Die regionalen Arbeitslosenquoten im Vergleich. Arbeitsagentur

Die regionalen Arbeitslosenquoten im Vergleich. Arbeitsagentur

Landkreis 31.01.2017 Von Die Harke

„Eckdaten der Konjunktur sind günstig“

Arbeitslosigkeit ist im Januar im Landkreis saisonbedingt auf 5,9 Prozent gestiegen / Vor allem junge Leute sind betroffen

Der Wintereinbruch hat die Arbeitslosigkeit im Bezirk der [DATENBANK=5543]Agentur für Arbeit Nienburg-Verden[/DATENBANK] zum Jahresbeginn deutlich steigen lassen. Im Januar waren bei den Geschäftsstellen der Arbeitsagenturen und den Jobcentern insgesamt 12.989 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 788 Personen oder 6,5 Prozent mehr als im Dezember, aber 273 oder 2,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber Dezember um 0,3 Prozentpunkte und beträgt jetzt 5,1 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 5,2 Prozent. Für [DATENBANK=932]Joachim Duensing[/DATENBANK] hat die aktuelle Arbeitsmarktentwicklung rein saisonale Gründe. „Der Quartalskündigungstermin zum Jahresende 2016, das Auslaufen des Weihnachtsgeschäftes im Handel und vor allem die witterungsbedingten Einschränkungen in den Außenberufen haben für den Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar gesorgt. Außerdem kam es zu ersten Arbeitslosmeldungen Jugendlicher am Ende der dreieinhalb- beziehungsweise zweieinhalbjährigen Ausbildungen“, so der Geschäftsführer der Arbeitsagentur Nienburg-Verden.

Seiner Ansicht nach werde die jüngste Entwicklung den hiesigen Arbeitsmarkt nicht nachhaltig beeinträchtigen. „Die Eckdaten der Konjunktur sind günstig und der Bedarf an qualifizierten Fachkräften hoch. Vor diesem Hintergrund bin ich zuversichtlich, dass der jahreszeitlich bedingte Anstieg der Arbeitslosenzahlen wieder abgebaut werden kann“, so Duensing.

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen die Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind Dazu gehören Personen in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Gründungszuschuss, Altersteilzeit und ähnlichem. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können. Die Unterbeschäftigung umfasste im November nach vorläufigen Angaben 17.289. Das sind 781 beziehungsweise 4,7 Prozent mehr als im Vormonat und 969 und 5,9 Prozent mehr als im Januar 2016.

Überproportional traf der Anstieg der Arbeitslosigkeit vor allem die Jüngeren zwischen 15 und 24 Jahren. Ihre Zahl erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um neun Prozent auf 1534 und war auch um 13,7 Prozent über dem Niveau des Januar 2016. Auch am anderen Ende des Altersspektrums erhöhte sich die Arbeitslosigkeit. Bei den 55- bis 65-Jährigen waren mit 2.568 fast acht Prozent mehr Personen arbeitslos als im Vormonat.

Die Arbeitskräftenachfrage war zum Jahresbeginn erwartungsgemäß schwächer als in den Vormonaten. Im Berichtszeitraum wurden 784 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Das waren 154 Stellen weniger als im Dezember, aber 36 mehr als im Vorjahresmonat. Die meisten Stellenofferten kamen aus der Zeitarbeitsbranche, dem Handel, dem Gesundheitswesen, dem Hotel- und Gaststättenbereich sowie der Baubranche. Außerdem gab es 3882 Stellenangebote, über deren Besetzung noch nicht endgültig entschieden war. Damit ist der Bestand an offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr um fast 24 Prozent gestiegen.

Durch die gestiegene Arbeitslosigkeit erhöhte sich die Arbeitslosenquote im Landkreis um 0,5 Prozentpunkte auf jetzt 5,9 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Quote 6,0 Prozent. Im Laufe des Berichtsmonats meldeten sich 1105 Personen arbeitslos. Da sich nur 766 Männer und Frauen aus der Arbeitslosigkeit abmeldeten, stieg der Bestand an Erwerbslosen im Berichtsmonat um 339 Personen oder 9,5 Prozent auf 3.907. Im Vorjahresvergleich sank die Arbeitslosigkeit um 30 oder 0,8 Prozent.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, das heißt bei den Arbeitsagenturen im Landkreis Nienburg stieg die Arbeitslosigkeit um 28 Prozent auf 1.683 Männer und Frauen. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich die Erwerbslosigkeit um 202 Personen bzw. um 13,6 Prozent.

Bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter ist die Arbeitslosenzahl im Berichtsmonat zum Vormonat um 1,3 Prozent bzw. 29 auf 2.224 gesunken und liegt mit 9,4 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die Arbeitgeber im Landkreis Nienburg meldeten 221 freie Stellen. Im Berichtsmonat gab es im Landkreis noch 772 unbesetzte Arbeitsangebote.

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Erstellt:
31. Januar 2017, 21:00 Uhr
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