340]Kulturwerk[/DATENBANK].

Was mit Casting-Shows begann, erreicht in Donald Trump nun seinen sturmfrisierten Höhepunkt: Das Zeitalter des Amateurs. Blogger sind die neuen Journalisten, Hipster die neuen Bierbrauer, AfDler die neuen CDUler. Sänger kriegen den Literatur-Nobelpreis, Kinder erziehen ihre Eltern, das Oval Office ist der neue Hobbykeller. Und außenrum und untendrunter die Welt, die schlingert, dass es selbst den Profis schlecht wird.

Die Zehnerjahre: Dilettanz auf dem Vulkan. Die Auskenner dagegen heißen „Lügenbresse“ und „verschisenes Estäplischment“ (sic – wenn Rechte schreiben, führt das nicht zu Rechtschreibung). Einst hat man seine Mängel kaschiert, heute versteckt man seine Fähigkeiten. Wer Adorno zitiert, gilt als großkotzige Elitesau. Aber wenn man sagt: „Adorno? Sie meinen den neuen Fünftürer von VW?“ – dann ist man im Gespräch.

David Bowie, Prince, Leonard Cohen und George Michael mussten einfach sterben in dem Jahr, in dem alles Pop wurde. Mathias Tretter ist noch da. Lebendiger denn je, böse wie nie, mit dem Programm der Stunde: POP – Politkomik ohne Predigt. Von einem Profi oraler Präsenz. Mit Plödeleien oberster Populistik. Peziehungsweise, ohne Pescheidenheit: 150 Minuten Ruhm.

Mathias Tretter kann insgesamt 12 Kabarett- und Kleinkunstpreise für sich verzeichnen. Bereits 2011 war er gemeinsam mit Claus von Wagner und Philip Weber als „Erstes Deutsches Zwangsensemble“ in Nienburg. Seine Kabarettauftritte im Nienburger Kulturwerk sind jedes Mal ein großer Erfolg.

Der Eintritt beträgt 18,50 Euro, ermäßigt 14 Euro.Infos und Kartenbestellungen im Nienburger Kulturwerk, Mindener Landstraße 20, unter Telefon (05021)922580, per E-Mail an info@nienburger-kulturwerk.de oder unter www.nienburger-kulturwerk.de

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Erstellt:
29. November 2017, 21:00 Uhr
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