Philipp Keßler DH

Philipp Keßler DH

Guten Tag 11.05.2019 Von Philipp Keßler

Du, Peter Gagelmann?

Welche Farbe hatten die Dinosaurier? Wie groß ist das Universum? Und was ist eigentlich der Sinn des Lebens? Große Fragen, auf die es keine hundertprozentigen Antworten gibt. Eine ebenso ungeklärte Frage ist die Anrede: Sie oder Du? Bei uns in der Sportredaktion sind wir per Du, also Helge, Stefan und ich. Und auch draußen auf den Sportplätzen ist man unter Sportlern in der Regel direkt beim Du, auch wenn man sich kaum kennt. Vor ein paar Tagen durfte ich den ehemaligen Profi-Schiedsrichter Peter Gagelmann treffen, der die Nienburger Refeeres auf ihrer monatlichen Tagung besuchte und dort von seiner Karriere berichtete. Auch da stellte sich mir die Frage: Du, Peter oder Sie, Herr Gagelmann? Die Schiedsrichter sprechen sich gegenseitig per Du an, aber gilt das auch für mich als Journalisten? Besser Distanz wahren oder das Eis brechen, um vielleicht doch die eine oder andere Insider-Geschichte zu bekommen?

In der Bundesliga würden sich Schiris und Spieler siezen, erzählte Gagelmann – denn aus eigenen Erfahrung habe er gelernt, sich nicht auf zu viel Nähe zu den Spielern und Teams einzulassen. Hierzu verriet er eine Geschichte aus dem Nähkästchen: „Im Vorfeld eines Spiels ging ich eigentlich immer in die Kabinen und überprüfte die Trikots der Teams. So auch bei einer Bundesliga-Partie von Schalke 04. Im Tor stand bei den Gelsenkirchenern damals Oliver Reck, den ich noch gut aus seinen Bremer Zeiten kannte – bei Werder hatte er stets ein gelbes Jersey an. Da fragte ich ihn schmunzelnd, ob er denn heute auch wieder ein gelbes Trikot tragen würde. Das kam überhaupt nicht gut an und ich merkte, wie die Stimmung bei den Spielern kippte. Seitdem lasse ich mir die Trikots in die Kabine bringen.“

Zurück zur Anrede – der Knigge gibt folgende Tipps, um immer höflich und zuvorkommend zu sein:

  • Der Ältere bietet dem Jüngeren das Du an, nicht umgekehrt.
  • Ladys first! – Die Dame bietet dem Mann das Du an, nicht umgekehrt.
  • Im Job darf allein der Ranghöhere das Du anbieten.
  • Das Du gilt lebenslänglich. Jeder Rücktritt davon käme einer Herabsetzung gleich.
  • Es gibt kein einseitiges Du.

Laut einer Studie greifen Unternehmen stets vermehrt zum Du. Das Vertrauen unter den Mitarbeitern werde gestärkt, Hierarchien wirken flacher und der Teamgeist würde gestärkt. Jeder Dritte duzt sowohl seine Kollegen als auch den Chef. In Kleinbetrieben sogar jeder Zweite.

Zum Artikel

Erstellt:
11. Mai 2019, 23:12 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 15sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.