Susanne Brockmann bewirtschaftet gemeinsam mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen einen Milchviehbetrieb mit 430 Kühen in Anemolter. Brockmann

Susanne Brockmann bewirtschaftet gemeinsam mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen einen Milchviehbetrieb mit 430 Kühen in Anemolter. Brockmann

Anemolter 07.03.2017 Von Die Harke, Von Heidi Reckleben-Meyer

Eigenen Betrieb und ländlichen Raum stärken

Besonderer Einblick zum Weltfrauentag: Frauen stellen mehr als die Hälfte der mitarbeitenden Familienarbeitskräfte auf den Höfen

Als Betriebsleiterinnen sind sie selten anzutreffen, nur acht Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen gehören Frauen. Damit liegt das Bundesland noch über dem deutschen Durchschnitt von 6,4 Prozent weiblichen Betriebsleitern, schreibt das [DATENBANK=2663]Landvolk Mittelweser[/DATENBANK].

Zum heutigen Internationalen Tag der Frau können sich die Landwirtinnen trotzdem kräftig auf die Schultern klopfen. Mehr als 50 Prozent der mitarbeitenden Familienarbeitskräfte sind nach Angaben des Landesamtes für Statistik weiblich. Die Frauen auf den Höfen arbeiten in der Außenwirtschaft, also auf dem Acker oder im Stall, ebenso mit wie im Büro.

Dabei übernehmen sie bei Dokumentation, Buchführung, bei Antragsstellung oder Mitarbeiterorganisation eine große Verantwortung und zeitintensive Aufgaben und tragen maßgeblich zum Betriebserfolg bei.

So auch [DATENBANK=3113]Susanne Brockmann[/DATENBANK]. Die gelernte Reiseverkehrskauffrau ist nach der Geburt ihres dritten Kindes nicht wieder in ihren Beruf zurückgekehrt, bewirtschaftet gemeinsam mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen einen Milchviehbetrieb mit 430 Kühen in Anemolter.

„Früher habe ich auch gemolken und mich um die Kälber gekümmert“, sagt Susanne Brockmann. „Heute bin ich ausschließlich im Büro tätig, kümmere mich dort um die erforderlichen Tier-, Dünger- und Biogasmeldungen.“ Außerdem müssen Stundenprotokolle für die Mitarbeiter geführt, kontrolliert und an die ausgelagerte Lohnbuchhaltung gegeben werden. Nebenbei ist die dreifache Mutter noch für das leibliche Wohl der Familie verantwortlich und schmeißt den Haushalt.

Ehrenamtlich ist Susanne Brockmann eine von drei Vorsitzenden im Kreisverband der Landfrauen-Vereine Nienburg. „Dort sind die Landwirtinnen immer weniger vertreten“, sagt sie. Nach ihrer Ansicht ist das schlechte Image der Landwirte in der Öffentlichkeit dafür verantwortlich, dass die jungen Leute andere Berufe bevorzugen. Darum setzt sie sich bei ihrer Verbandsarbeit sehr dafür ein, dass landwirtschaftsfremde Gruppen aus erster Hand erfahren, wie es wirklich aussieht bei ihr auf dem Hof und in der Landwirtschaft im Allgemeinen.

„Auch bei uns im Vorstand versuche ich immer, mein Wissen weiterzugeben.“ Wissen, dass sie unter anderem im Gesamtvorstand des Landvolks Mittelweser erlangt, wo sie ebenfalls als Vertreterin der LandFrauen ständiges Mitglied ist.

„Hier bei uns leben so viele Menschen von der Landwirtschaft“, stellt sie klar. „Im vor- und nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft gibt es unzählige Familien, denen es nur gut gehen kann, wenn es den Landwirten gut geht“, ist sich Susanne Brockmann sicher.

Für die Frauen auf den landwirtschaftlichen Betrieben – davon ist die Landwirtin überzeugt – ist Fortbildung besonders wichtig. Deshalb veranstaltet der LandFrauen-Verein zahlreiche Informationsabende beispielsweise zum Thema Patientenverfügung. „Nicht nur für die Landwirtinnen ist es wichtig, dass sie ihr Blickfeld erweitern.“

Im Rahmen des Internationalen Tages der Frau zeigt der [DATENBANK=2896]Kreisverband der LandFrauen-Vereine Nienburg[/DATENBANK] am 16. März um 19.30 Uhr in der [DATENBANK=4173]Volkshochschule Nienburg[/DATENBANK], Rühmkorffstraße 12, den Film „Voneinander lernen, miteinander handeln, Integration auf dem Lande“, der in der Uchte und einigen Ortsteilen erstellt wurde und sich auch mit Ängsten, Nöten und Wünschen von Frauen beschäftigt, die hier eine zweite Heimat suchen.

Um sich selbst fortzubilden und ihren landwirtschaftlichen Betrieb voranzubringen, nimmt Susanne Brockmann am 28. Unternehmerinnenfachgespräch der Andreas-Hermes-Akademie teil. Der Erfahrungsaustausch und das Vernetzen mit Landwirtinnen aus ganz Deutschland sind ihr wichtig. „So kann ich den eigenen Betrieb, aber auch den ländlichen Raum stärken“, ist sie überzeugt. Selbstverständlich ist für Susanne Brockmann dabei, ihr Wissen weiterzugeben. „Das ist meine Überzeugung und mein Antrieb“, sagt die Landfrauen-Vorsitzende.

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Erstellt:
7. März 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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