Noch bis zum 11. Oktober ist im Polzeimuseum die Ausstellung "Häusliche Gewalt gegen Frauen" zu sehen.

Noch bis zum 11. Oktober ist im Polzeimuseum die Ausstellung "Häusliche Gewalt gegen Frauen" zu sehen.

„Du bist nicht die Einzige“

Häusliche Gewalt: Ausstellung im Polizeimuseum auch bei Schulklassen gefragt

Von Edda Hagebölling.

Nienburg. Jede vierte Frau wird zum Opfer häuslicher Gewalt. Das wird in der Ausstellung deutlich, die noch bis zum 11. Oktober in Nienburgs Polizeimuseum zu sehen ist. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Nienburger Frauenhauses haben die Verantwortlichen um Kirsten Heusmann die Wanderausstellung „Blick Dahinter - Häusliche Gewalt gegen Frauen“ in die Kreisstadt geholt. Am Mittwoch besuchte der Religionskurs des MDG um Kerstin Brüggemann die Präsentation im Obergeschoss des Museums.

Am Tag davor waren zwei Klassen der Ausbildungsstätten Rahn vor Ort. Kirsten Heusmann ist froh, dass auch junge Leute in die Ausstellung kommen. Ein Schwerpunkt liegt darin, Prävention zu leisten.

Die Schülerinnen und Schüler vom MDG waren relativ unvorbereitet ins Polizeimuseum gekommen, räumten sie in einem kurzen Gespräch mit der Harke am Sonntag ein. Und waren im Anschluss umso erschrockener. Aber auch sensibilisierter.

Von Daniel Pulte, Erziehungswissenschaftler bei der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene des Landkreises Nienburg, erfuhren die Jugendlichen beispielsweise, dass es kein Patentrezept gegen häusliche Gewalt gibt. Der Täter sei ebensowenig auf Anhieb zu erkennen wie das Opfer. „Schlagende Männer laufen nicht als Monster durch die Straßen, und auch Frauen sieht man nicht an der Nasenspitze an, dass sie körperlich oder seelisch misshandelt werden,“ so Pulte.

Und Antje Hollensteiner von der Frauen- und Mädchenberatungsstelle in der Von-Philipsborn-Straße in Nienburg ergänzt: „Auch Studium oder Beruf schützen nicht vor Gewalt.“ Häusliche Gewalt zieht sich demnach durch alle Bevölkerungsschichten.

Eröffnet wurde die Ausstellung am Montag durch Landrat Detlev Kohlmeier und den Präsidenten der Polizeiakademie, Dieter Buskohl.

Geöffnet ist die Präsentation im Polizeimuseum noch bis zum 11. Oktober zu folgenden Zeiten: Dienstag, Mittwoch und Donnerstag 10 bis 17 Uhr, Sonntag 14 bis 17 Uhr. Eintritt wird nicht erhoben. Schulklassen, die sich noch anmelden möchten, können Kirsten Heusmann im Frauenhaus unter 0 50 21/24 24 anrufen.

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Erstellt:
3. Oktober 2015, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 58sec

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