Nikias Schmidetzki DH

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Kolumnen 25.11.2017 Von Nikias Schmidetzki

Duft von Creme und Klopapier

Davor oder danach? Die Frage, ob schon vorm heutigen Totensonntag – oder auch Ewigkeitssonntag, was sich deutlich schöner liest – weihnachtlich dekoriert und Weihnachtsmärkte schon öffnen dürfen, beschäftigte in den vergangenen Tagen viele. Auf einmal war klar, die Adventszeit ist ja viel kürzer als sonst.

Und das nur, weil der 4. Advent auf den 24. Dezember fällt. Und nun aufgepasst, um vor der nächsten Überraschung gefeit zu sein: An dem Tag ist auch Heiligabend, direkt gefolgt von den Weihnachtstagen 1 und 2. Und was genau ist denn jetzt schon in Ordnung? Lebkuchen essen? Auf jeden Fall! Schon die ersten Türchen des Adventskalenders aufreißen? Auf gar keinen Fall! Toilettenpapier mit Spekulatiusgeruch benutzen? Wer‘s mag.

Ja, das gibt es wirklich, und zwar schon seit Jahren von immer mehr Anbietern. Aromatisiertes Klopapier ist auch zu anderen Anlässen erhältlich. Aber wenn dann auch noch kleine Weihnachtsmänner drauf gedruckt sind Und gerade jetzt gibt es noch ganz andere wichtige Dinge:

Spülmittel etwa, dessen „winterlich-warmer Duft“ das Spülen zum Erlebnis machen soll, wie es ein Anbieter verspricht Duschgel mit der Duftkombination von Zimt und Orange soll schon beim im Bad am Morgen „schnell in weihnachtliche Stimmung“ versetzen Handcreme mit weihnachtlichem Duft belebt laut Hersteller nicht nur strapazierte Hände sondern umhüllt die Haut auch mit einem „sinnlich fruchtigen Geruch“.

Um den Empfänger von Weihnachtspost, ja vielleicht auch von Einladungen, direkt in Stimmung zu bringen, ist es möglich auf Grußkarten mit dem „verführerischen Duft von Weihnachtsplätzchen“ zu schreiben Und wer nach einer alternativen Schmucklösung für den großen Tag, abseits des Mainstreams, sucht:

Christbaumschmuck ist auch in Form von Eis am Stiel, einem Winkelschleifer oder gleich einem ganzen Truthahn erhältlich. Das riecht zwar nicht gut, hebt sich aber von der Dekoration der meisten anderen ab.

Ist natürlich alles Geschmackssache. Ist ja klar. Und vielleicht, ist es ja auch ganz schön, noch ein paar Tage bei Lebkuchen zu bleiben. Aber in einer Woche ist eben der 1. Advent. Und spätestens dann dürften sich viele Nachbarn wieder überbieten im Ausleuchten der Häuser und Vorgärten, fahren mit Weihnachtsmannmützchen am Außenspiegel durch die Gegend – und da kennen natürlich auch Hersteller und Händler von allem, was als Equipment dienen kann, kaum Grenzen.

Achja, eins noch: Ein gutes Parfüm ersetzt der Einsatz von weihnachtlich aromatisiertem Toilettenpapier nicht.

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Erstellt:
25. November 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 13sec

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