Dozent Theis Beckmann doziert digital im neuen Studiengruppenraum. Foto: Polizeiakademie

Dozent Theis Beckmann doziert digital im neuen Studiengruppenraum. Foto: Polizeiakademie

Nienburg 04.04.2020 Von Die Harke

Dozenten dozieren digital

In der Polizeiakademie Nienburg geht der Lehrbetrieb trotz Coronakrise weiter

In der Polizeiakademie in Nienburg ist es leise geworden. Dort, und an den anderen Standorten Hann. Münden, Oldenburg und Lüchow, wo noch bis vor Kurzem mehr als 3700 Studierende, knapp 600 Angehörige des Lehr- und Administrationspersonals sowie mehrere hundert Fortbildungsteilnehmer für lebendiges Akademieleben sorgten, kann man heute eine Stecknadel fallen hören. Nur ganz vereinzelt sind Menschen zu sehen.

Infolge der Corona-Pandemie hat auch die Polizeiakademie Niedersachsen zum 16. März ihren Präsenzbetrieb in Studium und Fortbildung zur Minimierung des Ansteckungsrisikos und zur Verlangsamung der Verbreitung von COVID-19 auf unbestimmte Zeit eingestellt.

Doch was heißt das? Die scheinbare Ruhe täuscht. Hinter den Kulissen wird mit Hochdruck kreativ und unermüdlich gearbeitet. Der Aufbruch in eine neue Zeit in einer digitalen Welt ist bereits erfolgreich gelungen. Leitender Polizeidirektor Henning Dreyer von der Akademie formuliert es so: „Was hier zurzeit passiert, wird einmal in den Geschichtsbüchern der Bildungsarbeit der Polizei des Landes Niedersachsen stehen“.

Es passiert nicht ganz freiwillig, nicht ohne Probleme und vor allem auch in einer atemberaubenden Geschwindigkeit. „Aber es passiert erfolgreich, das ist toll und wird die polizeiliche Bildungsarbeit für die Zukunft nachhaltig prägen und voranbringen“, sagt Dreyer.

In diesen Zeiten muss die Aula leer stehen. Foto: Polizeiakademie

In diesen Zeiten muss die Aula leer stehen. Foto: Polizeiakademie

Ein erster sichtbarer Erfolg dieser Veränderungen: Trotz des Umbruchs und der Einschränkungen ist es der Polizeiakademie und ihren Mitarbeitern gelungen, das Bachelorstudium in höchster Priorität und innerhalb kürzester Zeit auf präsenzlose digitale Lehr- und Lernformate umzustellen und somit zunächst den Bachelorstudiengang prüfungsfähig und über die Ziellinie zu bringen.

Ende März wurden dazu circa 3000 Lehrveranstaltungsstunden präsenzbefreit in der Online-Vermittlung durchgeführt. Der Direktor der Polizeiakademie Niedersachsen, Carsten Rose, führt dazu aus: „Aus dem Stand und anders - ohne Schulterklopfen, Festakt und Feierlichkeiten. Aber: Wir haben dem Land zum 1. April weitere 243 neue, zusätzliche und gut ausgebildete Polizisten für den praktischen Dienst zur Verfügung stellen. Und zwar jetzt, wo sie so dringend benötigt werden. Das allein zählt“.

Im Hintergrund wird mit Hochdruck am Ausbau der technischen Möglichkeiten gearbeitet. Beispielhaft wurden und werden bestehende Systeme ertüchtigt, neue und ergänzende Webinar-Software beschafft, Online-Zugriffe auf wissenschaftliche Datenbanksysteme für alle Studierenden ermöglicht. Mit Anspruch und Aufgabe wächst der Ehrgeiz.

Ganz selbstverständlich und hoch engagiert arbeiten mittlerweile alle in der Polizeiakademie Niedersachsen im Mehrschichtbetrieb. Knapp 200 neue Studierende, die zum 1..April in die Polizei eingetreten sind, wurden überwiegend präsenzfrei und digital eingestellt. Sie werden digital in das Studium eingeführt, betreut und von Beginn an digital qualifiziert.

Auch bezogen auf die Fortbildung wird vorgearbeitet. Digitale Fortbildungsformate sind in der Erarbeitung, um die Fortbildung zeitnah und in digitaler Form wieder aufnehmen zu können. „Wir sind den Herausforderungen gewachsen“, so Rose.

„Unterm Strich macht sich heute bezahlt, dass wir uns bereits vor mehreren Jahren mit dem Projekt Campus 4.0 auf den Weg in die digitale Hochschulwelt gemacht haben.“ 2019 wurde die Polizeiakademie Niedersachsen durch das Niedersächsische Ministerium für Arbeit, Wirtschaft, Verkehr und Digitalisierung als „Digitaler Ort Niedersachsen“ ausgezeichnet.

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Erstellt:
4. April 2020, 14:57 Uhr
Lesedauer:
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