Foto: ArTo - stock.adobe.com

Foto: ArTo - stock.adobe.com

Nienburg 22.03.2021 Von Holger Lachnit

Dreiste Kungelei

Da besorgt sich die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende einen 450-Euro-Job in der Nienburger Bädergesellschaft und gibt daraus folgend ihren Aufsichtsratsposten ab, der dann aber prompt von ihrem Ehemann übernommen werden soll. Wie nennt man das, was das Ehepaar Altmann und die SPD-Stadtratsfraktion da gedreht haben? Dreist? Instinktlos?

Illegal ist es auf keinen Fall, und es geht auch nicht um horrende Summen. Aber der Vorgang ist Wasser auf die Mühlen aller Politikverdrossenen. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende bekommt 750 Euro im Jahr plus 50 Euro pro Sitzung. Diese Summe bleibt praktischerweise im Jahreseinkommen der Altmanns enthalten, und 5400 Euro brutto kommen hinzu – plus die im 450-Euro-Job enthaltene Krankenversicherung für Anja Altmann.

Möglich machten das die Genossinnen und Genossen der SPD-Fraktion, die das alles einstimmig abgenickt haben. Wieso ist niemand aufgestanden, als Anja Altmann den Deal in der Fraktion mitgeteilt hat?

Der ganze Vorfall ist schlicht unanständig: Der Anstand hätte es dem Ehepaar Altmann geboten, auf die Aufsichtsratsbezüge zu verzichten. Und es hätte sich ein Anständiger in der SPD-Fraktion melden müssen, um zu sagen: „Halt, so geht es nicht!“

Die Posten-Kungelei schadet dem Ansehen der SPD-Fraktion und der Lokalpolitik im Allgemeinen. Doch noch gibt es eine Möglichkeit, das abgekartete Spiel zu beenden: Der Nienburger Stadtrat kann das von der SPD vorgeschlagene Aufsichtsratsmitglied Rüdiger Altmann ablehnen. Noch besser wäre es allerdings, wenn die SPD die Personalie selbst zurückziehen würde.

Zum Artikel

Erstellt:
22. März 2021, 18:12 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 43sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Fabre 22.03.202120:51 Uhr

Lieber Herr Lachnitt,
Soweit ich informiert bin, zahlt man für 450 Euro keine Krankenversicherungsbeiträge und dementsprechend ist man auch nicht krankenversichert. Frau Altmann kann, soweit sie weiterhin keine Beschäftigung unterhält, über die Familienversicherung ihres Mannes versichert werden.
Bevor Sie so etwas schreibe, wäre es sinnvoll wenn Sie das vorher richtig recherchieren.
Ansonsten wirkt das doch eher peinlich, weil sie das als Vorwurf postitulieren.

Rodekohr antwortete am 23.03.202112:24 Uhr

Im kleinen fängt es an.
Es spielt keine Rolle ob Krankenversichert oder nicht oder sonst was,es ist und bleibt Kungelei.
Parade Beispiel Bundestag, diese Damen und Herren mit ihren überzogenen Gagen ( ca 15000 Euro) ist schon ein Frechheit an sich.
Dann sollte doch zumindest an der Basis die Kungelei kein Nährboden finden denn gerade diese Schw........ treibt die Wähler zur AFD.

Vollmer 23.03.202108:30 Uhr

Ich finde es Klasse, dass Herr Lachnit einmal kritische Töne anschlägt. Das unterscheidet sich doch angenehm von dem weichgespülten sonstigen Harke - Allerlei. Jetzt wird gleich wieder nach dem Haar in der Suppe gesucht und dann von jemandem (m o. w.), der noch nicht einmal seinen Klarnamen nennen kann. Schwach, facebook-niveau.

Dieter Bückman 23.03.202121:13 Uhr

Ja Herr Lachnitt, so benehmen - und nehmen - sich Politiker eben, wie und was sie wollen. Schliesslich ist es den Beamten und Angestellten in den Räten ( äh, wer weiss denn Rat ) völlig egal, wer unter ihnen als Bundeskanzlerin arbeitet. Das Volk ist schon lange kein Souverän mehr, eher so Bittsteller und schön unterwürfig.
Ach ja - und unsere Bundeskanzlerin hat in den letzten 15 Jahren die CDU dermaßen hingerichtet, das wird bei den nächsten Wahlen wieder in schweren Verlusten enden und dann wohl - die SPD ist ebenfalls auf dem "absteigenden Ast" - so bei 10 -15% enden.
Ich frage mich schon seit langem, wer zur Wahl rennt und sowas wählt. Danach wundert sich das "Stimmvieh" das sie genau das bekommen haben, was sie bestellt haben.
Asche auf mein Haupt, aber dieses Land ist - seit die Mauerschützenparte " reingewaschen wurde" - nicht mehr mein Land. Alle Mitglieder der NVA-Grenztruppen gehören - genau so wie die Nazis - vor Gericht wegen Beihilfe zum Mord.


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.