Durchhalten und spielbereit sein

Durchhalten und spielbereit sein

Das Team des Nienburger Theaters bittet alle Kundinnen und Kunden um Verständnis und Geduld. Sobald Theater wieder öffnen dürften, sei das Nienburger Theater bereit. Fotos: Theater Nienburg

Nachdem auch in der jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz am 10. Februar keine baldige Öffnung von Theatern in Aussicht gestellt wurde, berichtet Jörg Meyer, Leiter des Nienburger Theaters, über die aktuelle Situation.

„Mitte März ist es ein Jahr her, dass wir mit dem ersten Shutdown unseren Spielbetrieb einstellen mussten. Zwischenzeitlich durften wir im September und Oktober mit einem, wie ich finde, guten Hygienekonzept vor kleinem Publikum spielen. Aber auch das ist nun schon wieder über ein Vierteljahr her. Bald haben wir ein ganzes Theaterjahr hinter uns, in dem wir nur ganze 12 Publikumsveranstaltungen durchführen konnten, statt wie sonst üblich bis zu 120.“

Laut Meyer hat das Nienburger Theater vielfältige Maßnahmen ergriffen, um einen Corona-konformen Theaterbetrieb zu gewährleisten: „Wir haben uns ausgiebig mit umfangreichen Hygienevorschriften beschäftigt und ein neues Betreiberkonzept entwickelt. Mehrfache Terminverschiebungen und am Ende dann doch oft Absagen mussten organisiert werden. Wir haben im Laufe der letzten Monate wiederholt unsere Kundinnen und Kunden informiert, Kartenverkäufe und zuletzt überwiegend Erstattungen durchgeführt. Momentan sind wir dabei, für die Zukunft Live-Streaming zu ermöglichen und beantragen Fördermittel aus mehreren Rettungsprogrammen, um die wirtschaftlichen Folgen für den städtischen Theaterbetrieb abzumildern.“

Die fehlende Öffnungsperspektive sei für das Theaterteam eine schwierige Situation, für die vielen anderen Beteiligten auf der Produktionsebene ist die Lage zunehmend existenzbedrohend. Womöglich würden bis Ostern oder länger keine Veranstaltungen im Theater stattfinden dürfen: „Wir haben stets vor Augen, dass unsere künstlerischen Gäste die Hauptleidtragenden des Lockdowns sind, aber auch der eine oder die andere Kollege aus dem Saal- oder Bühnenhelfer-Team, der nicht arbeiten kann.“

Trotz aller Belastungen versuche Meyer, der Situation auch etwas Positives abzugewinnen: „Positiv habe ich erlebt, dass es ohne den dauerhaften und oft belastenden Terminstress, den unser Spielbetrieb üblicherweise mit sich bringt, phasenweise auch mal ganz schön war. Aber mittlerweile wünschen sich alle, dass die ‚Normalität‘ so schnell wie möglich wieder Einzug hält.“

Zeitnah rechne aber niemand mit Lockerungen, die dem Theaterbetrieb helfen, denn Theater und Kinos sollen, so wie Bars und Kneipen, erst zuallerletzt wieder öffnen dürfen. „Es gilt also, weiter durchzuhalten, und spielbereit zu sein, sobald es wieder erlaubt ist“, erklärt Meyer. „Bis dahin bitten wir unsere Kundinnen und Kunden um Verständnis und Geduld, und hoffen, dass ein Spielbetrieb möglichst bald wieder möglich sein wird.“